Formel 1: Revolutionäre Zweitakt-Idee

Formel 1: revolutionäre Idee

Fährt die F1 bald mit Rasenmähermotoren?

Formel-1-Technikchef Pat Symonds hat eine revolutionäre Idee. Er will in Zukunft auf einen Zweitakt-Motor als Herzstück des Formel-1-Autos setzen.
Entschuldigen Sie die provokante Frage, bitte, aber tickt Formel-1-Cheftechniker Pat Symonds noch richtig? Der Brite kommt gerade mit einer revolutionären Idee um die Ecke. Symonds ist der festen Meinung, dass in Zukunft Zweitakt-Motoren – wie beim ostalgischen Trabi oder schnöden Aufsitzmähern – der optimale Antrieb für die Königsklasse des Automobilsports wären.
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Zweitaktmotoren treiben heute üblicherweise Motorboote, Mofas, Laub- und Rasenmäher an. "Wir müssen uns derzeit anschauen, wie die Antriebe der Zukunft aussehen", so der ehemalige Williams- und Renault-Techniker bei einer Tagung in England. "Ich bin sehr für Zweitaktmotoren. Sie sind viel effizienter, klingen infernalisch und es gibt kaum noch die typischen Probleme, die man von früher kennt." Derzeit fährt die Formel 1 mit 1,6-Liter-V6-Viertaktern inklusive Hybridsystem. Symonds meint es ernst, denn er fügt an: "Dank Direkteinspritzung und neuen Zündsystemen ist der Zweitakter auch in der Automobilindustrie definitiv wieder auf dem Vormarsch. Weil man ihn mit der Technik von heute auch sehr schadstoffarm verwenden kann. Er könnte vielleicht sogar mit Wasserstoff betrieben werden."

Formel-1-Technikchef Pat Symonds

Bei den Formel-1-Führungskräften sorgt die Vision zumindest für Erstaunen. Red-Bull-Chefberater Helmut Marko zu AUTO BILD MOTORSPORT: "Im Moment hört sich das noch nach einer Faschingsrede an. Aber ich werde meine Techniker ernsthaft danach fragen. Man müsste wissen: Wie viel PS kann man aus ihnen herausholen, wie effizient sind sie wirklich, und können sie wirklich mit alternativen Stoffen betrieben werden?"
Bereits ab 2021 sollen 20 Prozent Biosprit dem Formel-1-Benzin beigemischt werden. Insgesamt sieht Symonds eine "lange Zukunft" für den Verbrennungsmotor. Genauer gesagt "eine Zukunft, die länger dauert als manche Politiker es vermuten, weil die Politiker derzeit voll auf Elektromobilität setzen. Ich glaube, dass die Chance groß ist, dass es weiter Verbrenner gibt, aber vielleicht werden die dann mit Wasserstoff betrieben."
Allein: Bislang konnten die Vorteile eines Zweitakters seine Nachteile noch nicht aufwiegen. Hintergrund: Zweitakter besitzen weniger Bauteile als Viertakter, sind deshalb leichter, einfacher und weniger reparaturanfällig. Dank weniger beweglicher Teile können Drehzahlen von 30.000 U/min und mehr erreicht werden. Das Problem: Einfache Zweitakter hatten bislang durch das Benzin-Öl-Gemisch und die Vermischung von Frischgas und Abgas bei der Verbrennung einen höheren Öl- und Kraftstoffverbrauch und waren wahre Umweltverpester. Das will F1-Technikchef Pat Symonds jetzt ändern …

Autoren: Ralf Bach,

Fotos: Picture Alliance

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