Formel 1: Sebastian Vettel im Exklusivinterview
Beim Motorradfahren fühle ich mich frei

Am Sonntag startet in Australien die neue F1-Saison und für Sebastian Vettel einmal mehr die Mission Titelverteidigung - vorab stand der Red-Bull-Pilot im Exklusivinterview Rede & Antwort.
Bild: Privat
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
Herr Vettel, macht Ihr Sport Sie glücklich?
Sebastian Vettel (26): Absolut. Der Moment auf dem Podium, wenn die Leute dir zujubeln, das ist ein ganz besonderer. Wobei: Auf Kommando glücklich sein fällt mir schwer. Vielmehr ist der Weg das Ziel. Der Sieg ist nur das Ergebnis von dieser harten Arbeit. Was mich am meisten antreibt, ist die Herausforderung, die jeder neue Tag an einen stellt. Die Anspannung am Morgen vor dem Rennen, wenn ich vom stillen Örtchen gar nicht mehr runterkomme, weil ich so nervös bin. Die Tage, die ich zu Hause habe, intensiv trainiere, die Quälerei. Dieser Weg zum Erfolg ist das wahre Glück. Und wenn der mit dem Sieg gekrönt wird, ist das dann eine andere Form von Glück.
Das heißt, es gibt verschiedene Arten von Glück. Nicht nur die sportlichen Momente...

Auch in der Freizeit immer voll am Gas: Sebastian Vettel auf zwei Rädern.
Sie fahren zum Beispiel auch gerne Motorrad. Was lieben Sie daran so sehr?
Sebastian Vettel: Dass man viel freier ist. Man bekommt viel mehr mit von Luft, Land und Leuten, kann jederzeit anhalten und kurz mal absteigen. Außerdem kann man überall parken - ist also viel unkomplizierter unterwegs als mit dem Auto. In den Bergen und auf dem Motorrad kann ich meine Gedanken wegdriften lassen. Diese Freiheit spüre ich sonst nur noch im Formel-1-Auto.
Reizt Sie im Formel-1-Auto besonders der Rausch der Geschwindigkeit?
Sebastian Vettel: Ja, denn grundsätzlich spielt Geschwindigkeit in meinem Leben eine Hauptrolle. Nach einem Tag der Entspannung habe ich meistens genug. Ich bin gesund und liebe es Sport zu treiben. Ich fahre mit allem, was einen Motor hat. Natürlich passt man auf. In den Sommerferien bin ich gerne im Wasser... oder ich fahre in die Berge. Da kann ich dann super entspannen.
2013 konnten Sie trotz vieler Siege kaum entspannen, sondern mussten sich sogar mit Pfiffen auseinandersetzen.

Faszination Technik: Das Schrauben an den alten Kisten hat es dem Weltmeister angetan.
Man kann das ja auch positiv sehen: Ist Neid nicht gleichzeitig ein Lob für sie?
Sebastian Vettel: In gewissem Sinne schon. Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt. Wer will schon der sein, der schon wieder ausgefallen ist oder Pech hatte? Und den die Leute deshalb lieben. Ich jedenfalls nicht. Da sitze ich doch lieber im Auto und gewinne.
Aber Sie sehen es nicht als Selbstverständlichkeit an...
Sebastian Vettel: Auf keinen Fall, das wäre schlimm. Ich habe viel zu viel Respekt vor meinen Konkurrenten. Ich fahre nicht los, klappe das Visier herunter und bin gleich überzeugt davon, dass mich niemand schlagen kann. Man muss immer damit rechnen, dass es jemanden gibt, der besser ist. Fahrer, die mich an meine Grenzen treiben. Also versuche ich immer alles zu geben und wenn dieses alles dann am Ende reicht, macht mich das glücklich.
Das ganze Interview lesen Sie im SPORT BILD Sonderheft Formel 1.
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