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Formel 1: Vettel nur Siebter in Frankreich

Gibt Vettel langsam auf?

Sebastian Vettel wird im Frankreich-Quali nur Siebter. Der Ferrari will nicht so wie er - und auch mit Teamkollege Charles Leclerc spitzt sich die Lage zu.
Sebastian Vettel (31) ist im Moment nicht zu beneiden. Nach dem gescheiterten Anhörungsversuch seines Ferrari-Teams am Freitag wurde einen Tag später das Qualifying zum Desaster für den Deutschen. Er verlor in doppelter Hinsicht: Als Siebter 1,4 Sekunden auf den Pole-Mann Lewis Hamilton - und er landete vier Plätze hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc, der damit das interne Qualifying-Stallduell gegen den Deutschen auf 2:6 verkürzen konnte.
Schlimmer aber: Vettel konnte sich den Rückstand nicht erklären. Zu AUTO BILD MOTORSPORT sagte er nach dem Training: "Im Prinzip fehlte mir der Grip und ich weiß nicht warum. Jedenfalls habe ich mich auf den härteren Reifen wohler gefühlt als auf den weichen in Q3."
Fakt ist: Im zweiten Qualifying-Abschnitt fuhr Vettel mit Medium-Pneus noch auf Mercedes-Niveau. Doch mit weicheren Reifen war er in Q3 chancenlos. Der Trend ist klar: Je weicher die Gummis, desto größer der Abstand auf Mercedes. Vettel: "Mercedes hat so viel mehr Abtrieb, dass die Reifen auf einer Runde länger halten."
Allein: Statt wie früher frustriert zu sein, zu fluchen, Frust abzulassen, wirkte Vettel immer noch gut gelaunt, als hätte er sich längst mit dem Schicksal abgefunden, das in dieser Saison heißt: Ferrari hat nicht den Hauch einer Chance, Mercedes zu schlagen.
Im Gegenteil: Je mehr Ferrari versucht, mit neuen Teilen das Auto schneller zu machen und die Rätselreifen von Pirelli besser zu verstehen, desto größer scheint der Rückstand zu Mercedes zu werden. Zwar sagte der Deutsche noch: "Im Rennen morgen wird unser Speed ein anderer sein." Doch der Satz wirkte eher wie aus dem Ausreden-Stehsatz heraus gekramt, als voller Inbrunst der Überzeugung.

Quersteher im Quali: Für Vettel läuft es nicht rund

Auch seine Förderer machen sich mittlerweile große Sorgen um den vierfachen Weltmeister. So stellt auch Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko desillusionierte Züge bei seinem Ex-Schützling fest: "Sebastian hat es alles andere leicht im Moment. Er muss gegen Mercedes im Prinzip mit stumpfen Waffen kämpfen. Und im eigenen Team muss er sich auch mit Dingen herumschlagen, die alles andere als erfreulich sind. Sebastian ist nicht der Typ und auch nicht gewohnt, innenpolitische Kämpfe zu führen."
Was Marko meint: Den Druck, den Leclercs Manager Nicolas Todt im Hintergrund bei Ferrari aufbaut, um seinen Schützling zu stärken und Vettel zu schwächen.
Fakt ist: Mit dem Bewusstsein dieser Unterstützung im Rücken lässt der Monegasse auch selbst keine Gelegenheit aus, Stimmung zu machen. Der Funkdialog im Qualifying spricht dabei Bände.
Leclerc, der sich von dem vor ihm fahrenden Vettel eingebremst fühlte, forderte Ferrari auf:  "Könnt ihr Seb bitte sagen, er möge das Tempo anziehen?" Vettel reagierte sofort extrem genervt: "Wie viel Abstand will er denn noch haben? Ich versuche hier nicht, ihn ausscheiden zu lassen. Das passt schon so."
Zwar ruderte besonders Leclerc später wieder zurück, doch kann man den spontanen Worten der Piloten in Rennsituationen eher Glauben schenken als den von den Presseabteilungen reingewaschenen Zitaten eine Stunde später.
Fest steht: Ob Vettel sich die für ihn verzwickte Situation noch lange antut, erscheint immer zweifelhafter. Gestern sagte er spontan nach der Ablehnung der Ferrari-Beweise: "Am besten, ich trete zurück." Erst nach drei Schocksekunden der anwesenden Journalisten beruhigte er alle Zuhörer, er habe nur gescherzt. Aber vielleicht steckte doch mehr Ernst als Spaß hinter der spontanen Aussage?
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Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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