Schon am vergangenen Wochenende berichtete AUTO BILD Motorsport exklusiv über einen Streit um das Ölverbrauchslimit. Hintergrund: Das Duell zwischen Mercedes und Ferrari treibt die Wettbewerber in die Grauzonen des Reglements. Als eine technische Spielwiese haben sich die Ingenieure die Benzinverbrennung ausgesucht. Um den Verbrennungsprozess zu verbessern, wird im Qualifying zusätzlich zum Benzin auch Öl in den Motorraum gespritzt. Das ist aber eigentlich nicht im Sinne des Reglements. Daher will der Automobilweltverband FIA dem einen Riegel vorschieben. Für alle Motoren, die ab dem Italien-GP am kommenden Wochenende neu eingesetzt werden, gilt ein Verbrauchslimit von 0,9 Liter Öl auf 100 Kilometer. Bei Motoren, die früher zum ersten Mal zum Einsatz kam, dürfen 1,2 Liter Öl verbrannt werden.
Zoff an der Motorenfront: Hat Mercedes Ferrari übertölpelt?
Ferrari
Mercedes hat auf dem Motorensektor die Nase vorn
Der Stein des Anstoßes aus Ferrari-Sicht: Mercedes hat damit einen Vorteil! Die Silberpfeile haben clevererweise schon in Belgien den vierten Verbrennungsmotor homologieren lassen, dürfen also für das restliche Jahr 1,2 Liter verbrauchen. Ferrari zündet erst später eine neue Ausbaustufe. Die dann nur noch 0,9 Liter verbrauchen darf.
Verschiedene Medien berichteten fälschlicherweise, dass auch Mercedes ab Monza dem neuen Verbrauchslimit von 0,9 Litern unterworfen ist. Die FIA stellte inzwischen noch einmal klar, dass dem nicht so ist.
Der Motorentrick mit der hohen Ölverbrennung ist allerdings nur für das Qualifying von Relevanz. Im Rennen wären ansonsten zu große Mengen Öl nötig, die das Gewicht des Autos derart erhöhen würden, dass es ein Nachteil wäre. 2018 soll der Ölverbrauch dann sogar auf 0,6 Liter pro 100 Kilometer begrenzt werden.