Haben die letzten Niederlagen gegen Max Verstappen Mercedes so sehr zugesetzt? Am Wochenende in Monza überraschten Teamchef Toto Wolff und sein Starpilot Lewis Hamilton mit Aussagen, die auf einen ganz tief sitzenden Stachel durch den Doppelweltmeister aus Holland schließen lassen. Von Anerkennung der Leistungen Verstappens jedenfalls war im Mercedes-Lager nicht viel zu hören.
So bezeichnete Wolff Verstappens Rekord von zehn Siegen in Folge als „völlig irrelevant“. Der Wiener: „Für mich wäre das nicht wichtig. Diese Zahlen sind etwas für Wikipedia, und das liest sowieso niemand.“
Hamilton beschwerte sich seinerseits, dass . Verstappens Abstand auf Perez „deutlich mehr aufgeblasen“ werde als sein eigener Vorsprung auf die jeweiligen Teamkollegen in den Zeiten der Mercedes-Dominanz. „Und meiner Meinung nach waren Valtteri und eigentlich alle meine Teamkollegen stärker als das, was Max hatte“, legte Hamilton nach: „Jenson (Button; d. Red.), Fernando (Alonso; d. Red.), George (Russell; d. Red.), Valtteri (Bottas; d. Red.), Nico (Rosberg; d. Red.) – ich hatte so viele, und alle waren sehr konstant. Max ist gegen niemanden in der Art gefahren.“
Max Verstappen können solche Nadelstiche in seiner aktuellen Form nichts anhaben.
Bild: Red Bull Content Pool

Immerhin: Dem Red Bull-Star können solche Nadelstiche in seiner aktuellen Form nichts anhaben. „Ist Lewis vielleicht auf unsere Erfolge neidisch?“, konterte er süffisant.
Damit könnte er Nagel verbal tatsächlich auf den Kopf getroffen haben, glaubt zumindest Sky-Experte Martin Brundle. „Wenn eine Fußballmannschaft oder ein Tennisspieler so dominiert, dann erhält er weltweit Lob in den höchsten Tönen“, konstatiert der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher. „Es liegt in der Natur des Sports, dass sich Lager bilden, aber ich finde, man sollte herausragende Leistungen der anderen zu würdigen wissen.“
Deshalb kritisiert Brundle jetzt auch Hamilton und Wolff: „Ich war ein wenig überrascht und enttäuscht, dass Lewis Hamilton und Toto Wolff am vergangenen Wochenende diese Errungenschaften so heruntergespielt haben. Denn sie selber wurden für ihre Dominanz von 2014 bis 2020 verehrt und geschätzt.“ Allerdings räumt der Brite auch ein: „Letztlich ist ein solches Verhalten vielleicht unvermeidlich, wenn so intensiv Wettbewerb-orientierte Menschen die gleichen Ziele verfolgen.“
Zurück zu Toto Wolff. Er bleibt bei seiner Meinung, würde Red Bull nur für eine einzige Bestmarke hochleben lassen: „Den Rekord (für den Gewinn aller Rennen in einer Saison; d. Red.) würde ich für gut halten“, sagt er. „Denn das ist Perfektion.“