Gebrauchte Cabrios: TÜV-Report
Welche günstigen Cabrio-Modelle sind empfehlenswert?

Mit dem Sommer kommt die Lust aufs Cabrio. Welche günstigen Modelle bei der HU wenig Mängel haben, zeigt der TÜV-Report.
Bild: Toni Bader
Die Sonne lacht, runter mit dem Dach. Sommer-Feeling und steigende Temperaturen machen Lust auf die neue Cabrio-Saison. Doch wer mit offenem Dach, cooler Musik und wehendem Haar durch blühende Landschaften brausen will, packt die Gedanken schnell wieder zur Seite: viel zu teuer! Wirklich? Im Gebrauchtwagenmarkt von AUTO BILD oder bei mobile.de finden sich Cabrios ab etwa zwölf Jahren oft deutlich unter 10.000 Euro.
Wir haben acht Modelle zusammengestellt, die preislich zwischen 3000 und 9000 Euro liegen. Ihre TÜV-Bilanz ist zudem positiv, denn bis auf das E-Klasse-Cabrio von Mercedes haben alle genannten Modelle eine Mängelquote, die besser ist als der Durchschnitt in der Altersklasse der Zwölf- und Dreizehnjährigen. Und auch die E-Klasse liegt mit einer Mängelquote von 29,4 Prozent nur knapp über dem Schnitt (28,4 Prozent).
Wichtig: Die typische Schwachstelle bei Cabrios ist natürlich das Dach. Mangelnde Pflege bei Stoffverdecken und unregelmäßige Wartung der aufwendigen Mechanik sorgen für viel Ärger und hohe Folgekosten. Hier sollten Sie beim Kauf eines Gebrauchten besonders genau hinschauen und zum Beispiel einen Dichtigkeitstest in der Waschanlage absolvieren.
Unten folgen unsere Empfehlungen sortiert nach ihrer Mängelquote beim TÜV. Zu beachten dabei: Die Mängelquote ist erst einmal nur ein Hinweis, wie gut oder schlecht ein Modell im Vergleich zum Durchschnitt der jeweiligen Altersklasse abschneidet. Sie hängt unter anderem auch von der durchschnittlichen Laufleistung eines Modells ab. Im Schnell-Check finden Sie deshalb weitere Informationen, was bei den verschiedenen Typen zu beachten ist.
TÜV-Report: acht günstige Cabrios im Check
Mini Cabrio (R57)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 20,8 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2009 bis 2016 • Motoren: 120 bis 211 PS • Preis: ab 3000 Euro

Das Cabrio des ersten New Mini, intern R57 genannt, mit steiler Frontscheibe und viel Luft nach oben wurde bis 2016 gebaut.
Bild: Thomas Ruddies
Nach seinem klapperigen Modellanlauf erweist sich der R57 als langlebig. Die Zahl mängelfreier Exemplare liegt über dem Durchschnitt. Von Lichtproblemen abgesehen, ist sein größter Schwachpunkt der Ölverlust. Vorsicht: Die Panoramadächer neigen zu Undichtigkeiten.
Audi A3 (8P)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 23,7 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2003 bis 2012 • Motoren: 90 PS (1.6 TDI) bis 340 PS (RS 3) • Preis: ab 3000 Euro

Das erste Cabrio vom Audi A3, gebaut von 2008 bis 2013, war ein Golf 5 im Edelzwirn und trug noch das markante Stummelheck.
Bild: Sven Krieger
Smart fortwo (Typ 451)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 24,0 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2007 bis 2012 • Motoren: 45 PS (cdi) bis 84 PS (Benziner) • Preis: ab 3000 Euro

Coole Kiste für die City: In zweiter Generation (Typ 451) wählte rund ein Viertel der Käufer das Cabrio mit Stoffdach.
Bild: Toni Bader
Der Smart mit Stoffverdeck ist und bleibt das perfekte City-Car. Typische Mängel beim Typ 451 finden sich an Achsaufhängungen und Abgasanlage. Mit Ausnahme Ölverlust schneidet der ältere 451 bei der HU sogar besser ab als der Nachfolger. Rost ist kein Problem.
VW Golf 6
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 24,4 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2011 bis 2016 • Motoren: 105 PS (1.2 TSI) bis 265 PS (Golf R) • Preis: ab 4500 Euro

Auch das Cabrio ist typisch Golf. Der Bestseller punktet mit einem aufwendig gefüttertem Dach und macht auch bei hohem Tempo wenig Lärm.
Bild: Christian Bittmann
Die vierte Generation des Cabriolets basiert auf dem 6er-Golf. Im Alter kämpft der Bestseller mit Problemen bei der Achsaufhängung sowie Federn und Dämpfern. Zudem leidet er häufiger unter Ölverlust. Lenkung, Licht und Auspuffanlagen zeigen sich solide. Reifeprüfung bestanden!
Audi A5 (B8)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 25,0 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2009 bis 2016 • Motoren: 136 bis 450 PS • Preis: ab 7.000 Euro

Das elegante A5 Cabriolet gibt es seit 2009. Das Stoffdach bietet Sommerlaune auf Knopfdruck und verschwindet in 15 Sekunden, selbst bei der Fahrt bis 50 km/h.
Bild: Erwin Fleischmann
Der A5 läuft und läuft. Bei der HU gibt er eine souveräne Vorstellung mit überdurchschnittlich vielen mängelfreien Exemplaren in allen Jahren. Auch Rost kommt nur marginal vor. Einige Motoren quält teils sehr hoher Ölverbrauch und die Abgasanlage zickt häufiger.
VW Beetle (Typ5C)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 26,4 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2011 bis 2018 • Motoren: 105 PS (1.2 TFSI) bis 220 PS (2.0 TSI) • Preis: ab 6000 Euro

Bild: Angelika Emmerling
Der Beetle ist ein Spaßauto, wird entsprechend weniger bewegt als normal. Die Produktion in Mexiko lieferte kleine Mängel. Zudem machten markentypische Mängel wie DSG und Steuerketten der 1.2- und 1.4-TFSI Ärger. Schönheitsfehler sind die roten Zahlen bei Bremse und Beleuchtung.
BMW 1er (F23)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 26,4 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2008 bis 2013 • Motoren: 143 PS (118i) bis 306 PS (135i) • Preis: ab 3000 Euro

Bild: Toni Bader
Das Cabrio mit Stoffdach heißt intern F23. Es punktet mit soliden Achsaufhängungen, robuster Lenkanlage, guten Bremsen und haltbarer Auspuffanlage. Gut hinsehen sollte man beim F23, der manchmal seine liebe Mühe mit einer zuverlässigen Feststellbremse, der Lichtanlage, bei der AU sowie Ölverlust hat.
Mercedes-Benz E-Klasse (W 212)
Mängelquote: 12- bis 13-Jährige 29,4 % (Ø 28,4 %) • Bauzeit: 2009 bis 2016 • Motoren: 136 PS (200 CDI) bis 585 PS (E 63 AMG) • Preis: ab 9000 Euro

Bild: Toni Bader
Gebrauchte W 212 sind häufig Dauerläufer mit Laufleistungen jenseits der halben Million Kilometer. Gut im Blick haben sollte man stets die Achsaufhängungen. Am W 212 sind zudem die Feststellbremsen, Bremsleitungen, Airbag, Servolenkung und Rost am Hinterachsträger große Themen.
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