Im 31. Anlauf hat es endlich geklappt mit den ersten Formel-1-Punkten für Mick Schumacher! Der Deutsche wird am Sonntag in Silverstone Achter und darf sich über vier WM-Zähler freuen.
Erster Gratulant ist nach der Zieldurchfahrt ausgerechnet Teamchef Günther Steiner, der Schumacher zuletzt so oft kritisiert hatte: "Mick, fantastischer Job und Dankeschön! Jetzt geht's wieder aufwärts, fantastischer Drive", funkt der Südtiroler ins Cockpit.
Danach ist Micks Familie dran: "Ich bin stolz auf dich, fantastisch gemacht Schatz!", freut sich Mama Corinna am Boxenfunk und auch Schwester Gina-Maria schnappt sich das Mikro: "Hey Mick, super, super, super!"
Während ihr Buder nach dem Rennen beim Sky-Interview Rede und Antwort steht, legt Micks große Schwester nach, spritzt mit Champagner um sich und juchzt vor Freude. Schumi jr. lacht: "Hat ja lange genug gedauert, die ersten Punkte zu kriegen. Aber es fühlt sich großartig an."
Sebastian Vettel gratuliert Mick Schumacher zu seinen ersten WM-Punkten.

Der Haas-Pilot strahlt: "Wir hatten ein tolles Rennen: Von Platz 19 in die Punkte vorzufahren, noch dazu mit beiden Autos (Teamkollege Kevin Magnussen wird Zehnter; d.Red.), ist etwas sehr Besonderes. Ich bin fehlerlos durchgekommen und wir hatten eine gute Strategie. Die Punkte sind die Belohnung dafür."
Dabei werden gerade die Schlussrunden noch einmal zur Nervenprobe für den Deutschen: Im Duell um Rang sieben bekommt er es mit keinem Geringeren als Weltmeister Max Verstappen zu tun. Weil der Red-Bull-Star nach einem Schaden am Unterboden mit seinem waidwunden Auto kämpft, wittert Schumi jr. seine Chance: "Es gab halt noch mehr Punkte zu holen", erklärt Mick seine mutige Schlussattacke.
Vorbei schafft Schumacher es zwar nicht mehr, von Verstappen bekommt der Haas-Pilot allerdings großes Lob für den harten und fairen Zweikampf: "Die letzten drei Runden waren cool, es hat Spaß gemacht. Mick hat alles versucht, aber ich habe auch alles gegeben, denn es sind wichtige Punkte für die WM."
Teamchef Günther Steiner freut sich über den Befreiungsschlag seines Schützlings: "Ich habe einfach nur gehofft, dass es nicht schlecht ausgeht, denn sie waren ein paar Mal schon sehr nah Rad an Rad. Aber beide haben sich benommen. Es ist wirklich schön für Mick. Hoffentlich geht jetzt etwas von dem Druck weg und er kann befreit fahren."
Haas-Teamchef Günther Steiner warnt vor zu viel Euphorie.

Steiner warnt aber auch: "Man muss aufpassen, dass die Erwartungen jetzt nicht gehyped werden und alle denken, der Knoten ist geplatzt und er muss jetzt jedes Mal Punkte machen."
Schumacher selbst sagt mit Blick auf die harten letzten Monate: "Es gab ein bisschen mehr Druck als gewohnt, ich hatte leider hier und da kleine Fehler. Aber um dieses Auto zu verstehen, was schwieriger ist als letztes Jahr, muss man eben ans Limit gehen." Besonders der Infight mit Verstappen zeigt, dass ihm das im zweiten Formel-1-Jahr immer besser gelingt.
Sky-Experte Timo Glock lobt: "Mick hat sehr, sehr clever agiert, immer die Übersicht behalten und die Punkte mitgenommen. Top gemacht."
Geht es nach Haas-Teamchef Steiner, kann der Aufwärtstrend so weitergehen: "Mick muss jetzt einfach ruhig bleiben, so wie wir es ihm auch gesagt haben: Einfach ruhig bleiben, weitermachen und die Welt da draußen ignorieren. Dann kommen die Resultate von ganz alleine." Der Sonntag in Silverstone ist dafür der beste Beweis.

Von

Frederik Hackbarth
Bianca Garloff