Formel 1: Red Bull ist Verstappen-Defekt auf der Spur
Ferrari "knapp dran" an Red Bull

Max Verstappen dominierte das erste freie Training in Japan, doch Ferrari macht einen guten Eindruck auf den Longruns.
Bild: LAT / Pirelli
Red Bull ruht sich auch nach drei WM-Titeln nicht auf den Lorbeeren aus: Zum Großen Preis von Japan hat die Weltmeister-Mannschaft das erste große Update des Jahres gebracht. Zwar fehlt das Zeropod-Konzept mit einer superschlanken Taille, über das bereits kurz nach der Präsentation spekuliert wurde, doch auch das aktuelle Paket weist interessante Neuerungen an den Seitenkästen und dem Unterboden auf. Besonders spannend: ein Lufteinlass seitlich hinter dem Schutzbügel Halo.
"Wir sind sehr zufrieden", resümiert Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko nach Platz eins im trockenen ersten freien Training. "Wir haben wir ein relativ umfangreiches Update gebracht, das hat im Großen und Ganzen auf Anhieb funktioniert."
Trotzdem fiel dem Grazer auch ein Longrun von Charles Leclerc auf, in dem der Ferrari-Pilot durchschnittlich eine Sekunde schneller war als Verstappen. Marko: "Das waren zwar nur drei Runden, die Leclerc auf dem harten Reifen gefahren ist, aber die waren sehr eindrucksvoll."

Max Verstappen dominierte das erste freie Training in Japan, doch Ferrari macht einen guten Eindruck auf den Longruns.
Bild: LAT / Pirelli
Realistisch ist der Vorsprung aufgrund unterschiedlicher Benzinlevel und hochgedrehter Motorleistung auf Seiten des roten Renners zwar nicht, doch Red Bull rechnet mit Ferrari. „Sie sind knapp an uns dran“, bringt der Red Bull-Motorsportchefberater ein wenig Spannung in die Formel 1.
Umso wichtiger, dass ein technischer Defekt, wie ihn Max Verstappen beim GP Australien ereilte, nicht wieder auftritt. Laut dem Red Bull-Doc ist der Fehler mittlerweile „abgehakt“. Doch Verstappen selbst deutete am Donnerstag an, dass menschliches Versagen eine Rolle gespielt haben könnte: "Die Abläufe werden ein wenig geändert, um sicherzustellen, dass so etwas nicht mehr vorkommt", verriet der Niederländer.
Schraube locker bei Red Bull?
Red Bulls Chefingenieur Paul Monaghan erlaubt derweil einen größeren Blick hinter die Kulissen rund um den Bremsdefekt des amtierenden Champions. "Man kann das Problem in diesem Fall fast zurückverfolgen, wie es schon am Freitag begann. Samstag gab es unklare Hinweise, dass etwas vielleicht nicht stimmt - aber nichts, das so herausgestochen hätte, dass es uns im Stich lassen könnte."
Nach AUTO BILD-Informationen war eine Schraube an der Bremsanlage hinten rechts nicht ganz fest gezogen. Doch von solch konkreten Schuldzuweisungen will man bei den Red Bull-Verantwortlichen nichts wissen. „Es war eine Summe von Ursachen, aber das ist gelöst“, räumt Marko ein. Er gibt aber auch zu, dass der Defekt nicht plötzlich auftrat: „Max war am Samstag im Qualifying in den Topspeed-Messungen hinter Checo. Das heißt, dass die Bremse vielleicht schon zu diesem Zeitpunkt nicht richtig aufgemacht hat.“
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