Formel 1: Schumi fast gesperrt
Skandal-Schumi fast gesperrt

Der Platzkampf von Michael Schumacher gegen Rubens Barrichello überschattete den GP Ungarn. Rennkommissar Derek Warwick forderte eine Schumi-Sperre für ein Rennen.
Michael Schumacher sorgte beim Großen Preis von Ungarn für Aufsehen. Nicht durch seine sportliche Leistung, sondern durch ein fragwürdiges Manöver, mit dem er seinen zehnten Platz gegen Williams-Pilot Rubens Barrichello zu verteidigen versuchte – und diesen dabei fast in die Boxenmauer schickte. Wie AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr, forderte Rennkommissar Derek Warwick die Sperre Schumachers für ein Rennen. Diese konnte er aber nicht durchsetzen. Der Mercedes-Pilot wird stattdessen beim nächsten Lauf, dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps am 29. August, um zehn Startplätze zurück versetzt.
Schumachers Aggressivität war Warwick bestens bekannt
Damit wurde Schumacher einmal mehr von seiner Vergangenheit eingeholt. Denn mit dem ehemaligen Formel-1-Ass Derek Warwick gehörte ausgerechnet ein Rennfahrer zu den vier Rennkommisssaren von Budapest, der den Killerinstinkt des Kerpeners schon einmal am eigenen Leib zu spüren bekam. Es war im Training zur Gruppe-C-Sportwagenweltmeisterschaft auf dem Nürburgring 1991. Der damals 22 Jahre alte Mercedes-Junior Michael Schumacher sah sich von einem die Meisterschaft souverän anführenden Jaguar-Sportwagen behindert. Und machte seinen Unmut darüber mit einem Gegen-Manöver hart am Rande der Tätlichkeit deutlich. Der Jaguar-Pilot, Derek Warwick, schoss schäumend vor Wut an die Box, riss sich Sicherheitsgurte und Helm runter, rannte pfeilgerade zu den Mercedes-Trucks, wohin sich Schumacher bereits verzogen hatte. Die Nerven Warwicks, dessen jüngerer Bruder Paul erst wenige Wochen zuvor bei einem Formel-3000-Unfall tödlich verunglückt war, lagen blank, als er Michael stellte und ihn anschrie. Warwick wenig später: „Ich war unmittelbar davor, ihm eine zu verpassen.“ Doch Schumacher wollte damals schon nichts davon gemerkt haben, wie er den Briten abgedrängt hatte.
Lauda: „Saugefährlich, unfair, unvernünftig, unerklärlich!“
Bild: xpb.cc
Barrichello geschockt
Rammstoß gegen Villeneuve
Genau das ist der Punkt. Denn solche Manöver ziehen sich wie ein roter Faden durch Schumachers Karriere. Angefangen in der Gruppe C 1991, über den Abschuss von Damon Hill im WM-Finale von Adelaide 1994 und den Rammstoß gegen Jacques Villeneuve 1997 bis hin zur Parkaffäre in Monte Carlos Rascasse 2006. Im rückblickenden Gespräch mit ABMS hatte Jacques Villeneuve gerade erst im vergangenen Jahr seinen Angriff auf Schumacher in Jerez 1997 so erklärt: „Natürlich bin ich viel zu schnell in die Kurve hineingestochen, aber ich wusste ganz genau, dass er mich rammen würde. Das hatte er im Formel-3-Rennen 1990 in Macao genauso mit Mika Häkkinen gemacht. Und ich hatte Recht!“
Schumacher hat Killerinstinkt nicht verloren

Service-Links
