Formel 1: Rosberg vs. Hamilton
Nur Gewinner bei Mercedes

Nico Rosberg macht in Spa alles richtig und fährt zum Sieg. Der wahre Gewinner beim Belgien GP ist aber Lewis Hamilton, der von Platz 21 aufs Podium rast.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Die Schwierigkeit des Personal-Managements bei Mercedes sei, dass ein Fahrer meistens aufgebaut werden müsse, während der andere jubeln würde. So treffend hatte Toto Wolff kürzlich das ewige Ping-Pong-Spiel des silbernen Titelduells erklärt. Die Besonderheit beim Belgien GP am Sonntag: Bei Mercedes gab es in Spa tatsächlich nur Gewinner. Nico Rosberg, weil er siegte und seinen WM-Rückstand auf neun Zähler verkürzte. Und Lewis Hamilton, weil er den Schaden seiner Motorstrafe weit mehr reduzierte, als er es selbst zu träumen gewagt hatte.
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„Ich bin einfach nur glücklich über meinen Sieg“, gab Rosberg dort zu Protokoll - viel Raum für die im ganzen Fahrerlager aufkommende Kritik an Max Verstappen war da nicht. „Das überlasse ich lieber Kimi“, grinste der Mercedes-Pilot, der sich allerdings mit Buhrufen auf dem Podium konfrontiert sah. Doch auch diese Situation meisterte er wie ein Champion: „Ich kann verstehen, dass Ihr Max hier oben sehen wolltet. Das wird ein anderes Mal klappen. Er ist noch jung und hat noch so viele Jahre vor sich“, entgegnete Rosberg den Fans.
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Rosberg machte sich am Start lieber schnell davon
„Wenn mir jemand vor diesem Rennen gesagt hätte, dass ich drei Motoren mehr bekomme und nur zehn Punkte auf Nico verliere, hätte ich das glatt gekauft“, sagte der Brite später im Mercedes-Motorhome, während er entspannt seine favorisierte Kinder-Schokolade naschte. „Heute ist draußen auf der Strecke viel passiert, vor allem am Anfang. Davon konnte ich profitieren“, erklärte er sein Rennen. Dass er am Ende einen Extra-Stint auf Medium-Reifen absolvieren musste, „lag daran, dass ich von hinten kam und beim Überholen mehr pushen musste, als ich wollte.“

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Der Spannung im WM-Kampf aber soll der neugewonnene Vorteil keinen Abbruch tun. Wolff ist überzeugt: „Es wird noch lange dauern, bis einer als Gewinner feststeht.“
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