Diese haarige Situation passierte abseits des TV-Livebildes! Alfa-Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi raste beim Großen Preis von Singapur auf einen Kran zu, musste das Lenkrad hart einschlagen, um dem Bergungsgerät auszweichen.
Was war passiert? Romain Grosjean (Haas) und George Russell (Williams) waren aneinandergeraten. Russell musste seine Williams in der Mauer nach Kurve 5 parken. Die Rennleitung schickte das Safetycar raus.
Giovinazzi rast auf Kran zu
Rennleiter Michael Masi wies die Piloten an, weit rechts an der Unfallstelle vorbeizufahren.
Wichtig dabei: Rennleiter Michael Masi wies die Piloten an, weit rechts an der Unfallstelle vorbeizufahren. Das vergaß Giovinazzi offenbar. Jedenfalls war er nach seinem Boxenstopp gerade dabei, den Anschluss ans Feld zu suchen und fuhr deshalb schnellstmöglich um den Kurs. Um Kurve fünf fuhr er auf der Ideallinie, wo plötzlich der Bergungstraktor im Weg stand.
Aus der Onboard heraus ist zu erkennen, dass der Italiener relativ cool reagiert und einfach weiter nach rechts lenkt. Er fährt auch nicht schneller als Tempo 80. Trotzdem weckt die Szene böse Erinnerungen.
2014 war Jules Bianchi in Suzuka mit 127 km/h in einen Bergungskran gerast und ein Jahr später an seinen schweren Kopfverletzungen verstorben.
Deshalb reagierte die Rennleitung jetzt auch hart, erteilte ihm eine Zehn-Sekunden-Strafe. Begründung: "Die Rennkommissare akzeptieren die Erklärung des Fahrers, dass er seines Erachtens ausreichend langsam gefahren ist und sich an die vorgegebene Zeit gehalten hat. Trotzdem fuhr er dichter am Kran und den Streckenposten vorbei, als es aus deren Sicht und derjenigen des Rennleiters sicher gewesen wäre."
Immerhin: An Platz zehn änderte auch die Strafe nichts. Giovinazzi schien von dem Zwischenfall auch wenig beeindruckt, mehr stattdessen von seinen ersten Führungsrunden (HIER KLICKEN ). „Es war ein großartiges Gefühl zu führen und mit den Ferraris und Mercedes zu kämpfen.“

Von

Bianca Garloff