Es war die wohl edelste FIA-Gala aller Zeiten! FIA-Präsident Jean Todt hat am Tag seiner Wiederwahl am Freitagabend nach Versailles geladen, um die Weltmeister aller Motorsportkategorien zu küren. In der königlichen Oper der Schlossanlage vor den Toren von Paris bekam auch Mercedes-Star Lewis Hamilton seinen WM-Pokal. „Eigentlich mag ich es gar nicht auf so großer Bühne zu stehen“, zeigte sich der Brite nach seinem vierten Titel schüchtern - und fiel doch auf. Statt im Smoking mit Fliege (so war die Kleiderordnung!) erschien er mit schwarzer Lederhose und golden-sportlicher Jacke.
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Große Bühne, viel Pomp: Die Meister 2018 in Versailles
„Ich habe ja schon einiges erlebt“, sagte er dann auf der Bühne, „aber das hier übertrifft alles.“ Hamilton meint auch das fürstliche Galadinner, das zuvor in einem anderen Trakt des Schlosses serviert wurde. Dann überraschte der Champion aber mit einem noch exzentrischeren Wunsch: „Können wir das nächste Mal Beyoncé einladen? Die sollte hier auf der Bühne spielen!“ FIA-Präsident Jean Todt lächelte gelassen. Der Ex-Ferrari-Teamchef ist gerade in seine dritte und letzte Amtszeit gewählt worden.
Ob sein ehemaliger Starpilot Michael Schumacher seinen Rekord von sieben WM-Titeln bald an Hamilton abtreten muss? „Ich weiß nicht, ob ich so lange noch dabei sein werde. Für meine ersten vier Titel habe ich immerhin zehn Jahre gebraucht“, stellte der Brite fest. „Aber mit Fangio und seinen fünf Titeln gleichzuziehen, das wäre schon cool.“
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Auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff bekam zum vierten Mal seinen WM-Pokal. „Dieses Jahr war der Kampf gegen Ferrari besonders hart, aber wir wollen die Trophäe auch nächste Saison wieder holen!“, gab er gleich die Kampfansage für 2018 aus.
Selten dabei: Vettel mit Freundin nebst Ehepaar Bottas
Vizechampion Sebastian Vettel kam mit Freundin Hanna im roten Abendkleid, hatte während der Übergabe des Pokals für den zweiten Platz aber nur eine Nebenrolle. Auch die neuen F1-Bosse Chase Carey, Ross Brawn und Sean Bratches waren da. Carey: „Ich habe in diesem Jahr viel über den Sport gelernt, jedes Rennen war neu für mich. Jetzt wollen wir weiter Gas geben.“
Neben den Formel-1-Stars nahmen auch Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier, WRX-Champion Johan Kristoffersson und die Sportwagen-Weltmeister um Timo Bernhard ihre WM-Pokale entgegen. Max Verstappen wurde zur Persönlichkeit des Jahres gewählt, der neue Alfa-Romeo-Sauber-Fahrer Charles Leclerc zum Rookie des Jahres.
Die besten Bilder des Abends und der Preisträger hier in der Galerie:
Die Karriere von Lewis Hamilton
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Lewis Hamilton fuhr schon im Kart mit dem gelben Helm. Zwar ist Ayrton Senna auch sein Rennidol, doch der gelbe Helm hatte eine ganz andere Bedeutung: So konnte Vater Anthony Hamilton leicht erkennen, wo sich sein Junge auf der Strecke befindet.
Bild: Hersteller; Picture-alliance
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Im Kart traf er bereits auf Nico Rosberg. Beide waren im McLaren-Juniorprogramm. Legendäre Geschichte: Er war noch keine zehn Jahre als Hamilton zu Ron Dennis ging, dem McLaren-Chef auf die Schulter klopfte und sagte: "Ich will eines Tages für ihr Team fahren."
Bild: Picture-alliance
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2003 gewinnt Hamilton seinen ersten Titel im Formel-Sport: Meister der britischen Formel-Renault für das spätere Formel-1-Team Manor.
Bild: Picture-alliance
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2005 holte er sich überlegen den Titel in der Formel-3-Euroseries. Einer seiner Gegner damals: Sebastian Vettel, der aber nur Gesamt-Fünfter wird.
