Seine Auftritte als strahlender Sieger an privilegierten Orten erinnern an eine glamouröse Welttournee der Rolling Stones mit Frontmann Mick Jagger als Eroberer. So sieht es jedenfalls Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber: „Er ist der Fahrer, der liefert. Wenn der Vorhang aufgeht, tanzt er. Er geht raus auf die Bühne und macht es.“
In der Tat:  Max Verstappen (25) rockt die Formel-1-Welt und ist nicht zu stoppen. Miami, Monaco, Barcelona, Montreal, Spielberg, Silverstone, Budapest, Spa: acht Rennen, acht Siege in Folge. Am Sonntag steht nun das Heimspiel des niederländischen Volkshelden an.
In Zandvoort könnte der Doppelchampion den neunten Erfolg ohne Pause dranhängen – und damit Sebastian Vettel eine alleinige Bestmarke abluchsen. Denn der Heppenheimer hat 2013 ebenfalls im Red Bull als bisher einziger Pilot neun Rennen am Stück gewonnen.
Ex-Teamkollege Webber glaubt, dass der Rekord des Deutschen fallen wird – wenn die Technik hält. „Ich denke, dass ihn nur Zuverlässigkeits-Probleme stoppen können“, sagt Webber bei formula1.com. Dass Verstappen die Bestmarke auch noch bei seinem Heimrennen einstellen kann, findet Webber „außergewöhnlich“.
Max Verstappen rast 2023 von Rekord zu Rekord.
Bild: Red Bull Content Pool

Dabei betont der Australier, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, so zu dominieren wie Red Bull und Verstappen. „Ich glaube, es ist hart für die Menschen, dieses Level der Dominanz zu verstehen. Wie viel Arbeit und Aufwand dort reinspielt. Und das ist auch das Thema: Man muss den Leuten Lob zollen, wo sie es sich verdient haben.“
Webber muss es wissen: Er hat von 2010 bis 2013 an der Seite von Sebastian Vettel erlebt, wie ein Team und ein Fahrer die Konkurrenz und den Teamkollegen alt aussehen lassen – und zieht deshalb den Hut vor Verstappen. Denn: „Es gibt so viele Möglichkeiten, Fehler zu machen ... ob es Boxen-Stopps, die Zuverlässigkeit oder Fahrfehler sind.“ Deshalb sei der aktuelle Lauf Verstappens „einer für die Geschichtsbücher“.
Fest steht: Auch wenn Verstappens Arbeitsgerät das beste im aktuellen Formel-1-Feld ist; Verstappens Chef Helmut Marko (80) glaubt ähnlich wie sein Ex-Fahrer Webber, dass sein siegender Holländer den Unterschied macht. Der Red-Bull-Chefberater zu Auto Bild: „Max ist unglaublich, keiner kann im Moment mit ihm mithalten. Ich persönlich habe noch nie eine solche Überlegenheit eines Fahrers erlebt. Er gehört jetzt zu den größten aller Zeiten seines Sports. Es macht mich stolz, diese Phase mitzuerleben.“