Formel 1: Nico Rosberg im Interview
„Als hätte es Klick gemacht“

Nico Rosberg spricht vor dem Formel-1-Saisonstart im Interview über seine jüngste Siegesserie, Lewis Hamilton und die eigene Familie als Kraftquelle.
Bild: Picture-Alliance / ABMS
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Die Deutschen vor dem Saisonauftakt - Teil 3: Nico Rosberg im Interview mit dem SPORT-BILD-Sonderheft Motorsport:
Herr Rosberg, wie wichtig ist es für Ihr Selbstwertgefühl, die letzten drei Rennen 2015 so souverän gewonnen zu haben?
Nico Rosberg (30): Sehr wichtig. Weil ich besonders mir selbst zeigen konnte, dass ich alle schlagen kann. Deshalb ist mein Ziel klar: Diese Saison soll genauso anfangen, wie die letzte aufgehört hat.
Mit einem Unterschied: Ihr Teamkollege Lewis Hamilton dürfte wieder motivierter sein. Kritische Stimmen behaupten nämlich, Sie hätten ihn nur geschlagen, weil er nach dem vorzeitigen Titelgewinn nicht mehr so angriffslustig war.

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Das heißt für 2016?
Dass ich wieder gewinnen kann.
Wie würden Sie Ihr Erfolgsgeheimnis beschreiben?
2014 war ich im Qualifying stark, konnte im Rennen aber nicht immer das Maximum geben. 2015 war ich stärker im Rennen, verlor aber in der ersten Hälfte der Saison die meisten Qualifying-Duelle. Dadurch war ich nach dem Start meist schon hinten. Und dann war es fast unmöglich, noch zu gewinnen. Ab Mexiko brachte ich eben alles zusammen. Ich gewann die Trainings, die Starts und kontrollierte die Rennen von vorn.
Hört sich einfach an.

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Müssen Sie egoistischer werden innerhalb des Teams? So wie Hamilton?
Um in unserem Sport auf dieses Level zu kommen, brauchst du den Biss. Wir werden dafür bezahlt, um zu gewinnen. Ich gehe weiter meinen Weg. Formel-1-Piloten sind aber auch ein Teil eines großen Teams. Du kannst nur mit einem sehr guten Auto gewinnen. Das Ziel muss es deshalb sein, zusammen dafür zu sorgen, dass man das beste Auto hat.
Es gibt Leute, die sagen, Sie würden zu sehr Familienmensch sein, um auf der Strecke das letzte Quäntchen aus sich herausholen zu können.

Privat ist Rosberg ruhiger - vor allem als Hamilton
Stehen Sie lieber hinter dem Herd als auf der Tanzfläche?
Ich kann es natürlich auch mal richtig krachen lassen. Aber nur zu besonderen Anlässen. Zum Beispiel, um große Siege gebührend zu würdigen wie in Monaco oder Mexiko vergangenes Jahr. Oder große Enttäuschungen schnell zu verdrängen. Wie in Austin. Dort habe ich die WM verloren und war am Boden zerstört. Aber nur kurz.
Wie kurz?

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Nach Austin kamen Sie in der Tat wie verändert zurück...
...in harten Momenten lerne und wachse ich natürlich am meisten.
Wie das?
Als hätte es irgendwie Klick gemacht. Das kann man nur schwer erklären. Danach lief alles wie am Schnürchen.
Versuchen Sie es, bitte!

Spaß vor dem Interview: Rosberg & die ABMS-Reporter
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