Formel 1: Vettel überholt Hamilton
Vettel Boxen-Opfer, Hamilton Hitze-Opfer

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton verpassen in Spielberg aus unterschiedlichen Gründen beide das Podium - und liefern sich ein Duell auf der Strecke.
- Frederik Hackbarth
Im ganzen Wirbel um das Duell zwischen seinem Teamkollegen Charles Leclerc und Max Verstappen, ging am Sonntag in Spielberg die Aufholjagd von Sebastian Vettel fast ein wenig unter. Der Deutsche raste von Startplatz neun noch auf die vierte Position vor.
Und es hätte noch mehr drin sein können im starken Ferrari, wäre die Scuderia bei Vettels erstem von zwei Boxenstopps fehlerfrei geblieben. "Ein paar Sachen hätten heute nicht passieren dürfen. Wir hatten ein Problem mit dem Funk, zwischen dem Kommandostand und der Boxencrew", erklärt Vettel. Die Konsequenz: "Deshalb hat es mit den Reifen länger gedauert, weil sie nicht da waren. Das hat uns natürlich zurückgeworfen."
Weil sich Ferrari auf den härteren Reifen anschließend schwer tut, die Temperaturen zu managen, setzt Vettel als einziger Top-Pilot auf eine alternative Zwei-Stopp-Strategie. "Wir haben dann reagiert, aber vielleicht etwas spät. Sonst wäre das Podium vielleicht noch drin gewesen."
Immerhin: An Rivale Lewis Hamilton geht der Heppenheimer kurz vor Schluss noch vorbei, verdrängt den Silberpfeil auf der Strecke auf Platz fünf. Hamilton indes muss seine jüngste Erfolgsserie am Sonntag beenden - in Spielberg hat Mercedes nichts mit dem Sieg zu tun.
"Wir sind jede Runde schon 400 Meter vor den Kurven vom Gas gegangen, um das Material zu schonen. Eigentlich ist das hier eine gute Strecke zum Überholen, aber so kommst du natürlich niemandem nahe", erklärt Hamilton.

Lewis Hamilton musste sich eine neue Nase holen
Der Grund für Mercedes' Probleme: die enorme Hitze am Wochenende. Sportchef Toto Wolff erklärt: "In Frankreich hatten wir 28 Grad, da waren wir mit der Kühlung schon am Limit. Hier waren es jetzt 35."
Eindeutig zu viel für den Mercedes. Valtteri Bottas verrät: "Ich musste die ganze Zeit im Sicherheits-Modus des Motors fahren." Noch mal Wolff: "Wir wussten vorher, dass die Kühlung unsere Achillesferse ist."
Ernüchterndes Fazit des Österreichers: "Wirklich Rennen fahren konnten wir mit unserem Auto hier eigentlich nicht - nur versuchen, irgendwie zu überleben."
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