Wie viele deutsche Fans traut auch Nico Rosberg kaum seinen Augen, als Sebastian Vettel am Sonntag mit seinem Ferrari im Kies von Hockenheim stecken bleibt. „Unglaublich. So ein grober Fehler von Sebastian. Er hat es weggeworfen“, sagt Rosberg.
Bitteres Aus beim Heimspiel: Vettel erklärt Patzer
Der letzte deutsche Weltmeister, der 2014 selbst beim Heimspiel in Hockenheim gewann: „Die Bedingungen waren mit dem Regen sehr schwierig, wirklich fies für die Fahrer. Aber Sebastian hatte eigentlich eine Lücke nach hinten, hätte etwas mehr rausnehmen und es ruhiger angehen lassen müssen. Stattdessen landet er in der Wand. Es ist wirklich bitter.“
Vettel
Vor dem Start interviewte Rosberg Vettel noch
Was Rosberg wundert: „Man weiß eigentlich: Die Sachskurve ist die Kurve, es wo es keinen Raum für Fehler gibt. Gerade an der Stelle muss man noch etwas langsamer machen. Das hat Seb nicht und dann war er über dem Limit.“
Dass Vettel durch die aufholenden Mercedes - vor allem Lewis Hamilton war auf neuen ultraweichen Reifen mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs - in den Fehler gezwungen wurde, kann sich Rosberg nicht vorstellen. „Wir haben im Rennen keinerlei Funksprüche darüber gehört, ich glaube also nicht, dass er das wusste. Er ist einfach sein eigenes Rennen gefahren und hat es komplett verbockt - was sehr ungewöhnlich ist, denn sowas passiert ihm nicht oft.“

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Vettel selbst sucht nach dem bitteren Abflug keine Ausreden. „Wir müssen nicht groß analysieren, was passiert ist“, sagt der Ferrari-Star. „Es ist offensichtlich mein Fehler gewesen. Es gibt andere Dinge, die wir analysieren können.“
Ferrari
Abflug: Vettel wirft den Hockenheim-Sieg weg
Wie etwa die verlorene Zeit hinter Teamkollege Kimi Räikkönen, als der Ferrari-Kommandostand früher im Rennen zögerlich mit einer Stallorder umging? Vettel will den Finger nicht in diese Wunde legen. „Wir waren mit unterschiedlichen Strategien unterwegs, ich habe mich festgefahren und nicht verstanden, was wir machen wollen: Überholen oder Reifen schützen? Das etwas unnötig, aber am Ende war es auch egal.”
Die schwierigen Bedingungen auf nasser Fahrbahn will Vettel ebenfalls nicht als Vorwand nutzen: „Die waren schließlich für alle gleich. Ich bin gut zurechtgekommen und habe eine gute Linie gefunden. Bis zu diesem Punkt eben.“ Der Ferrari-Star ehrlich: „Da war ich einfach zu spät dran.”