Formel 1: Red Bull patzt erneut
Die Leiden des Daniel Ricciardo

Er war der große Monaco-Pechvogel: Daniel Ricciardo verlor den Sieg - zum zweiten Mal in Folge, zum zweiten Mal wegen eines Fehlers seines Red-Bull-Teams.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Sein Gesichtsausdruck nach dem Rennen sprach Bände. „Ich bin einfach massivst enttäuscht“, sagte Daniel Ricciardo mit starrem Blick im Anschluss an die Zieldurchfahrt in Monte Carlo. Immer wieder musste er sich wohl fragen, wie er den Sieg beim wichtigsten Rennen des Jahres verlieren konnte.Von der Pole-Position aus losgefahren, setzte sich Ricciardo nach der Rennfreigabe schnell von beiden Mercedes ab. Seine Pace im Nassen war zunächst deutlich besser als die der Verfolger.
So lief das Rennen in Monaco: Hamilton gewinnt vor Ricciardo

Fuhr das ganze Wochenende über phänomenal: Am Ende brachte das Team Ricciardo um den Lohn
„Wir haben den Reifen nicht zugetraut, bis zum Ende durchzuhalten“, erklärte Teamchef Christian Horner später die Misere. Red Bull wählte die um einen Grad härtere Stufe als Mercedes – und das zu einem so späten Zeitpunkt auf Ricciardos Runde, dass das Team in der engen Monaco-Garage nur eine halbe Minute zur Vorbereitung hatte. Zu wenig, wie sich beim Stopp herausstellte. Denn die Mechaniker erwischten erst einen falschen Satz und verloren dadruch weitere wertvolle Sekunden. „Dafür können wir uns bei Daniel nur entschuldigen“, so Horner.Sein Pilot kam mit entsprechend großer Wut im Bauch zurück auf die Strecke, knapp hinter Hamilton. Diesen trieb er anschließend um den Kurs, zwang ihn sogar in einen Fehler – doch der Weltmeister kürzte die Schikane ab, blieb so in Führung. Für seinen Widersacher im Red Bull zumindest fragwürdig. „Wenn er den Fehler macht, während er alleine fährt: In Ordnung. Aber es war im Zweikampf, weil ich ihn unter Druck gesetzt habe.“ Doch Ricciardos Beschwerde am Funk blieb unerhört, die Rennstewards verhängten keine Sanktionen.
Fehler-Häufung schwer zu akzeptieren
Ricciardo tief enttäuscht: „Es ist bereits das zweite Mal hintereinander. Barcelona war schon ein Kinnhaken.“ Auch dort hatte ihn das Team mit der falschen Strategiewahl einen möglichen Sieg gekostet – statt Ricciardo gewann sein glücklicherer Teamkollege Max Verstappen. „Ich habe mich davon aber gut erholt. Nur jetzt ist es ein doppelter Schlag in die Magengrube – das tut richtig weh“, räumte der frustrierte Australier ein und erklärte: „Besonders, weil wir nicht in Mercedes' Position sind. Wir können nicht jedes Rennen gewinnen“, haderte Ricciardo mit seinem Schicksal.

Kein Weg vorbei: Ricciardo hinter Hamilton in Monaco
Seine Hoffnung lautet nun: „Kanada. Das nächste Rennen dort wird interessant. Zwar kommt es da mehr auf die Motorpower an. Aber wenn wir auch dort vorne mitfahren können, dann können wir es auch für den Rest der Saison.“ Immerhin: Ein gutes Omen gibt es schon. Vor zwei Jahren konnte Ricciardo in Montreal seinen ersten Grand-Prix-Sieg in der Formel 1 feiern.
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