Formel 1: Neue F1-Autos 2019 – Ferrari, Red Bull, Mercedes und Co.

Formel 1: Vettel Ferraris Nummer eins

Ferrari-Teamchef setzt auf Vettel

Unsere Reporter haben Sebastian Vettel bei der Präsentation des Ferrari SF90 genau beobachtet. Hier schreiben Ralf Bach und Bianca Garloff über ihre Erkenntnisse
Ist es ein gutes Zeichen? Bei der Sitzordnung während der Präsentation des SF90 saß Sebastian Vettel (31) ganz vorne. Im feinen schwarzen Ferrari-Zwirn mit Ferrari-Krawatte aber wildem Vollbart, der den festlichen Rahmen etwas sprengte (sprengen sollte?) war sein direkter Sitznachbar Fiat-Chef John Elkann (42), den der Deutsche immer wieder diskret aus dem Augenwinkel beobachtete – als wollte er für sich wissen, was der Jungmanager, der seit dem Tod von Sergio Marchionne im Sommer vergangenen Jahres die Geschicke von Fiat und Ferrari bestimmt, für ihn jetzt bedeuten könnte.
Fest steht: Es ist vieles neu bei Ferrari und auch für den Deutschen. Es herrscht Aufbruchstimmung und das war auch bei der Präsentation deutlich zu spüren.
Neu ist beispielsweise Mattio Binotto (49), der in diesem Jahr vom Technikchef zum Teamchef befördert wurde. Anders als sein Vorgänger Maurizio Arrivabene ist Binotto kein Anhänger großer Worte. Der Techniker, der schon seit 25 Jahren bei Ferrari arbeitet, folgt auch bei seiner Rede der Philosophie, die er bei der Präsentation offen mitteilte: "Effizienz."
So sieht Vettels neue rote Göttin aus: Hier klicken.
Heißt auch: die Strategie für 2019 ist klar. Sebastian Vettel ist endlich die klare Nummer eins. "Wenn im ersten Teil der Saison gewisse Situationen auftreten, dann heisst unsere Priorität Sebastian", sagt Binotto und macht damit auch klar, dass es ein Fehler war, den Deutschen 2018 gegen Kimi Räikkönen kämpfen zu lassen. Binotto: "Das ist ganz normal. Sebastian soll uns zum Titel führen. Er muss nichts mehr beweisen. Charles muss noch viel lernen, das sagt er selber. Das ist also keine Benachteiligung von Leclerc, das ist Chancenoptimierung für Ferrari."
Klar ist schon jetzt: Der Italiener ist ein ganz anderer Teamchef als Maurizio Arrivabene, erinnert eher an Stefano Domenicali, mit dem er jahrelang Seite an Seite gearbeitet hat.
Entsprechend lobt Binotto seinen deutschen Piloten, macht aber gleichzeitig Druck: "Ganz besonders war es für uns, als wir mit Sebastian 2018 Silverstone gewannen. Denn ein Erfolg in Silverstone zeigt, wie gut ein Auto in seiner Gesamtperfomance funktioniert. Ich kann mich auch noch gut erinnern, mit welcher Leidenschaft er in Österreich mit zwei Rädern auf dem Gras überholt hat. Das“, lächelt der große Mann mit der runden Brille, „erwarten wir auch in dieser Saison wieder von ihm."

Vettel und Binotto sind sich einig: Der WM-Titel ist das Ziel.

Beim Anblick des neuen Autos kam dann auch das gewohnte Lächeln zurück auf das bärtige Gesicht des Heppenheimers. "Die Stimmung im Rennstall stimmt. Das neue Auto ist ein Ergebnis des Aufbaus in den vergangenen Jahren. Ich habe es Ende vergangene Saison zwar langsam wachsen sehen, aber erst heute sehe ich es an einem Stück. Ich kann es kaum erwarten, endlich einzusteigen."
Er muss nicht lange warten. Vettel wird am Montag bei den Tests in Barcelona als erster Ferrari-Pilot mit dem SF90 fahren. Das zweite Mal am Mittwoch. Leclerc muss bis Dienstag warten und ist dann am Donnerstag wieder an der Reihe. Zumindest ist das ein gutes Zeichen, dass Binotto seine Worte ernst meint, denn traditionell gibt Ferrari bei den ersten Tests immer seinem Vorzeige-Jockey die Gelegenheit, das neue Rennpferd als Erster zuzureiten.
Fest steht: Dem Schriftzug "Mission winnow" (Mission: JETZT SIEGEN) sollen jetzt Taten folgen, da sind sich Vettel und sein neuer Teamchef einig: "Ziel ist der WM-Titel", sagen beide. Und wenn es nach Binotto geht, soll auch bei Vettel das Feuer neu entfacht werden. "Wenn wir die kommende Saison in Angriff nehmen, dann wollen wir den Sport auch wieder genießen können", betont er. "Dieses Element hat in den letzten Jahren vielleicht gefehlt." Besonders Sebastian Vettel.

Einsatzplan bei den ersten Wintertests

Ferrari
18./20. Februar: Sebastian Vettel
19./21. Februar: Charles Leclerc
Red Bull 
18./20. Februar: Max Verstappen
19./21. Februar: Pierre Gasly
Toro Rosso
18./20. Februar: Daniil Kvyat
19./21. Februar: Alex Albon
Haas
18. Februar: Romain Grosjean
19. Februar: Kevin Magnussen
20. Februar: Romain Grosjean, dann Pietro Fittipaldi
21. Februar: Pietro Fittipaldi, dann Kevin Magnussen
18./20. Februar: Carlos Sainz
19./21. Februar: Lando Norris
Racing Point
18./20. Februar: Sergio Pérez
19./21. Februar: Lance Stroll
Mercedes, Renault, Alfa Romeo-Sauber und Williams haben ihre Pläne noch nicht bestätigt.

Formel 1: Neue F1-Autos 2019 – Ferrari, Red Bull, Mercedes und Co.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Ferrari

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