Ihr Lieben, vorab: Ich liebe Hunde, und ich hasse Hundescheiße! Und damit herzlich willkommen in meiner neuen Camping-Kolumne exklusiv für AUTO BILD REISEMOBIL.
Ich habe eine Mail von Marion Dönges aus Nidderau in Hessen bekommen. Sie fragte, ob ich nicht mal was zum Thema "Camping mit Hunden" schreiben kann. Sie liebt es, mit ihrem Mann Robert, den beiden Kindern Aaron und Noah, aber eben auch mit ihren Hunden Louis, Maly und Benji in den Campingurlaub zu fahren. Da die Meinungen gerade auf dem Campingplatz hier gern auseinandergehen, finde ich, dass wir darüber mal reden müssen.
Frisos Lagerfeuer: Hunde auf dem Campingplatz
Darf ich vorstellen? Familie Dönges (v. l.): Robert, Noah, Marion und Aaron mit ihren Lieblingen Louis und Maly.
Bild: Privat / AUTO BILD
Wisst ihr, ich bin seit der Kindheit mit Hunden groß geworden, und mein Leben lang haben mich die Tiere begleitet. Wir wohnten am Wald, und deshalb waren die Themen Hundescheiße und Bellen auch nie so wirklich auf der Tagesordnung. Und genau da liegt aber doch der Punkt: Sobald andere Mitmenschen ins Spiel kommen, müssen sich Hunde und ihre Halter einfach benehmen. Wer mag schon ständig auf dem Campingplatz einen kläffenden Plüschball neben sich haben, der am besten auch noch auf die Parzelle von Hans-Jürgen kackt, während der sich genüsslich eine Wurst auf den Grill legt?

Unterwegs mit Buddy an der Ostsee

Ich war schon oft mit Hunden campen und kenne wirklich beide Seiten. Im Sommer war ich mit meiner lieben Schwester Maaike und ihrem Collie-Welpen Buddy auf einem Campingplatz an der Ostsee. Natürlich bellt der auch mal, aber er wurde immer schnell beruhigt und war auch immer an der Leine. Sprich: keine Gefahr für Hans-Jürgen und seine Bratwurst. Wenn Buddy mal eine braune Burg gebaut hat, dann kam der Haufen IMMER ins Tütchen. (Anmerkung: Ich glaube, wenn in Tausenden von Jahren mal Ausgrabungen stattfinden, werden die Menschen in der Zukunft auch denken, wir hätten unsere Hunde so sehr verehrt, dass wir sogar ihre Kacke gesammelt und extra in Tüten aufbewahrt haben.)
Worauf ich hinauswill: Buddy hat niemanden laut belästigt und mit braunen Haufen vor dem Camper beglückt. Er war immer artig und hat sich total gefreut, wenn kleine und große Menschen zu ihm kamen, um ihn zu streicheln.
Frisos Lagerfeuer: Hunde auf dem Campingplatz
So sieht perfekter Friede aus: Die Hunde Maly und Louis der Familie Dönges haben es sich im Wohnmobil gemütlich gemacht.
Bild: Privat / AUTO BILD
Es ist doch so, liebe Nicht-Hundebesitzer: Viele Menschen gehen campen, genau WEIL sie ihre Fellnase nicht abgeben können oder einfach gern bei sich haben möchten. Wo sollen die denn auch hin? Nach Malle fliegen? Oder den Köti heimlich ins Hotel schmuggeln? Und selbst im Camper ist es ja auch nicht leicht: Ich erinnere mich an weniger Platz (zwei Hunde in zwei Körbchen auf dem Notbett in meinem Wohnmobil Pamela), dem nicht sooo schönen Geruch von nassem Hundefell und vor allem: Die Heizung war immer aus, da sich ja ein Hund daran anlehnen könnte und dann einfach die Gefahr besteht, dass sein langes Fell irgendwie in die kleine Brenneröffnung kommt und das Tier plötzlich in Flammen steht. Das Fell von Buddy ist da auch eher ungünstig. Hundefreunde machen schon ein bisschen was mit, aber sie machen es gern, weil Hunde immer eine Bereicherung sind.

Ein Deal für alle Camper

Machen wir doch gemeinsam einen Deal! Camper ohne Hunde: Habt ein bisschen Verständnis für die Hunde und ihre Besitzer und sagt einfach nett und freundlich, wenn euch etwas stört. Ansonsten: Es gibt ja auch viele Plätze, auf denen Hunde verboten sind (Kinder manchmal sogar auch, aber das ist ein anderes Thema, das ich nie verstehen werde). Fellknäuel-Besitzer: Versteht, dass nicht jeder es mag, wenn plötzlich ein Hund auf ihn zugerast kommt – egal wie lieb er ist. Auch ewiges Kläffen nervt sogar mich. Und bitte, bitte packt die Hinterlassenschaft ein! Denn wie schon gesagt: Ich liebe Hunde zwar über alles, aber es gibt für mich nichts Ekligeres, als barfuß in einen braunen Haufen zu treten, der sich dann langsam zwischen meine Zehen presst. In diesem Sinne: Bleibt sauber und vertragt euch – Euer Friso

Friso Richter: Camping-Checker und Podcaster

Mit der Sendung "Camping-Check" erreichen Friso Richter und sein Kollege Lukas Lowack ein Millionenpublikum im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Inzwischen gibt es in der ARD-Mediathek mehr als 40 Folgen des beliebten Formats. Darin sucht Friso nach neuen Trends und kuriosen Geschichten aus der bunten Welt des Campings. Dabei spricht der gebürtige Münsterländer mit interessanten Menschen und besucht spannende Orte. Neuausstrahlungen laufen zur begehrten Sendezeit um 20.15 Uhr im Hessischen Rundfunk. Außerdem produziert Friso mit seinen Radio-Kollegen Melli Ebeling und Martin Putz den Podcast "Natural Born Campers". Darin sprechen die drei auch über vermeintliche Tabus und beackern auf charmante und unterhaltsame Art sämtliche Camping-Themen.