Nach dem schwachen Qualifying und Startplatz 18 hatte Sebastian Vettel Punkte beim Ungarn GP nahezu ausgeschlossen, am Sonntag nimmt der Deutsche dann als Zehnter aber doch einen Zähler in die Sommerpause mit.
"Ich hatte ein spaßiges Rennen mit vielen Überholmanövern und Kämpfen, das war gut", freut sich Vettel im Ziel. Dabei wäre einer dieser Kämpfe am Start fast in die Hose gegangen: Williams-Pilot Alex Albon torpediert Vettel in Kurve zwei, die Kollision geht aber glimpflich aus. "Ich hatte Glück, dass ich nicht groß Schaden hatte. Danach war der erste Stint gut", verrät Vettel.
Probleme bereitet dem Deutschen aber sein zweiter Reifensatz. Vettel: "Da war die Balance dann bisschen falsch, das haben wir aber für den dritten Stint korrigiert und ab da war es viel besser." Die Konsequenz: Vettels Schlussattacke führt ihn bis in die Punkteränge - auch, weil Teamkollege Lance Stroll diesmal mitspielt: Der Kanadier hatte Vettel in Le Castellet in der letzten Runde noch unsanft abgeblockt, am Sonntag lässt er den Deutschen aber vorbei.
Vettel nimmt als Zehnter doch einen Zähler in die Sommerpause mit.

Vettel erklärt die strategische Entscheidung des Teams: "Ich dachte, ich habe die besseren Chancen Esteban (Ocon; d. Red.) noch abzufangen. Hat aber knapp nicht gereicht am Ende, weil dann noch das virtuelle Saftey-Car (nach Defekt von Valtteri Bottas; d. Red.) kam." Deshalb lautet Vettels Fazit nach dem Rennen: "Nicht perfekt, aber ganz gut." Vor allem das schwache Qualifying ist ihm im Rückblick ein Dorn im Auge.
"Wenn wir gestern einen besseren Tag gehabt hätten, hätten wir vielleicht sogar auf Platz acht fahren können, denn die beiden Alpines waren auf ihrer Einstopp-Strategie doch bisschen verwundbar." Für Vettel steht deshalb fest: "Unser Ziel muss es sein bessere Samstage zu haben. Da müssen wir jetzt unsere Hausaufgaben machen. Denn unsere Sonntage sind nicht so schlecht, da können wir stark sein haben und manchmal gute Pace, um andere Mittelfeldautos zu schlagen."

Schumacher fällt nach gutem Start zurück

Zu diesen gehört am Sonntag auch der Haas von Kumpel Mick Schumacher. Der zweite Deutsche im Feld verpasst als 14. klar die Punkte. Kleines Trostpflaster für Schumi Jr.: Immerhin landet er vor Teamkollege Kevin Magnussen, der sich schon im Startgetümmel den Frontflügel beschädigt und deshalb früh zum Wechsel an die Box muss. Vom neuen Update-Paket an seinem Haas kann der Däne danach nur noch wenig zeigen, wird schlussendlich 16.
Mick Schumacher verpasst als 14. klar die Punkte.

"Es war leider auch heute wieder schwieriger als erwartet", resümiert Schumacher nach dem Rennen. "Wir hatten gehofft, dass die harten Reifen besser funktionieren, haben sie aber nicht. Bei der Strategie haben wir da wohl in die falsche Richtung gezockt", sagt der 23-Jährige. Dabei war der Ungarn GP für ihn gut losgegangen, vom 15. Startplatz fährt Schumacher in der Anfangsphase bis auf die elfte Position nach vorne.
"Leider haben wir es danach aber nicht halten können, deswegen ist es am Ende nur Platz 14 geworden. Wir haben jetzt viel zum Analysieren und Verstehen, damit wir für Spa wissen wie das neue Paket funktioniert", sagt Schumacher. Beim Start aus der Sommerpause in Belgien soll auch er endlich die Upgrades am Haas erhalten. "Ich erwarte, dass unser Paket dort gut funktioniert", freut sich der Deutsche jetzt schon auf das nächste Rennen in vier Wochen.

Von

Frederik Hackbarth