Die Kritik an Sebastian Vettel nach dem zweiten Vizetitel in Folge war groß. Vor allem die italienische Presse scheint dem Deutschen seine Fehler in diesem Jahr nicht zu verzeihen - und hat entsprechend schon Neuverpflichtung Charles Leclerc (kommt von Sauber) als Heilsbringer für die rote Zukunft auserkoren.
Vettel
An Hamilton gab's für Vettel kein Vorbeikommen
Vettel selbst stellt sich der Kritik an seiner Person, will sie aber auch einordnen. „Es stimmt, ich habe zahlreiche Fehler gemacht, zu viele“, erklärt er in der Corrie della Sera. „Es ist berechtigt, das zu sagen. Ich hätte in Hockenheim niemals von der Strecke geraten dürfen. Aber ab und an baut man eben Mist“, sagt Vettel.
Dass seine Fehler allein der Grund für Ferraris gescheiterte WM-Mission waren, dagegen wehrt sich der Heppenheimer: „Wir haben viele Punkte verloren, aber unterm Strich denke ich, dass wir die WM auch ohne meine Fehler nicht gewonnen hätten.“

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Formel 1: Vettels Fahrfehler in der Bildergalerie
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Vettels Begründung: „Mercedes hat den Titel genauso gewonnen wie wir ihn verloren haben. In einigen Rennen waren wir dicht an ihnen dran, in manchen sogar vor ihnen. Aber an anderen Tagen haben sie dominiert.“ So überlegen wie Mercedes habe Ferrari nie gewinnen können. „Mir ist oft zu Ohren gekommen, wir hätten das bessere Auto gehabt. Damit bin ich nicht einverstanden“, sagt Vettel. „Gerade zum Schluss der Saison hat uns der Speed gefehlt.“
Ferrari
Arrivabene hat eine klare Meinung zu den Dingen
Das findet auch Teamchef Maurizio Arrivabene. „Ab Monza waren wir mit dem Auto nicht mehr vorne dabei. Das ist eine Tatsache, die man nicht vergessen darf“, erklärt der Italiener - und stellt sich demonstrativ vor sein Team und seinen Fahrer: „Es gibt keine Schuldzuweisungen. Wir gewinnen und verlieren zusammen.“
An dieser Philosophie und dem Gleichgewicht im Team soll sich auch 2019 durch die Verpflichtung von Leclerc nichts ändern. „Natürlich ist der Teamkollege immer der erste Gegner. Ich denke aber, Seb ist auch der erste, der bereit ist ihm zu helfen, eines Tages Weltmeister zu werden. Davor hätte ich aber gerne, dass Seb Weltmeister wird - er verdient es, genauso wie Ferrari“, erklärt Arrivabene seine interne Wunsch-Rangfolge.
Leclerc müsse man indes Zeit geben. „Er ist noch jung und muss Erfahrung sammeln. Gerade für Ferrari zu fahren ist nicht einfach, weil er ein Top-Team der Formel 1 repräsentiert. Er muss lernen und mein Job ist es, den Druck möglich von ihm fernzuhalten“, sagt der Teamchef.
Abu Dhabi
Vettel konnte mit Startplatz drei ganz gut leben
Dass er den großen Aufgaben gewachsen ist, zeigt Leclerc auch am Samstag in Abu Dhabi, wird hinter den Top-Teams und Romain Grosjean starker Achter.
Vettel beendet das Qualifying als erster Mercedes-Verfolger auf Rang drei. „Im ersten und zweiten Sektor sind wir ganz gut unterwegs, im letzten fehlt uns dann der Abtrieb. Wenn man es addiert, ist er zu lang, mit zu vielen Kurven. Da verlieren wir die meiste Zeit“, erklärt Vettel. Die Flinte wirft der Ferrari-Star für das Rennen aber noch nicht ins Korn. „Morgen kämpfen wir. Es ist zwar hier nicht einfach dranzubleiben und zu überholen, aber den Speed auf den Geraden haben wir. Ich denke, im Renntrimm und auf die Distanz sind wir generell stärker.“