Beim letzten Rennen in Brasilien war es der große Aufreger: Max Verstappens Crash mit dem Überrundeten Esteban Ocon - und die anschließende Schubserei gegen den Franzosen nach Rennende. Vor dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi ließ es sich die FIA nicht nehmen, die beiden Streithähne bei der offiziellen PK an einen Tisch zu setzen.
Ocon
Verstappen und Ocon gerieten zuletzt aneinander
„Es ist natürlich keine tolle Sache, wenn man in einen Crash mit dem Führenden verwickelt ist. Nichts, was man sehen will und für Max tut es mir leid, denn es war sein Rennen“, erklärt Ocon mit anderthalb Wochen Abstand.
Worte wie diese, vielleicht sogar eine Entschuldigung, hatte Verstappen auch beim Wiegen nach dem Rennen erwartet. Er bekam jedoch etwas anderes: „Etwas, das ich nicht zu hören erwartet hatte“, verrät Verstappen. „Es ist jetzt auch egal, was es war. Es hat mich einfach verärgert, anders als es eine ehrliche Entschuldigung getan hätte. Aber direkt nach dem Rennen steckt man noch voller Adrenalin. Deswegen gibt man vielleicht nicht die richtige Antwort.“Für Sebastian Vettel, der in der PK zwischen Ocon und Verstappen sitzt, gehören Emotionen wie die kleine Rangelei in Sao Paulo dazu. „Es ist diese Leidenschaft, die bei allen von uns mitfährt, die uns dorthin gebracht hat, wo wir heute sind. Man kann nicht davon ausgehen, dass sich dieses Pendel nur in eine Richtung bewegt sondern es schwingt in beide Seiten“, erklärt Vettel. Dass die Emotionen auch mal rauskommen, findet der Ferrari-Star gut. „Ich bin der Überzeugung, dass es falsch wäre, sich zu verstellen.“
Verstappen
Hat seine eigene Meinung zur Starfe durch die FIA
Auch Verstappen sagt: „Wir sind keine Roboter. Und das werden wir, wie Seb gesagt hat, auch nie sein - bis man wirklich Roboter ins Auto setzt. Ich glaube aber nicht, dass das irgendjemand will.“ Die FIA hatte mit dem Holländer trotzdem wenig Nachsicht, brummte ihm zwei Tage Sozialarbeit auf. „Ich finde das ein bisschen hart, aber was kann ich schon machen? Ob ich der Strafe zustimme oder nicht, ändert nicht viel“, erklärt der Bestrafte.
Die öffentliche Bewertung seines Ausrasters empfindet er als aufgebauscht. „Ich war eigentlich recht ruhig. Es hätte doch viel schlimmer sein können. Was wird denn von mir erwartet? Dass ich ihm die Hand schüttle und mich bedanke, dass ich Zweiter bin statt Erster? Ich denke, meine Reaktion war ziemlich normal und so eine Schubserei passiert in jedem Sport mal. Ich habe es vor ein paar Tagen erst wieder beim Fußball gesehen.“
Wie Verstappens Strafe genau aussehen wird, weiß der Holländer selbst noch nicht: „Das werden wir zwischen der FIA und dem Team diskutieren, da gibt es sicher eine Lösung.“