Formel 1, Teamkollegen, Stallkrieg
Das ist der perfekte Formel-1-Teamkollege

Die Topteams der Formel 1 stellen sich fahrerisch neu auf. Sergio Pérez könnte für Red Bull ein wichtiger Baustein werden. Das lehrt die Geschichte.
Bild: Hersteller
- Michael Zeitler
Eine Binsenweisheit der Formel 1: Der Teamkollege ist der erste Fahrer, den du schlagen musst. Nur er hat (in der Regel) dasselbe Material, dasselbe Team, dieselben Voraussetzungen. Wer verliert, hat keine Ausreden.
Doch wer Weltmeister werden will, braucht dafür auch den richtigen Teamkollegen. Keine Frage: Der Red Bull-Honda war 2020 keinesfalls dazu in der Lage, Mercedes und Lewis Hamilton die Stirn zu bieten. Aber wenn Red Bull Mercedes in diesem Jahr wirklich näher rücken sollte, dann muss Sergio Pérez mehr liefern als Alex Albon im Vorjahr. Sonst hat Max Verstappen kaum eine Chance gegen Lewis Hamilton.
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Ein Teamkollege ist also nicht immer nur Gegner Nummer eins, sondern manchmal auch eine wichtige Stütze im Titelkampf. Ist der Teamkollege zu stark, kann das im bitterbösen Stallkrieg enden und am Ende die WM kosten. Ist der Teamkollege zu schlecht, ist das ebenfalls ein Nachteil im WM-Kampf. Für beide Varianten bietet die Formel-1-Historie konkrete Beispiele.
Williams und McLaren scheitern am Stallkrieg

Der legendäre McLaren-Stallkrieg zwischen Ayrton Senna und Alain Prost
Bild: McLaren/Twitter
Natürlich gibt es Beispiele, an deren Ende es trotz Teamduell für den WM-Titel gereicht hat. Zum Beispiel 1988 und 1989 im legendären McLaren-Stallkrieg zwischen Ayrton Senna und Alain Prost. Oder 2014 und 2016 im Krieg der Sterne bei Mercedes zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Doch in beiden Fällen hatten die Beteiligten ein völlig überlegenes Fahrzeug. Sobald ein Team in Schlagdistanz ist, wäre eine solche Fahrerpaarung zum Scheitern verurteilt. Nico Rosberg nahm Lewis Hamilton 2016 zum Beispiel 37 Punkte ab, umgekehrt Hamilton Rosberg 48 Zähler. Nur weil Daniel Ricciardo als WM-Dritter mehr als 120 Punkte Rückstand auf beide hatte, konnte der Titel für Rosberg und Mercedes gerettet werden.
Williams war 1986 nicht so überlegen. Dafür bekriegten sich Nigel Mansell und Nelson Piquet bis aufs Blut. Mansell klaute Piquet elf Punkte, Piquet Mansell deren neun. Am Ende wären diese Punkte wichtig gewesen, weil Mansell nur zwei, Piquet nur drei Zähler auf Weltmeister Alain Prost fehlten.

Lewis Hamilton und Fernando Alonso
Bild: McLaren
Massa kostet Alonso 2010 die WM
Das Beispiel Red Bull 2020 zeigt dagegen, dass ein zu schlechter Teamkollege erst recht keine Hilfe ist. Alex Albon war nicht ein einziges Mal vor Lewis Hamilton in den Punkten platziert und nahm dem Weltmeister somit keine Punkte ab. Der Abu Dhabi-GP machte deutlich, wie wichtig ein schneller Teamkollege auch strategisch ist. Weil Albon ausnahmsweise das Tempo der drei Topstars mitging, konnte Mercedes die Strategie der Fahrer nicht splitten. Daher konnte Mercedes nie einen ernsthaften Taktikpoker wagen, um Max Verstappens Sieg doch noch zu gefährden.
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2010 hat Red Bull wegen einer ausgeglichenen Fahrerpaarung die Weltmeisterschaft gewonnen. Während Sebastian Vettels Teamkollege Mark Webber dem ärgsten Verfolger Fernando Alonso immerhin 24 Punkte abnehmen konnte (am Ende fehlten Alonso ja nur vier Zähler), kam Alonsos Stallgefährte nur selten vor Vettel ins Ziel. Massa klaute Vettel nur neun Zähler. Paradebeispiele, wie sehr Webber eine Hilfe für Vettel war, zeigen die Grands Prix in Spanien und Ungarn. Hier war Alonso vor Vettel platziert, aber immerhin gewann jeweils Webber den Grand Prix. So holte sich Alonso nur jeweils drei Punkte mehr als Vettel statt deren sieben. Schon das sicherte dem Deutschen den Titel. Natürlich hat Webber auch Vettel Punkte abgenommen, aber nur 15, das sind weniger als Alonso.

Mark Webber und Sebastian Vettel
Bild: Red Bull Content Pool
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