Formel 1: Pro und Kontra
Formel 1 – fad oder faszinierend?

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Die Formel 1 gibt wieder Gas – endlich, meint so mancher Freund des Spektakels. Doch der größte Rennzirkus der Welt hat bei weitem nicht nur Freunde. Über Sinn und Gänsehaut lässt sich trefflich streiten.
"Die Formel 1 ist längst ein langweiliger Circus Maximus",
glaubt Redakteur Tomas Hirschberger.
Jetzt fahren sie wieder im Kreis herum, die Herren Multimillionäre – und halb Deutschland schläft dabei ein. Nichts gegen Vettel, ein begnadetes Talent. Doch für mich ist die Formel 1 längst ein grottenlangweiliger, dekadenter Circus Maximus. Ein ultrahocherhitzter Kommerz-Kirmes, bei der Renn-Napoleon Bernie Ecclestone gottgleich die Spielregeln diktiert und sich dumm und dämlich verdient.
glaubt Redakteur Tomas Hirschberger.
Jetzt fahren sie wieder im Kreis herum, die Herren Multimillionäre – und halb Deutschland schläft dabei ein. Nichts gegen Vettel, ein begnadetes Talent. Doch für mich ist die Formel 1 längst ein grottenlangweiliger, dekadenter Circus Maximus. Ein ultrahocherhitzter Kommerz-Kirmes, bei der Renn-Napoleon Bernie Ecclestone gottgleich die Spielregeln diktiert und sich dumm und dämlich verdient.
Langweiliger Zirkus

Redakteur Tomas Hirschberger.
Bild: Angelika Emmerling

Redakteur Sebastian Renz.
Schon aus Selbstschutz verteidige ich die Formel 1 – ich habe ihr so viel meiner Jugend geschenkt. 2011 ist meine 20. Grand-Prix-Saison: Das heißt 323 Trainings, 323 Qualifikationen, 323 Warm-ups und 323 Rennen. Das sind Monate vor dem Fernseher, seit dem 1. März 1992, als Nigel Mansell den GP von Südafrika in Kyalami gewann. Doch ich bereue nichts, wenn ich mich an Nachmittage erinnere, als in Monaco die Häuser zitterten, während die besten Rennfahrer der Welt am Casino vorbeidonnerten, sich in Monza Windschattenduelle zwischen Variante Ascari und Parabolica lieferten oder mit ihren 780 PS starken Autos im Regen in Spa die Eau Rouge hinaufdrifteten. Ich habe gejubelt, als Mansell, Hill und Villeneuve Weltmeister wurden, mich über Schummel-Schumi aufgeregt. Dabei bin ich keiner dieser bierseligen Fans, die schon zwei Wochen vor dem deutschen GP im Hardtwald kampieren, immer Klappstühle herumtragen und überall grillen.
Nicht nur für Nerds
Kein Nerd, der ständig jemanden belehren will, wer beim GP Brasilien 1999 die viertschnellste Runde fuhr (nur der Vollständigkeit halber: Es war Jean Alesi auf Sauber Petronas), keiner, der jammert, dass die Rennen früher besser waren. Stimmt nicht, denkt mal an die dröge 95er Saison. Ich war nie bei Rennen und weiß, dass es Quatsch ist, zu behaupten, Rennsport fördere die Entwicklung neuer Techniken für Serienautos. Formel 1 ist nicht mal richtiger Sport, sie ist eine Milliarden Dollar schwere Sport-Show – aber die beste der Welt.
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