Formel 1: Schumi-Comeback
Kommt Schumi doch noch zurück?

Seine Fans hat Schumis Comeback-Absage schwer getroffen – doch offensichtlich tut sich auch der Rekordweltmeister schwer, den Gedanken an eine Rückkehr komplett zu verwerfen. Kommt er später?
Tief enttäuscht und traurig referierte Michael Schumacher vor zwei Tagen in Genf über die Gründe für seinen Comeback-Rückzieher. Erklärte, dass ein beim Motorradsturz im Februar gebrochener Halswirbel beim Formel-1-Test in Mugello (Italien) so starke Schmerzen bereitete, dass eine Rückkehr ins Ferrari-Cockpit derzeit unmöglich sei. Doch bei aller Wehmut wollte der Rekordweltmeister einen späteren Comebackversuch in diesem oder vielleicht sogar nächstem Jahr einfach nicht ausschließen. "Spekulationen gibt es in diesem Geschäft ständig. Wenn ich Dr. Peil (Schumis Leibarzt; d. Red.) richtig verstanden habe, dann gibt es aus rein medizinischer Sicht keine Gründe, warum ein Comeback nicht der Fall sein könnte. Aber es ist kein Thema, mit dem ich mich derzeit befasse." Kein endgültiges Nein, keine konkrete Absage an Ferrari. Deshalb fragte autobildmotorsport.de bei Willi Weber (67) nach. Doch auch Schumis Manager weicht Fragen nach einem möglichen Rücktritt vom Rücktritt aus. "Ich kann dazu gar nichts sagen", erklärt Weber, "denn wie Michael schon sagte, gibt jedes darüber gesprochene Wort jetzt nur weiteren Spekulationen Nahrung. Michael hat im Moment andere Dinge im Kopf. Mehr weiß ich auch nicht."
Weber: "Habe ihn selten so traurig gesehen"
Dabei ist auch dem 67-Jährigen ist aufgefallen, wie sehr Schumi mit der Absage zu kämpfen hatte. "Das fiel ihm sehr, sehr schwer", weiß Weber, "und ich habe ihn selten so traurig gesehen wie in diesen Tagen. Er hatte hart trainiert, die Freude auf das Rennen in Valencia war riesengroß. Und dann zu hören, dass es doch nicht geht, das tut schon weh!" Weber verrät, dass die Ärzte Schumi die Entscheidung abgenommen haben. "Wenn Ihnen jemand sagt: Pass auf, wenn du jetzt Formel 1 fährst, begibst du dich in große Gefahr, was würden Sie dann machen?" Der Manager gibt aber zu, dass auch er selbst jetzt "todtraurig und niedergeschlagen" ist. "Ich habe mich auch riesig gefreut und war total begeistert von der Idee eines Comebacks." Ob Schumi nun trotzdem zum Europa-GP nach Valencia fährt, stehe noch nicht fest. Weber: „Das wird Ferrari entscheiden.“
Lauda bezweifelt verspätetes Comeback
Formel-1-Experte Niki Lauda gibt einem zweiten Comeback im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT allerdings kaum Chancen: "Wenn nach sechs Monaten noch keine Heilung eingetreten ist, wird das in den nächsten Wochen auch nicht so schnell passieren", sagt der Ex-Weltmeister. "Außerdem hätte er ja nur solange Zeit, wie Felipe Massa fehlt." Und obwohl Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo derzeit für ein drittes Auto im kommenden Jahr kämpft, hält Lauda ein Schumi-Comeback auch 2010 für wenig realistisch. "Das ist absoluter Schwachsinn. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Michael sich noch einmal einen echten WM-Kampf antut. Dann hätte er ja gar nicht erst zurücktreten müssen." Sagt einer, der nach seinem ersten Rücktritt und zwei Jahren Formel-1-Abstinenz selbst noch einmal ins Steuer griff und Weltmeister wurde …
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