Wird der Iceman zum Teamplayer? Kimi Räikkönen hat Sebastian Vettel im Qualifying zum Großbritannien GP im teaminternen Duell geschlagen - zum dritten Mal in diesem Jahr nach Monte Carlo und Baku. Der Finne startet am Sonntag als Zweiter hinter Vettels WM-Rivale Lewis Hamilton - und direkt vor dem Deutschen. Doch Räikkönen ließ nach dem Zeittraining durchblicken, dass er Vettel wohl kaum aufhalten wird.
Ferrari
Vettel und Hamilton haben Spaß. Räikkönen weniger...
„Ich habe nichts zu verlieren. Wir versuchen morgen nach vorne zu kommen und ein gutes Rennen für das Team zu fahren“, sagte der Finne. Übersetzt heißt das: Wenn Vettel Schützenhilfe braucht, wird sich Räikkönen nicht in den Weg stellen. Kein Wunder angesichts der Tatsache, dass Räikkönen mit 83 WM-Zählern nicht einmal die Hälfte von Vettels Punkten (171) hat - und er zuletzt harsche Kritik von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne einstecken musste. Der Italiener hatte Räikkönen als „Nachzügler“ bezeichnet und klargestellt, dass sich der Ex-Weltmeister steigern muss, wenn er einen neuen Ferrari-Vertrag für 2018 haben will.
Auch Vettel selbst wirkte trotz der Niederlage gegen Räikkönen am Samstag nicht beunruhigt. „Mit uns beiden unter den Top-3 war es ein guter Tag, auch wenn wir die Pole deutlich verpasst haben. Lewis Runde hätten wir zwar nicht schlagen können, die war eine andere Hausnummer. Aber vor allem in den Kurven haben wir uns heute wohlgefühlt“, erklärte Vettel. „Gestern war das noch ein bisschen anders, da war ich nicht so happy.“
Womit Vettel allerdings haderte: Sein letzter Run in Q3. „Da war mehr drin, aber ich konnte nicht alles rausquetschen. Besonders im ersten Sektor habe ich Zeit liegengelassen, weil die Reifen noch nicht gut auf Temperatur waren“, sagte der Deutsche. Unzufrieden war Vettel kurzeitig auch mit dem Timing seiner Runde auf der Strecke - darüber beschwerte sich der Heppenheimer bei seinem Team auch Lautstark am Funk (s. Video):

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Mercedes
Knackt Ferrari am Sonntag Hamiltons Mercedes?
Für den Grand Prix am Sonntag rechnet sich der Ferrari-Star trotzdem gute Chancen aus. „Ich will Lewis morgen im Rennen unter Druck setzen. Mercedes macht hier zwar schon das ganze Wochenende über einen sehr starken Eindruck. Das ganze Jahr lang hat sich aber gezeigt, dass wir im Rennen immer deutlich stärker sind als im Qualifying“, erklärte der Deutsche. Laut Vettel hat Hamilton mit zwei roten Autos im Rückspiegel am Sonntag also keine leichte Aufgabe vor der Brust.
Seinerseits auf Hilfe bauen kann Hamilton indes nicht. Teamkollege Valtteri Bottas hat nur 15 WM-Punkte weniger als er, befindet sich selbst mitten im Titelkampf. Außerdem fährt der Finne nach einer Getriebestrafe und fünf Plätzen Rückversetzung am Sonntag nur als Neunter los - und damit sein eigenes Rennen, mit dem Ziel einer Aufholjagd.