Formel 1: Vettel wehrt sich gegen Kritik
„Auch ohne meine Fehler kein Ferrari-Titel“

Sebastian Vettel ordnet beim Finale seinen Anteil an Ferraris WM-Niederlage ein. Teamchef Arrivabene wünscht ihm den Titel - noch vor Charles Leclerc!
- Frederik Hackbarth
Die Kritik an Sebastian Vettel nach dem zweiten Vizetitel in Folge war groß. Vor allem die italienische Presse scheint dem Deutschen seine Fehler in diesem Jahr nicht zu verzeihen - und hat entsprechend schon Neuverpflichtung Charles Leclerc (kommt von Sauber) als Heilsbringer für die rote Zukunft auserkoren.

An Hamilton gab's für Vettel kein Vorbeikommen
Dass seine Fehler allein der Grund für Ferraris gescheiterte WM-Mission waren, dagegen wehrt sich der Heppenheimer: „Wir haben viele Punkte verloren, aber unterm Strich denke ich, dass wir die WM auch ohne meine Fehler nicht gewonnen hätten.“Vettels Begründung: „Mercedes hat den Titel genauso gewonnen wie wir ihn verloren haben. In einigen Rennen waren wir dicht an ihnen dran, in manchen sogar vor ihnen. Aber an anderen Tagen haben sie dominiert.“ So überlegen wie Mercedes habe Ferrari nie gewinnen können. „Mir ist oft zu Ohren gekommen, wir hätten das bessere Auto gehabt. Damit bin ich nicht einverstanden“, sagt Vettel. „Gerade zum Schluss der Saison hat uns der Speed gefehlt.“

Arrivabene hat eine klare Meinung zu den Dingen
An dieser Philosophie und dem Gleichgewicht im Team soll sich auch 2019 durch die Verpflichtung von Leclerc nichts ändern. „Natürlich ist der Teamkollege immer der erste Gegner. Ich denke aber, Seb ist auch der erste, der bereit ist ihm zu helfen, eines Tages Weltmeister zu werden. Davor hätte ich aber gerne, dass Seb Weltmeister wird - er verdient es, genauso wie Ferrari“, erklärt Arrivabene seine interne Wunsch-Rangfolge.
Leclerc müsse man indes Zeit geben. „Er ist noch jung und muss Erfahrung sammeln. Gerade für Ferrari zu fahren ist nicht einfach, weil er ein Top-Team der Formel 1 repräsentiert. Er muss lernen und mein Job ist es, den Druck möglich von ihm fernzuhalten“, sagt der Teamchef.

Vettel konnte mit Startplatz drei ganz gut leben
Vettel beendet das Qualifying als erster Mercedes-Verfolger auf Rang drei. „Im ersten und zweiten Sektor sind wir ganz gut unterwegs, im letzten fehlt uns dann der Abtrieb. Wenn man es addiert, ist er zu lang, mit zu vielen Kurven. Da verlieren wir die meiste Zeit“, erklärt Vettel. Die Flinte wirft der Ferrari-Star für das Rennen aber noch nicht ins Korn. „Morgen kämpfen wir. Es ist zwar hier nicht einfach dranzubleiben und zu überholen, aber den Speed auf den Geraden haben wir. Ich denke, im Renntrimm und auf die Distanz sind wir generell stärker.“
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