Formel 1: Ricciardo bekommt keine Strafe
McLaren scharf auf Ricciardo

Daniel Ricciardo ist derzeit die heißeste Aktie auf dem Fahrermarkt. Diese Teams haben im Werben um den Monaco-Sieger die besten Chancen.
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Monaco-Sieger Daniel Ricciardo (28) muss die nächsten Wochen in sich gehen. „Ich stehe vor der schwierigsten Entscheidung meiner Karriere“, sagt er. Grund: Sein Vertrag läuft aus. Red Bull will ihn halten, doch der Australier steht auch auf der Liste anderer Teams.
Red Bull sieht den Millionenpoker um den siebenfachen Formel-1-Sieger dennoch entspannt. „Wir haben keine Eile, setzen ihn nicht unter Druck“, sagt Chefberater Helmut Marko zu AUTO BILD MOTORSPORT. „Er weiß, dass wir unbedingt mit ihm verlängern wollen. Der Sieg in Monaco hat aber nicht nur uns gezeigt, wie gut er ist - sondern auch ihm, wie gut wir sind.“

Im Moment hat Ricciardo beste Karten in der Hand
Drei Teams locken Ricciardo. McLaren bietet 15 Millionen Euro pro Jahr dafür, dass er die Briten neben Fernando Alonso zurück zum Erfolg führt. „An jedem Rennwochenende werden es mehr“, hört man süffisant aus Red-Bull-Kreisen. Nachteil des Traditionsteams: Ricciardo schielt nicht nach Geld. Er will Weltmeister werden, sieht diese Möglichkeit bei McLaren kaum.
Anders ist die sportliche Situation bei Ferrari. Das Kultteam ist ebenfalls an dem Australier mit den italienischen Wurzeln interessiert - als Ersatz für Altmeister Kimi Räikkönen, der mit einem Wechsel zu Toyota in die Rallye-WM liebäugelt. Helmut Marko formuliert Ricciardos Zweifel: „Wer garantiert ihm denn, dass er dort neben Sebastian Vettel keine Nummer zwei ist?“

Ricciardo hat sich in den Fokus aller Teams gefahren
Beim GP Kanada, wo er 2014 seinen ersten Sieg feierte, muss Ricciardo indes doch keinen Rückschlag einstecken. Grund: Das Team muss den Elektromotor wechseln, der bei Ricciardos Sieg in Monaco kaputt ging. Anstatt aber eine dritte MGU-K einzusetzen (das hätte bedeutet: plus zehn Plätze in der Startaufstellung) verwendet Ricciardo die MGU-K, die von Australien bis China im Einsatz war.
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