Formel 1: Die besten Bilder vom Österreich Grand Prix in Spielberg

Formel 1: Verstappen darf Sieg behalten

Ferrari verzichtet auf Protest

Die Untersuchung gegen Max Verstappen hat keine Folgen, er bleibt der Sieger in Spielberg. Chronologie und Reaktionen zum Urteil.
Auf der Strecke war Max Verstappen am Sonntag in Spielberg ganz schnell, nach dem Rennen brauchte der Holländer allerdings Geduld. Es dauerte bis kurz vor 8 Uhr abends, ehe die FIA den Sieg des Red-Bull-Piloten in Österreich bestätigte.
Im offiziellen Urteilsspruch der Kommissare um Fahrer-Steward Tom Kristensen hieß es: "Am Ausgang von Kurve drei kam es zum Kontakt zwischen Auto 33 (Verstappen) und Auto 16 (Leclerc). Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände haben wir nicht feststellen können, dass ein Fahrer ganz oder hauptsächlich schuld an dem Vorfall ist. Wir stufen ihn deshalb als Rennunfall ein."
Verstappen anschließend happy: "Die letzten drei Stunden waren sehr stressig. Sie haben die richtige Entscheidung getroffen, auch für den Sport." Auch unter den Fahrerlager-Experten sorgte das Urteil für Beifall. Ex-Weltmeister Nico Rosberg schrieb bei Twitter: "Das wollen wir sehen! Die F1 braucht großartiges Racing und weniger Strafen!" Alfa-Romeo-Ersatzpilot Marcus Ericsson kommentierte: "Sehr interessante, wichtige und vor allem richtige Entscheidung im Sinne des Sports und der F1. Ich hoffe und wünsche, dass das bedeutet, ähnliche Situationen werden in Zukunft genauso behandelt."
Doch bis sich die FIA zum Freispruch für Verstappen durchrang, spielten sich in Spielberg kuriose Szenen ab. AUTO BILD MOTORSPORT hat die Chronologie:
Für 18 Uhr hat die FIA eine Anhörung zur Kollision zwischen Sieger Verstappen und dem Zweitplatzierten Leclerc in der 69. von 71 Rennrunden angeordnet. Eine halbe Stunde geht das Meeting, dann kommen erst Leclerc, anschließend Verstappen von den Stewards. Zu vermelden gibt es da noch nichts...
Anschließend geht das lange Warten los. Immer wieder kursieren Falschmeldungen, Leclerc habe den Sieg zugesprochen bekommen – ein entsprechend gefälschtes Dokument der Rennleitung schafft es sogar in eine offizielle Nachrichtengruppe der FIA.
Verstappen verschanzt sich mit seinem Anhang um Vater Jos in der Energystation. Wenig später verlassen Red-Bull-Oberboss Didi Mateschitz und Berater Helmut Marko das Fahrerlager. 
Als auch Leclerc das Fahrerlager verlässt, folgt ihm eine Schar Kameras. Um 19.27 steigt er in seinen silbernen Dienst-Ferrari, will abfahren - nur, um kurze Zeit später zurückbeordert zu werden. 

Am Ende durfte Verstappen in der Boxengasse feiern

Wenig später wird aber klar: Verstappen behält seinen Sieg. Während Leclerc enttäuscht das Ferrari-Motorhome verlässt, rennt Verstappen aus der Energystation in die Boxengasse, feiert dort mit seinem Team und den wartenden Fans seinen nun offiziell bestätigten Sieg.
Scuderia-Teamchef Binotto stellt sich unterdessen der Presse. "Ferraris Meinung und Position ist, dass es sich um eine falsche Entscheidung handelt", sagt der Italiener. Begründung: "Wir glauben, dass Charles genug Platz gelassen hat. Er hat nichts falsch gemacht, es kam aber zur Kollision und er wurde von der Strecke gedrängt. Wir glauben, dass die Regeln klar sind – ob sie einem gefallen oder nicht – und dass genau diese Regeln auch in den letzten Rennen angewendet wurden."
Binotto bemängelt damit Inkonstanz bei den Entscheidungen, räumt aber auch ein: "Die Fahrer sollten freier kämpfen dürfen. Auch wenn wir mit der Entscheidung heute nicht einverstanden sind, verstehen wir, dass sie gut für die Formel 1 ist." Aus diesem Grund verzichtet Ferrari auch auf die Möglichkeit, Protest einzulegen. "Wir machen das nicht - zum Wohle des Sports", sagt Binotto.
Damit steht fest: Größerer Schaden für das ohnehin angekratzte Image der Formel 1 bleibt der Königsklasse mit dem Urteil von Spielberg erspart. Die Kritik nach den Vorfällen um Sebastian Vettel in Kanada und den Wunsch nach härterem Racing haben sich die Regelhüter scheinbar zu Herzen genommen. Als fader Beigeschmack bleibt allerdings, dass am Ende gleich zweimal Ferrari der Leidtragende ist.
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Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / F1 TV

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