Mercedes-Pilot Kimi Antonelli ist der neue Shootingstar, Lewis Hamilton gewinnt wieder mit Ferrari – doch die Zukunft von Max Verstappen steht weiterhin im Mittelpunkt aller Spekulationen in der Formel 1.
Bleibt er bei Red Bull? Wechselt er das Team? Oder hört er sogar ganz auf? Diese Fragen dominieren derzeit das Fahrerlager. Klar, dass auch Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies vor dem Österreich-GP Stellung zu seinem Superstar beziehen musste. Das Problem: Er räumt ein, dass Verstappen seinen Verbleib an klare Voraussetzungen knüpft.
„Max hat uns klargemacht, dass er mit dem Team weitermachen möchte“, erklärt Mekies in Spielberg. Gleichzeitig betont er: „Es ist ganz einfach, und es hat sich nicht geändert: Max will ein schnelles Auto, und wir arbeiten Tag und Nacht, um ihm einen besseren Rennwagen zu geben. Nicht das Gerede im Fahrerlager spielt eine Rolle, sondern das, was auf der Strecke passiert.“

Verstappen beginnt an Red Bull zu zweifeln

Genau da liegt allerdings das Problem. Nach vier WM-Titeln in Folge von 2021 bis 2024 und dem knapp verpassten fünften Titel 2025 steckt Red Bull inzwischen in einer sportlichen Krise. Nach sieben Saisonrennen liegt das Team in der Konstrukteurs-WM nur auf Rang vier, Verstappen hat in der Fahrerwertung bereits 101 Punkte Rückstand.
Bleibt Verstappen bei Red Bull? Wechselt er das Team? Oder hört er sogar ganz auf?
Bild: Red Bull Content Pool
Noch schwerer wiegt: Red Bull kämpft seit mittlerweile drei Jahren mit Balanceproblemen. Eine nachhaltige Lösung scheint nicht in Sicht – eher im Gegenteil. AUTO BILD gewinnt zunehmend den Eindruck, dass Verstappen nicht mehr uneingeschränkt daran glaubt, dass die aktuellen und zukünftigen Autos unter den derzeitigen Entscheidern wieder dauerhaft siegfähig werden.

Verstappen hat Leistungsklauseln im Vertrag

Das hat direkten Einfluss auf seine Zukunft. Offiziell besitzt der viermalige Champion noch einen Vertrag bis Ende 2028. Im Fahrerlager wird allerdings seit Monaten über leistungsabhängige Ausstiegsklauseln spekuliert.
Zuletzt hieß es, Red Bull wolle Verstappen diese Klauseln für kolportierte acht Millionen Euro abkaufen. Dafür wurde eigens ein Treffen mit den Red-Bull-Granden Oliver Mintzlaff, Mark Mateschitz und Chalerm Yoovidhya in Österreich angesetzt. Wie AUTO BILD erfuhr, hatte Verstappen bis Freitag in Spielberg Zeit, das Angebot anzunehmen. Tat er aber nicht.

Spekulationen um McLaren-Wechsel

Heißt auch: Formell hat sich Verstappen bislang nicht langfristig zu Red Bull bekannt und kann sich weiter auf dem Fahrermarkt mehr oder weniger frei bewegen. Erst in Spielberg kamen Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu McLaren und einen Cockpit-Tausch mit Oscar Piastri auf.
AUTO BILD erfuhr zudem: Bis Ende September könnte Verstappen seine Ausstiegsklausel ziehen – zumindest dann, wenn er bis dahin nicht mindestens Zweiter in der WM ist.
Für Red Bull erhöht das den Druck zusätzlich. Das Team muss möglichst schnell wieder konkurrenzfähig werden, um seinen Superstar dauerhaft halten zu können.

Red-Bull-Update soll die Wende bringen

Die Hoffnungen ruhen deshalb auf einem umfangreichen Update-Paket, das in Spielberg erstmals zum Einsatz kommt. „Dieses Wochenende ist ein wichtiger Schritt, um wieder näher an die Spitze zu kommen“, sagt Mekies.
Wunder erwartet der Franzose allerdings nicht sofort: „Das Paket ist sehr umfangreich. Es wird Zeit brauchen, bis alles optimal funktioniert.“ Verstappen selbst ist laut Mekies tief in die Entwicklungsarbeit eingebunden. Der Niederländer analysiert das Verhalten des RB22 intensiv und liefert wichtige Rückmeldungen an die Ingenieure.
Von regelmäßigen Gesprächen über einen möglichen Abschied will Mekies dennoch nichts wissen. „Wir fragen Max nicht jede Woche, ob er bleibt.“
Fest steht: Verstappen steht nur zu Red Bull, solange das Team ihm ein Auto liefert, mit dem er um Siege und Titel kämpfen kann. Die kommenden Wochen könnten deshalb richtungsweisend für die gemeinsame Zukunft werden.
Allein: Es gibt einen entscheidenden Unterschied in der Sichtweise der Beteiligten: Während die Red-Bull-Entscheider eher optimistisch in die Zukunft blicken, schaut Verstappen mit seinem Umfeld deutlich skeptischer auf das, was noch kommt.