Die RTL-Ära in der Formel 1 geht 2023 endgültig zu Ende. Bisher hat der Sender noch jeweils vier Rennen im Free-TV gezeigt. Damit ist nun Schluss. „Wir haben entschieden, in 2023 auf die Übertragung einzelner Rennen der Formel 1 zu verzichten“, zitiert BILD einen RTL-Sprecher. „Wir konzentrieren uns im Free-TV auf Fußball und unsere neu erworbenen NFL-Rechte.“
Bereits 2021 wurde das F1-Programm des Kölner Privatsenders eingedampft. Sky erwarb die TV-Rechte und hat lediglich vier GP im Rahmen einer Sublizenz an RTL weiterverkauft. Auch für 2023 wollte Sky diese Regelung so weiterlaufen lassen. Doch RTL erteilte dem Deal eine Absage.
Heißt: Sky muss sich nach einem neuen Partner suchen. RTL dagegen, denen der Preis mit nur Nico Hülkenberg als einzigem deutschen Fahrer offenbar zu hoch war, wird erstmals seit 1991 kein Formel-1-Rennen übertragen. Sebastian Vettel hat seine Karriere Ende 2022 beendet, Mick Schumacher verlor sein Stammcockpit bei Haas und konnte lediglich einen Testfahrer-Job bei Mercedes ergattern.
RTL verlängert die Sublizenz mit Sky nicht.

„Ich kann die Entscheidung von RTL gut nachvollziehen, auch wenn ich sie persönlich bedauere", sagt Kult-Moderator Florian König der "Neuen Osnabrücker Zeitung" „Hart“ treffe ihn die Entscheidung des Kölner Senders aber nicht. Er habe sich schon 2020 „sehr intensiv mit dem Abschied von der Formel 1 beschäftigt“, so König.
Vom RTL-Aus profitieren könnte ein anderer Free-TV-Sender. Dem Vernehmen nach zeigt ProSieben/Sat.1 Interesse. Als Alternative werden auch ARD und ZDF genannt.
Besonders aus Sicht von ProSieben dürfte ein Deal aber Sinn machen. Der Sender überträgt bereits die Formel E und bislang auch die DTM. Nach dem Wegfall der NFL-Football-Rechte käme die Formel 1 den Verantwortlichen der Sendergruppe gerade recht.
Gegen einen Wechsel zu den öffentlich-rechtlichen Anstalten spricht, dass ARD und ZDF dem Rennsport mit Verbrennungsmotoren skeptisch gegenüberstehen.

Von

Bianca Garloff