Formel 1: Plant BYD einen F1‑Einstieg?
China-Gigant sorgt für Formel-1-Wirbel

Nach Australien sorgt ein neues Gerücht für Aufsehen: Plant der chinesische Elektro-Gigant BYD tatsächlich einen Einstieg in die Formel 1?
Bild: Red Bull Content Pool
Auch wenn das erste Rennen der neuen Saison mit den neuen Hybrid-Antriebseinheiten bei vielen Fans für Ernüchterung sorgte, boomt die Formel 1 nach wie vor. Neue Hersteller drängen in die Königsklasse, Teams sind Milliarden wert und selbst Rennställe können inzwischen profitabel sein. Kein Wunder also, dass immer wieder neue Namen als mögliche Einsteiger gehandelt werden. Nach dem GP Australien sorgt vor allem ein Gerücht für Aufmerksamkeit: Will der chinesische Autogigant BYD in die Formel 1?
Hintergrund: Das Wirtschafts- und Finanzportal „Bloomberg“ hatte vermeldet, dass sich der chinesische Autokonzern aktuell mit einem möglichen Einstieg in den internationalen Motorsport befasse. Demnach prüfe man mehrere Szenarien, darunter auch ein Engagement in der Formel 1 sowie bei großen Langstreckenrennen wie den 24 Stunden von Le Mans.
Fest steht: BYD ist einer der großen Gewinner der Elektromobilität. Das Unternehmen aus Shenzhen verkaufte 2025 rund 4,6 Millionen Fahrzeuge, davon etwa 2,3 Millionen reine Elektroautos, Das sind mehr als jeder andere Hersteller weltweit.
BYD: Ein Formel-1-Team aus dem Nichts?
Ein Einstieg in die Formel 1 wäre also eine Möglichkeit, die Marke noch stärker global zu positionieren. Auch politisch würde ein chinesischer Hersteller gut in die Strategie der Formel 1 passen. FIA-Präsident Mohammed Bin Sulayem hatte zuletzt erklärt, dass man sich einen zwölften Startplatz für einen Hersteller gut vorstellen könne, besonders für einen aus China.

Plant der chinesische Elektro-Gigant BYD tatsächlich einen Einstieg in die Formel 1?
Bild: Red Bull Content Pool
Doch ein Einstieg wäre alles andere als einfach. BYD müsste entweder ein komplett neues Team aufbauen oder ein bestehendes übernehmen. Beides wäre teuer und kompliziert. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass selbst finanzstarke Konzerne in der Formel 1 scheitern können. Toyota investierte ab 2002 Milliarden, blieb sportlich aber weit hinter den Erwartungen zurück und zog sich schließlich zurück.
Realistischer wäre deshalb der Kauf eines bestehenden Rennstalls. In der Gerüchteküche werden immer wieder Alpine oder Aston Martin genannt. Alpine könnte langfristig ein Kandidat sein, weil Renault bereits angekündigt hat, seine Motorsportaktivitäten zu reduzieren. Allerdings hält die Renault-Gruppe weiterhin die Mehrheit der Anteile und andere Investoren stehen ebenfalls bereit.
Auch Aston Martin ist gelegentlich als Kaufkandidat im Gespräch, vor allem wegen der sportlichen Probleme der letzten Zeit. Doch hier ist die Situation kompliziert. Das Team arbeitet eng mit Honda zusammen, das gerade erst als Werkspartner zurückgekehrt ist. Ein schneller Verkauf erscheint daher derzeit unwahrscheinlich.
Passt die Formel 1 zu BYD?
Neben den Kosten stellt sich eine grundsätzliche Frage: Passt die Formel 1 technologisch überhaupt zu BYD? Die Chinesen sind vor allem für ihre Elektroautos bekannt. Zwar bauen sie auch Hybridfahrzeuge, ihr Kerngeschäft liegt jedoch eindeutig im Bereich Elektromobilität.
Die Formel 1 setzt dagegen weiterhin auf Hybridantriebe mit Verbrennungsmotor. Zwar steigt der Elektroanteil ab 2026 deutlich, doch langfristig diskutieren FIA und Formel-1-Management sogar über eine Rückkehr zu V8- oder V10-Saugmotoren mit nachhaltigem Kraftstoff. Ein solcher Schritt würde für einen reinen Elektrohersteller wenig Sinn ergeben.
Fazit
Die Formel 1 bleibt für Hersteller weltweit attraktiv. Trotzdem wirkt ein BYD-Einstieg derzeit eher unwahrscheinlich. Zu hoch wären die Kosten für ein eigenes Team, zu unklar ist die technologische Ausrichtung der Königsklasse. Aber in der Königsklasse gilt auch das Motto: Sag niemals nie! Sollte die Formel 1 ihre Hybridstrategie langfristig beibehalten und ein passendes Team zum Verkauf stehen, könnte der chinesische Elektro-Gigant plötzlich doch noch in der Startaufstellung auftauchen. Ein Team aus dem Reich der Mitte wäre als Symbol für die weitere Öffnung der Königsklasse nach Asien in jedem Fall ein starkes Signal.
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