Formel 1: Verstappens Mega-Dominanz
Montoya nicht beeindruckt: "Max hat das beste Auto"

Max Verstappen dominiert aktuell die Formel 1, für Juan Pablo Montoya ist das aber nichts Besonderes. Er redet die Leistung des Red-Bull-Stars klein.
Bild: Red Bull
- Frederik Hackbarth
Er galt als knallharter Racer und war Anfang der 2000er Jahre im BMW-Williams einer von Michael Schumachers größten Gegnern: Juan Pablo Montoya. Die Formel 1 verfolgt der Kolumbianer heute noch mit großem Interesse, nicht nur weil sein Sohn Sebastián dieses Jahr mit der Formel 3 im Rahmenprogramm der Königsklasse unterwegs ist.
Doch obwohl sein Sprössling selbst im Juniorenkader von Red Bull fährt, findet 'JPM' die aktuelle Dominanz von Weltmeister Max Verstappen weit weniger beeindruckend als die meisten anderen Experten im Fahrerlager:

Ex-F1-Star Juan Pablo Montoya (l.) kümmert sich mittlerweile um die Rennkarriere von Sohn Sebastián
Bild: Formula 3
"Max macht derzeit einen sehr guten Job und wirkt genauso unbesiegbar wie einst Lewis Hamilton, als er alles gewann", lobt Montoya den Niederländer zwar, er betont aber auch: "Es gibt etwa sieben oder acht Fahrer, die in diesem Auto auch Weltmeister wären, wenn er nicht dort wäre: Checo (Perez; d. Red.), Hamilton, Sainz oder Leclerc, sie alle könnten Champion sein."
Auch auf McLaren-Star Lando Norris hält Montoya offenbar große Stücke: "Er ist sehr talentiert und McLaren hat sich zuletzt deutlich verbessert. Aber im Red Bull wäre Lando wahrscheinlich Weltmeister", sagt der siebenfache Grand-Prix-Sieger im Gespräch mit dem kolumbianischen Nachrichtensender SemanaTV.
Verstappens Leistung einzuordnen, oder ihn sogar schon auf eine Stufe mit den Größten des Sports zu stellen, fällt Montoya deshalb schwer: "Er ist ein sehr guter Fahrer, aber er sitzt auch im besten Auto. Sein Speed ist nicht besser als vor zwei Jahren, wahrscheinlich war er da schon genauso schnell. Nur hat er jetzt den besten Wagen", so Montoya.

Max Verstappen dominiert die F1-Saison 2023 nach Belieben
Bild: Red Bull
Der 47-Jährige glaubt: "Es geht in diesem Sport ums Timing, nicht nur für den Fahrer, sondern auch was das Material angeht, das ihm zur Verfügung steht. Mit diesen Regeln hat Red Bull das beste Paket. Aber wenn sich die Regeln plötzlich ändern, haben sie es vielleicht nicht mehr." Soll heißen: Dann könnte Verstappen seine Klasse nochmal anders unter Beweis stellen...
Allein: So sehr der Blick auf die nackten Zahlen offenbart, dass Montoya richtig liegt in Bezug auf Red Bulls erdrückende Dominanz mit dem RB19 (bisher alle Rennen gewonnen, in der Team-WM mehr als doppelt so viele Punkte wie der WM-Zweite Mercedes), so sehr hinkt sein Vergleich bezüglich Verstappen und Perez: Der Mexikaner hat bei gleichem Material zur Sommerpause 125 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen - während er nur zwei Rennen für sich entscheiden konnte, gewann der Niederländer deren zehn.
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