Formel 1: Sauber mit Alfa oder Ericsson
Wehrlein: Williams im Visier

Wie geht es weiter mit Pascal Wehrlein? Der Deutsche hofft auf ein Williams-Cockpit für 2018. Sein aktueller Rennstall Sauber hat andere Zukunftspläne.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
Seinen 23. Geburtstag feierte Sauber-Pilot Pascal Wehrlein zum größten Teil in der Luft. Sein Jahrestag war gleichzeitig seine Anreise zum US-Grand-Prix in Austin. Zürich-Chicago, zwei Stunden Aufenthalt, dann weiter nach Austin. Da hat man viel Zeit zum Nachdenken. Zum Feiern jedenfalls war ihm nicht zumute. Wie auch, seine Zukunft in der Formel 1 ist immer noch nicht geklärt. "Es gibt nichts Neues", sagte der Mercedes-Junior am Donnerstag, "ich hoffe nur, dass ich vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi weiß, was ich nächstes Jahr tun werde."
Trotzdem konnte Wehrlein noch scherzen. "Ich wäre lieber 25 geworden", witzelte er als ihm Teammitglieder nachträglich gratulierten. Wehrleins Ironie hat einen ernsten Hintergrund. Williams-Sponsor Martini hätte zu Werbezwecken gerne einen Fahrer, der mindestens 25 Jahre alt ist. Keine Muss-Option, aber ein Fakt, der Wehrlein nicht hilft.

Bei Williams könnte Wehrlein mit Lance Stroll fahren
Williams lässt auch nach den Vergleichstestfahrten von Di Resta und Kubica in einem 2014er Auto in Ungarn nichts über die Zukunft raus. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagt: "Williams ist zum Glück ein unabhängiges Team und entscheidet selbst. Würde ich entscheiden, wäre Pascal ganz klar erste Wahl. Er ist meiner Meinung der mit Abstand schnellste der Kandidaten und wäre der einzige richtige Maßstab für Lance Stroll."

Letztes Wochenende besuchte Wehrlein noch die DTM
Allein: Bei Sauber hat Wehrlein keine Chance mehr. Aus politischen Gründen. Das steht seit dem Rennen in Suzuka fest. Beim Schweizer Team gibt es zwei Varianten für 2018. Die große Ferrari-Lösung oder die kleine. Die große heißt: Saubers Motorpartner Ferrari lässt 2018 mit Charles Leclerc und Antonio Giovinazzi beide Junioren bei den Schweizern fahren. Dafür gibt es neben den Motoren und anderen Teilen auch noch finanzielle Unterstützung in Form von Windkanalaufträgen für Fiat-Tochter Alfa-Romeo. Sogar der Name Alfa könnte auf dem zukünftigen Sauber stehen. AUTO BILD MOTORSPORT weiß: Fiat- und Ferrarichef Sergio Marchionne war am Dienstag vor dem Rennen in Singapur persönlich in Hinwil, um sich deshalb den Windkanal und die übrige Sauber-Fabrik anzuschauen.

Sitzt Marcus Ericsson auch 2018 noch im Sauber?
Allein: Selbst Leclercs Einstieg bei Sauber für 2018 ist nur zu 95 Prozent fix. ABMS erfuhr aus Ferrari-Kreisen: Sollte einer der beiden Ferrari-Stammpiloten (Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen) 2018 nicht fahren können oder wollen, müsste der Formel-2-Meister aus Monaco einspringen. Wehrlein kann das alles egal sein. Doch auch wenn das Kapitel Sauber schon hinter ihm liegt, verspricht er: "Ich werde in den letzten vier Rennen nochmal alles geben, um das Maximale aus dem Auto rauszuholen."
Service-Links