Formel 1: Wolff macht Werbung für Mick Schumacher
Mercedes-Boss über Schumi jr: "Andere Teams verpassen was“

Mick Schumacher wartet als Reservepilot von Mercedes auf seine Chance. Im Rahmen des GP Kanada sprach er über seine Optionen.
Bild: Mercedes
Es ist die wohl meistgestellte Frage in Formel-1-Deutschland: Wann fährt Mick Schumacher (24) wieder Rennen in der Königsklasse? Aktuell ist er bei Mercedes als Test- und Reservepilot unter Vertrag. Beim Reifentest in Barcelona durfte er für das ehemalige Weltmeisterteam auch ins Steuer greifen. Da hat der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher wieder Blut geleckt: „Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder in einem Auto sitzen werde. Ich habe jede einzelne Sekunde geliebt“, schwärmte Mick nach 152 Runden.
Doch die Stammplätze in der Königsklasse sind rar gesät. Zuletzt gab es immer mal wieder Gerüchte um den Platz von Logan Sargeant, mit dessen Leistungen Williams unzufrieden sein soll. Sogar von einem Fahrertausch noch in diesem Jahr war die Rede. Schumi jr. jedenfalls wäre dabei: „Ich würde es machen“, sagt er gegenüber RTL. Allerdings sei diese Konstellation eher unwahrscheinlich. Schumacher: „Schließlich gibt es auch Verträge, die meistens eingehalten werden. Grundsätzlich glaube ich, dass gerade jedes Team eine gute Option ist.“
Seinen Fans verspricht der Deutsche, dass er für sein Comeback kämpft: „Ich bin immer einsatzbereit. Glaubt mir: Ich arbeite stark daran, hoffentlich bald wieder im Auto zu sein. Wir sehen uns ganz bald.“ Spätestens im nächsten Jahr soll es laut Mick wieder so weit sein. „Ich bin mir sicher, dass sich irgendwas entwickeln wird in der nächsten Zeit“, bleibt er optimistisch.

Mick Schumacher wartet als Reservepilot von Mercedes auf seine Chance.
Bild: Mercedes
Ein Grund: In Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat er einen Unterstützer, der nicht müde wird, sich zumindest verbal für den Schumacher-Sohn einzusetzen. „Ich glaube, wer auch immer ihn haben möchte, würde einen guten Fahrer bekommen“, betonte der Wiener im Rahmen des GP Kanada. „Letztendlich müssen die anderen Teams selbst darüber entscheiden, welche Fahrer sie wollen. Ich kann auch den Teams, mit denen wir Verträge haben, nicht vorschreiben, dass sie unseren Ersatzfahrer nehmen müssen. Aber ich glaube, sie verpassen da was“, so Wolff.
Er selbst hat mit Lewis Hamilton und George Russell zwar auch zwei Cockpits besetzt. Dennoch sei es für Mercedes von Vorteil, „einen reifen, erfolgreichen und erfahrenen Formel-1-Fahrer im Team zu haben, der uns unterstützt. Sowohl im Simulator als auch mit seinem Feedback. Bei einigen der Europarennen ist es ein enormer Vorteil, wenn er am Freitagabend im Simulator sitzt und Daten für Samstag erarbeitet.“
Auch als Ersatzpilot könnte Mick Schumacher wertvoll sein. Wolff: „Wenn einer unserer Fahrer mal eine Fischvergiftung haben sollte - oder in Lewis' Fall eine Avocadovergiftung -, dann wissen wir, dass wir einen super Kerl im Auto haben, der gut fahren kann. Aber so sehr mir diese Situation aus Sicht unseres Teams gefällt, so sehr würde ich mir wünschen, dass Mick selbst Rennen fahren kann.“
Der Mercedes-Teamchef gibt aber auch offen zu, dass die Situation rund um den jungen Schumi kompliziert sei. Ein Grund: das vergangene Jahr bei Haas und die permanente Kritik durch Teamchef Günther Steiner, der sich Schumi jr. stellen musste. „Ehrlich gesagt finde ich, dass er vergangenes Jahr verbrannt wurde“, räumt Wolff ein. Umso wichtiger, dass er bei Mercedes wieder aufgebaut wird.
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