Seit Monaten ist es das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Formel 1: Porsche spannt ab 2026 mit Red Bull zusammen, um unter dem neuen Antriebsreglement mit einem höheren Elektroanteil und Biosprit um den Titel zu kämpfen.
Zuletzt zog sich die offizielle Verkündung des Deals zwar in die Länge, weil die Regeln offiziell immer noch nicht feststehen. Doch ein Leak beweist jetzt: Porsche will 50 Prozent von Red Bull Technology kaufen, der Firma also, die die Chassis für das Formel-1-Team kauft.
Kurios: Ausgerechnet in Marokko wurde ein Formel-1-Fan auf eine behördliche Information in einer Zeitung aufmerksam. Dort wurde die Bewilligung eines Antrags veröffentlicht, den die Porsche AG und die Red Bull GmbH gemeinsam gestellt haben.
Hintergrund: Porsche und Red Bull mussten ihr Projekt den Kartellbehörden melden. In Marokko müssen entsprechende Anträge nach dem positiven Bescheid der Behörden veröffentlicht werden.
Ausgerechnet in Marokko wurde ein Formel-1-Fan auf eine behördliche Information in einer Zeitung aufmerksam.

Dass ein entsprechender Deal bereits unterzeichnet wurde, heißt das zwar nicht. Allerdings ist es ein wichtiger Hinweis darauf, wie weit die Pläne schon fortgeschritten sind.
Nach Auto Bild-Informationen hätte Red Bull den Deal am liebsten sogar schon beim Heimrennen in Spielberg bekannt gegeben. Doch Mercedes und Ferrari zögerten die endgültigen Regeln ab 2026 immer wieder hinaus.
Zuletzt ging es immer noch um die Anzahl der erlaubten Stunden auf dem Prüfstand und das Material (Aluminium oder Stahl) für die Kolben des Verbrennungsmotors.
Das Regelwerk soll nun am 2. August vom FIA Weltrat finalisiert werden. Anschließend ist eine kurzfristige Unterzeichnung und Veröffentlichung des Deals möglich.
Nun ist auch klar: Porsche wird nicht nur als Motorlieferant auftreten, sondern als gleichwertiger Partner. Laut den Briten von Autosport, denen die marokkanische Anzeige als erstem Medium vorlag, wird der Kontrakt auf zehn Jahre geschlossen.
Bereits in Spielberg gingen die Verhandlungen in die Endphase. Dort war auch Volkswagen-Motorsportchef Fritz Enzinger anwesend, um die Verträge in trockene Tücher zu bringen.
Offiziell äußern wollte er sich zum, Stand der Verhandlungen allerdings nicht, deutete aber eine positive Entwicklung an.

Von

Bianca Garloff