Er ist der Buhmann der ersten Saisonhälfte, doch nach Platz drei in Ungarn hat sich die Miene von Sergio Pérez wieder etwas aufgehellt.
Die Aufholjagd von Startplatz neun rang auch Red Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko ein Lob ab. „Er ist ein sehr gutes Rennen gefahren mit einigen harten Manövern“, sagte der Grazer bei Sky. „Er hat beim Überrunden das Pech gehabt, dass er von der Ideallinie abgekommen ist und hat die Gummiröllchen aufsammelt – die sind vom Reifen nicht mehr weg und so hat er Norris nicht mehr richtig attackieren können. Er ist ein sehr guter Racer und nach Platz neun im Qualifying war das eine sehr gute Steigerung.“
Doch geht es nach Sky-Experte Ralf Schumacher, bleibt der Mexikaner unter Beobachtung. Mehr noch: „Das Team versucht logischerweise Pérez Glauben zu machen, dass sein Job nicht in Gefahr ist“, analysiert der sechsmalige GP-Sieger, „aber ich glaube nicht, dass Pérez im nächsten Jahr noch im Red Bull fährt.“
Sergio Perez hat sich diese Saison schon einige Patzer geleistet.
Bild: F1/Twitter

Schumi II erklärt seine These in seiner Kolumne so: „Nach zahlreichen Patzern in den vergangenen Wochen ist nach dem Crash im ersten Freien Training in Ungarn wieder massiv Kritik auf ihn eingeprasselt. Das Problem bei Pérez ist die Konstanz. Er hat zu viele Schwankungen und ist vielleicht auch mental nicht stabil genug. Er ist einfach zu weit weg von Max und für mich sind seine Tage bei Red Bull gezählt.“
Dabei gelte es nicht nur die aktuelle Dominanz des Teams für die Bewertung des zweiten Fahrers heranzuziehen, sondern eine Zeit, in der die Gegner ihren Rückstand reduzieren könnten. „Es ist unfair von uns, den Druck auf ihn zu erhöhen“, räumt Schumacher ein, „aber gerade auch in Zukunft, wenn andere Teams näher kommen, kann man es sich als Red Bull nicht leisten, dass ein Fahrer so deutlich langsamer ist als der andere.“
Dass man sich intern sehr wohl darüber Gedanken macht, zeigt eine andere Personalie: Daniel Ricciardo ist zurück im AlphaTauri und soll sein Können im B-Team unter Beweis stellen. In Budapest überzeugte er nach einem unverschuldeten Crash am Start mit Rang 13 und einem besseren Ergebnis als Teamkollege Yuki Tsunoda.
Das blieb auch Helmut Marko nicht verborgen: „Es war eine sehr souveräne und reife Leistung“, betont der Red Bull-Doc. „Durch die Kollision nach dem Start hat Daniel drei oder vier Plätze verloren. Der 13. Platz geht in Ordnung. Es ist aber auch der positive Schwung, den er ins Team gebracht hat und eine Stabilisierung der technischen Aussagen und Veränderungen – der Wechsel ist voll aufgegangen.“
Für Pérez heißt das nichts Gutes.