Bild: Picture-alliance
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Hamilton marschierte durch die Nachwuchsserien: Die GP2-Serie, das Vorzimmer der Formel 1, gewann er 2006 auf Anhieb.
Bild: Hersteller
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Spektakulärer Einstand von Hamilton in der Formel 1: Auf Anhieb schlägt er im Krieg der Sterne seinen Teamkollegen, den amtierenden Doppelweltmeister Fernando Alonso!
Bild: Picture-alliance
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Beim Großen Preis von Kanada 2007 gewann er sein erstes Rennen!
Bild: Picture-alliance
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Der Brite muss aber auch die ersten Schattenseiten des Rennsports kennen lernen: Am Nürburgring hat er einen schweren Unfall. Aber er bleibt nahezu unverletzt.
Bild: Picture-alliance
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2007 schmiss Hamilton die WM in aussichtsreicher Position liegend noch weg, aber 2008 sicherte er sich in einem wahren Herzschlagfinale als erster dunkelhäutiger GP-Pilot den WM-Titel.
Bild: Picture-alliance
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Hamilton gilt als Regenspezialist. Hockenheim 2019 war das erste Regenrennen seit Ungarn 2014, das er nicht gewinnen konnte.
Bild: Picture-alliance
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In den Jahren nach seinem ersten Titelgewinn schwächelt Hamilton – Jenson Button geht in den drei Jahren unter dem Strich als Sieger des britischen Duells hervor.
Bild: Picture-alliance
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Ende 2006 hörte Michael Schumacher mit der Formel 1 auf, 2007 kamen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel in die Formel 1. Aber von 2010 bis 2012 kehrte Schumi nochmal zurück. Mit Hamilton lieferte sich der Rekordmeister in Monza 2011 ein rundenlanges Rad-an-Rad-Duell...
Bild: Picture-alliance
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2013 wechselte Hamilton zu Mercedes, verließ überraschend seine Heimat McLaren. Zunächst musste er sich mit einzelnen Podestplätzen begnügen.
Bild: Hersteller
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Bei Mercedes traf er wieder auf seinen früheren Kart-Kumpel Nico Rosberg.
Bild: Hersteller
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Doch die beiden zerfleischten sich bei Mercedes. Die Kollision in Spa 2014 war der Auftakt einer knallharten Rivalität, die drei Jahre lang andauerte.
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Sechs Jahre nach Titel Nummer eins wurde Hamilton 2014 wieder Weltmeister.
Bild: Picture Alliance
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2015 war das Jahr des Hamilton: Rosberg hatte keine Chance.
Bild: Picture Alliance
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2016 dann die bittere Niederlage: Rosberg wird Weltmeister, Hamilton wird vom eigenen Teamkollegen geschlagen.
Bild: Picture Alliance
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Dann der nächste Paukenschlag: Rosberg hört auf, tritt zurück.
Bild: Hersteller
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Was folgt ist ein Duell mit einem anderen Deutschen: Sebastian Vettel. Hamilton behält die Oberhand, wird in Mexiko vorzeitig zum vierten Mal Weltmeister. Und gleicht damit mit Vettel aus!
Bild: Picture Alliance
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2018 sichert sich Hamilton Titel Nummer fünf. Der Brite bleibt das Jahr fehlerfrei. Im Gegensatz zu Widersacher Vettel, der zu viele Punkte wegen Patzern liegen lässt.
Bild: Picture Alliance
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In drei Jahren neben Hamilton konnte Bottas dem Briten nie wirklich die Stirn bieten. Aber so nah wie 2019 war der Finne nie. Auch am Tag von Hamilton sechsten Titelgewinns siegte Bottas – wie beim Auftakt in Australien zum Beispiel. Bottas fehlt noch die Konstanz, die Hamilton bisher unschlagbar für ihn gemacht hat. Mit dem sechsten Titel kommt Hamilton dem Allzeit-Rekord von Michael Schumacher (7) immer näher.
Bild: Picture Alliance
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2020 ist das Jahr, in dem Hamilton die Rekorde von Schumacher niederreißt. Den 91. Sieg holt er sich auf Schumis Heimstrecke am Nürburgring, beim Portugal-GP lässt er den 92. folgen. Mit dem 94. Triumph in der Türkei zieht er auch in der Anzahl der WM-Titel mit Schumi gleich (7).