Der tödliche Unfall von Anthoine Hubert beim Formel-2-Rennen in Spa schockte das Formel-1-Fahrerlager. Daniel Ricciardo erwog sogar einen Verzicht auf seinen Start beim Belgien GP, wie der Australier nach dem Rennen am Sonntag verrät. "Man stellt sich die Frage: 'Ist es das wirklich wert?' Ja, es ist unser Job und unsere Berufung, unser Leben. Aber es ist auch nur Autofahren im Kreis", findet der Australier offene Worte. Er sei "froh, dass das Rennen vorbei ist", so der 30-Jährige.

Ricciardo bewundert die Stärke der Hubert-Angehörigen

Ricciardo
Ricciardo wäre in Spa am liebsten nicht gefahren
"Ich weiß – und das ist verrückt genug – dass der beste Weg, um unseren Respekt zu zeigen, der war, das Rennen zu fahren. Aber ich denke nicht, dass irgendeiner von uns hier sein wollte oder das Rennen fahren wollte. Ich spreche natürlich nur für mich selbst, aber ich weiß sicher, es ging vielen so."
Warum aber trat Ricciardo dennoch an? "Als ich am Morgen einen Teil seiner Familie im Fahrerlager gesehen habe, hat mir das mehr Kraft gegeben als alles andere. Wie sie hier sein können, nach dem was geschehen ist ... Ich muss meinen Hut ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, in ihrer Situation zu sein. Sie waren stärker als wir alle."
Ricciardo, zum Juniorprogramm von dessen Renault-Team auch Hubert gehörte, erklärt: "Für alle Leute ein tapferes Gesicht aufzusetzen, war hart. Ich weiß, dass es vielen Leuten im Fahrerlager gerade sehr schlecht geht. Jeder ist erleichtert, dass es vorbei ist, wir weiterziehen können und das hoffentlich das letzte Mal war, dass so etwas passiert ist."