Sebastian Vettel: Seine Karriere in Bildern

Formel 1: Vettel unter Druck

Leclerc spornt Vettel an

Sebastian Vettel sieht in Charles Leclerc einen Grund, um sich selbst zu beweisen, dass er noch siegen kann.
Die Meldung sorgte fĂŒr Aufsehen. In einem Interview mit der Sunday Times hatte Sebastian Vettel (31) ein baldiges Karriereende nicht ausgeschlossen. Vettel im Interview vor dem GP in Bahrain: "Mein Vertrag lĂ€uft bis 2020. Ich bin sicher, dass ich dieses und nĂ€chstes Jahr in der Formel 1 fahren will. Danach weiß ich nicht, was mit dem Reglement passiert. Das weiß bisher niemand. Ich kann jedenfalls nicht hier sitzen und sagen: Ich werde die Formel 1 nicht verlassen, nur um weiterhin Formel-1-Fahrer zu sein."
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Eine Aussage, die angesichts der Niederlage in Bahrain einschlug wie eine Bombe. Fakt ist aber auch: Der Heppenheimer wurde konkret danach gefragt, ob es Regeln gebe, unter denen er nicht mehr fahren wolle. Und sein Nachsatz lautete: „Ich hoffe ja, dass es ab 2021 noch besser wird.“ Alles nur halb so ernst gemeint, also.
Der Dreh der Geschichte zeigt aber auch: Vettel steht enorm unter Druck. Denn sein junger Teamkollege Charles Leclerc war nicht nur der gefĂŒhlte Sieger von Bahrain. Die ĂŒberlegene Fahrt des Monegassen stellt auch Vettels Status bei Ferrari infrage.

In Bahrain stand Vettel im Schatten von Leclerc.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (47) zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Leclerc ist ein kommender Weltmeister, er kann es sogar schon dieses Jahr schaffen. Ich will nicht in Ferraris Haut stecken. Sie haben ein doppeltes moralisches Problem. Einerseits mĂŒssen sie den vierfachen Champion stĂŒtzen, anderseits dĂŒrfen sie ihr Supertalent nicht einbremsen. Zumal Charles nach seinem Pech auch die Emotionen auf seiner Seite hat. Kann gut sein, dass man ihm seinen „gestohlenen“ Sieg wieder zurĂŒckgeben will. Ich wĂŒrde darĂŒber nachdenken.“
Allein: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (49) versucht, Vettel den Druck zu nehmen. „Fehler im Zweikampf können passieren. Es gibt keine Schuldzuweisungen. Die Saison ist noch lang. Man darf ein Rennen nicht ĂŒberbewerten.“
Noch steht Binotto also hinter seinem deutschen Ex-Weltmeister. Zumal Ferraris Formtief aus Australien ĂŒberwunden scheint. Binotto: „Wir wollen in Shanghai am kommenden Wochenende verifizieren, dass wir auch auf dieser Art Strecke konkurrenzfĂ€hig sind und dass die ZuverlĂ€ssigkeitsprobleme aus Bahrain sich nicht wiederholen.“ Da ereilte Leclerc in FĂŒhrung liegend ein in einer Kontrolleinheit des ZĂŒndungssystems. Die Folge: einer der sechs Zylinder fiel aus.
Mercedes-Mann Wolff macht sich bereits Sorgen: „Sie haben einen PS-Vorteil, der nur schwer aufzuholen ist.“ Ferrari gewann in Bahrain allein vier Zehntelsekunden auf den Geraden. Wolff: „Ihre Geschwindigkeitskurve steigt noch an, wenn unsere schon abflacht.“
Und was sagt der Protagonist selbst zu seiner PrĂŒfung? „FĂŒr mich ist Charles‘ Ankunft bei Ferrari positiv“, rĂ€umt Vettel ein. „Ich spĂŒre seine Lust auf Erfolg, seinen Hunger. Das spornt auch mich an zu beweisen, dass ich noch besser sein kann. Es gibt immer Tage, an denen andere schneller sind. Ich mag diese Tage nicht, aber meine Gegner sind ja keine Idioten. Mal sind sie einfach besser, aber schon morgen kann ich zurĂŒckschlagen.“
Dass Vettel in Bahrain den Ferrari nicht auf seinen Fahrstil abstimmen konnte, muss nicht so bleiben. Der Hesse braucht ein stabiles Heck, aber Wunder kann auch Leclerc nicht vollbringen. Vettel: „Wir haben den glĂ€sernen Fahrer, haben beide Zugang zu all unseren Daten. Wenn ich etwas Besonderes mache, kopiert Charles das in zwei Sitzungen – umgekehrt aber auch.“
Ex-McLaren-Star David Coulthard glaubt jedenfalls an den 31-jĂ€hrigen Hessen: „Es ist normal, dass die junge Generation die Ă€ltere herausfordert. Aber Seb gehört nicht zum alten Eisen. Er kam in Bahrain mit dem Auto nicht klar. Noch ist nichts entschieden.“
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Autoren: , Ralf Bach

Fotos: Picture Alliance

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