Formel 1: Bilder vom Japan GP

Formel 1: Vettel nimmt Ferrari in Schutz

„Werde Ferrari nicht verlassen“

Sebastian Vettel muss in Japan eine bittere Niederlage einstecken, der Titel ist so gut wie futsch – warum der Deutsche weiter an sein Team glaubt.
Wenn er ganz ehrlich zu sich selbst ist, weiß Sebastian Vettel: Heute ist die WM-Entscheidung gefallen. Der Mix aus Team- und Fahrfehlern kulminierte in der Löffel-Kurve des Suzuka Circuit und seiner Kollision mit Max Verstappen. Realistisch betrachtet ist der Titel für den Heppenheimer mit 67 Punkten Rückstand vier Rennen vor Schluss nicht mehr drin.

Abschied? Von wegen! Vettel hat noch nicht fertig

Und realistisch betrachtet müsste Vettel bei Ferrari langsam verzweifeln. Vier Jahre kämpft er nun schon gegen die silberne Übermacht und schon zum zweiten Mal geht Ferrari im Endspurt die Puste aus. Chaos im Team, fehlende Unterstützung des Nummer-eins-Piloten, interne Machtkämpfe; Ferrari hat Mercedes den WM-Pokal fast schon kampflos überlassen. Die letzte Blamage gab's im Qualifying von Suzuka, als Ferrari als einziges Team Intermediate-Reifen aufzog - obwohl es noch gar nicht regnete.
Trotzdem stellt sich Vettel voll hinter die Scuderia und seinen Traum vom Titel in Rot: „Ich werde Ferrari nicht verlassen“, sagt er nach dem Japan GP, als ihn ein britischer Reporter ganz konkret danach fragt. „Ich bin Teil des Teams und will das auch sein, nichts anderes. Ich denke, wir haben viel Potenzial. Natürlich liefen die letzten Rennen nicht optimal für uns. Wir haben es Mercedes zu leicht gemacht. Trotzdem ist der Spirit innerhalb des Teams gut.“
Man muss dem Hessen glauben, wenn er anfängt vom Teamgeist zu schwärmen. Vettel: „Ich finde es ziemlich inspirierend. Wenn ich in die Garage komme, sind die Jungs immer noch heiß. Das hat definitiv geholfen. Wir wissen natürlich, dass es jetzt schwierig ist. Aber was haben wir noch zu verlieren? Wir geben alles und es gibt immer noch wichtige Dinge, die wir über das Auto lernen und verstehen können. Wir geben unser Bestes, um uns zu wehren.“

Beim Titeltraum in Rot ist für Vettel Geduld gefragt

Das klingt nach einer Kampfansage an Mercedes - egal ob für den Rest dieser oder nächste Saison. Immerhin: Nach seinem Missgeschick fuhr der Deutsche in Suzuka die schnellste Rennrunde. Auch das zeigt: Vettel gibt nicht auf.
Doch seinem Team fehlt die führende Hand. Teamchef Maurizio Arrivabene hatte gestern noch öffentlich gegen sein Team gewütet. Das erste Mal in der Geschichte Ferraris, das ein Rennleiter so etwas öffentlich macht. Heute sagt er: „Um es pragmatisch auszudrücken: Gestern war enttäuschend, das habe ich auch mehrmals klargemacht. Aber: Wir gewinnen und verlieren zusammen. Heute war das Podium wenigstens in unseren Händen, das Auto selbst mit den Schäden an beiden Autos ganz gut.“
Und: „Was die Zukunft betrifft: Ich weiß, dass die Situation unmöglich aussieht. Aber unser Job ist es manchmal auch das Unmöglich anzupacken. Das ist, was wir in den letzten vier Rennen machen und versuchen werden.“
Was Vettel beruhigen sollte: Selbst ein Michael Schumacher hat fünf Jahre Anlauf gebraucht, dann immerhin fünf WM-Titel mit den Italienern geholt. Allerdings hatte er mit Jean Todt auch einen starken Teamchef, der voll hinter ihm stand.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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