Formel 1: Stallorder bei Mercedes
Gentleman Rosberg

Nico Rosberg hatte in Monaco mit Problemen zu kämpfen und ließ auf Teamanweisung Lewis Hamilton durch. Dieser bedankte sich - und zwar mit dem Sieg.
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- Frederik Hackbarth
Für Nico Rosberg war es ein bitterer Sonntag: Dreimal hatte er zuletzt in Monaco gewonnen, 2016 reichte es nur zu Rang sieben. Ein herber Rückschlag auch im WM-Kampf mit Lewis Hamilton, der nun wieder deutlich offener erscheint. Besonders hart für den WM-Leader: Schon im ersten Renndrittel musste er seinen Stallrivalen auf Anweisung des Teams durchlassen. Doch was war passiert? „Viel schmerzhafter als das Durchlassen war das Gefühl mit dem Auto zu Beginn im Regen. Ich hatte null Vertrauen, musste mich vom Limit fernhalten, um nicht in der Mauer zu hängen“, erklärt Rosberg. Schnell war ihm klar: „Um den Sieg kann ich so nicht fahren.“ Die Teamorder sei anschließend nur die logische Konsequenz gewesen.
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Rosberg konnte die Pace der Gegner nicht mitgehen
„Also mussten wir den Call machen“, ergänzt Wolff – und lobt im gleichen Atemzug: „Es ist wirklich tolles Teamork von Nico, dass er mitgespielt hat. Denn es ist in seiner Situation aus dem Cockpit heraus ja nicht einfach, zu verstehen, was los ist und warum es Sinn macht.“ Trotzdem machte der Deutsche „ohne Nachfragen sofort Platz“, erzählt Wolff. Rosberg selbst räumt ein: „Das war richtig, sonst hätte das Team in Monaco nicht den Sieg geholt.“ Dass er damit in der WM aber auch seinem größten Konkurrenten geholfen hat, tut Rosberg „natürlich weh“. 24 Punkte hat er nach Monaco nur noch Vorsprung – davor waren es 43. „Daran denke ich nicht. Ich weiß nicht mal, wie viele Punkte ich noch vorne bin. Ich war hier, um mein Heimrennen zu gewinnen. Das hat nicht geklappt“, lautet seine nüchterne Einschätzung.
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Ungewohntes Bild: Eine Umarmung der Silberfeinde
„Ich wusste zwar, dass es ein Problem bei ihm geben muss, weil ich viel schneller fahren konnte – aber was es war, das habe ich erst nach dem Rennen erfahren“, sagte der strahlende Sieger vom Sonntag. Bei den Fahrerinterviews nach dem Grand Prix in der Teamunterkunft von Mercedes war Hamilton ungewöhnlicherweise extra früher erschienen und lauschte, wenn auch am Handy spielend, während Rosberg über seine Probleme berichtete. Als der Deutsche das Mikro übergab, bedankte sich Hamilton mit einer Umarmung für den fairen Umgang auf der Strecke zwei Stunden zuvor. Nach dem Crash vor genau zwei Wochen in Barcelona ein ungewohntes Bild, das auch an der scheinbar neugewonnenen Lässigkeit des Lewis Hamilton liegt.

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