Formel 1: Neuigkeiten zu Bianchi
Schädel-Hirn-Trauma erlitten

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Während die Familie des verunglückten Jules Bianchi Informationen zur Gesundheit des Franzosen verkündet, diskutiert die Formel 1 die Sicherheit.
Bild: Picture-Alliance / Getty Images
Formel-1-Pilot Jules Bianchi ist nach seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Japan weiterhin in „einem kritischen, aber stabilen Zustand”. Dies teilte seine Familie am Dienstag mit. Ihr Sohn bleibe auf der Intensivstation des Mie Generalkrankenhauses in Yokkaichi. „Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten”, hieß es in der vom Marussia-Team verschickten Presseerklärung. Das genaue Ausmaß der diffus axonalen Hirnverletzung sei derzeit noch nicht absehbar. Bianchis Angehörige erklärten: „Dies ist eine sehr schwierige Zeit für unsere Familie, doch die Worte der Unterstützung und Zuneigung, die Jules aus aller Welt entgegengebracht werden, stellen für uns eine Quelle des Trosts dar. Wir wissen diese Botschaften aufrichtig zu schätzen.”
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Spezialisten eingetroffen

Das Mie General Hospital, in dem der schwer verletzte Jules Binachi nach seinem Unfall in Suzuka liegt
Diskussion um Sicherheit entfacht
Abschließend heißt es in der Pressemittelung, dass die Ärzte „Jules weiterhin beobachten und behandeln werden und medizinische Updates herausgegeben werden, wenn es angebracht ist“. Am Montag war ein Amateurvideo aufgetaucht (s. unter dem Artikel), das die brutale Härte des Einschlags von Bianchis in den Kranwagen zeigt, der mit der Bergung von Adrian Sutils Sauber beschäftigt war. Auf dem Video ist auch zu sehen, wie kurz vor dem Unfall in der entsprechenden Kurve eine grüne Flagge geschwenkt wird. Diese signalisiert den Piloten freie Fahrt. Zuvor waren noch doppelte gelbe Flaggen gezeigt worden. Wenngleich sich die grüne Flagge, ähnlich einem Verkehrsschild, erst auf den ab ihrer Höhe beginnenden Abschnitt bezieht und unklar ist, ob Bianchi sie überhaupt sehen konnte, kochten anschließend die Diskussionen um die Sicherheit hoch.
Untersuchung angeordnet
„Der Einsatz des Krans ohne das Safety Car ist total inakzeptabel”, sagte Vierfach-Weltmeister Alain Prost dem Radiosender Europa 1. „Das darf sich nicht wiederholen”, kritisierte der Franzose die Rennleitung. Prosts Landsmann Jean Todt, seines Zeichens Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, ordnete derweil bei Rennleiter Charlie Whiting eine Untersuchung des Unfalls an. Die Ergebnisse sollen noch vor dem nächsten Rennen am Sonntag in Russland vorliegen. Whiting soll dafür Telemetriedaten auswerten und Streckenposten befragen. F1-Chef Bernie Ecclestone, der Formel-1-Autos für die „sichersten der Welt” hält, plädierte hingegen sogar für eine von der FIA unabhängige Kommission. „Wir müssen die Ursache herausfinden”, sagte er der britischen Times. (dpa/fh)
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