Gebrauchte E-Autos bis 20.000 Euro
Kaufberatung: Sechs gebrauchte Elektroautos im AUTO BILD-Check
Elektroautos bis 20.000 Euro
– Bei den Neuzulassungen verzeichnen E-Autos stetig wachsende Marktanteile. Deutlich zurückhaltender sieht die Nachfrage nach gebrauchten Stromern aus. Wir stellen sechs Modelle vor, die als Gebrauchte günstig sind.
Bild: AUTO BILD
Wer sich einen elektrischen Neuwagen zulegt, darf auf keine Tapferkeitsmedaille hoffen, denn das ist längst keine Pionierleistung mehr. Betrachten wir die letzten zwölf Monate, gingen ziemlich genau 20 Prozent der Neuzulassungen auf das Konto von Elektroautos.
Doch während inzwischen jeder Fünfte beim Neuwagenkauf oder Leasing zum Stromer greift, herrscht bei den elektrischen Gebrauchten noch große Skepsis. Die Quote der Besitzumschreibungen bewegt sich hier noch im niedrigen einstelligen Bereich.
Zurückhaltung bei Gebrauchten
Die Gründe für die Zurückhaltung liegen neben dem durchschnittlich höheren Preisniveau vor allem auch in der Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Wertentwicklung. Eine Studie des Center Automotive Research (CAR) deutet zwar darauf hin, dass Stromer im Vergleich zu Verbrennern deutlich weniger an Wert verlieren.

Kleiner Stadtfloh: Der Renault Twingo Z.E. ist seit 2020 am Markt. Wie alle Stromer wird er nur selten als Gebrauchter gekauft.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Dabei betrachtet wurde allerdings nur der Zeitraum von 36 Monaten nach dem Neuwagenkauf. Dieser Wiederverkaufswert ist vornehmlich für Neuwagenkäufer interessant. Wie es dagegen nach fünf, sieben oder zehn Jahren mit dem Wertverlust ausschaut – noch ziemlich ungewiss.
Zustand des Akkus ist entscheidend
Ein wesentlicher Faktor: der Zustand der Hochvoltbatterie. Der Antriebsakku ist schließlich die teuerste Komponente und sein Gesundheitszustand (State of Health, kurz SoH) der wichtigste Faktor, wenn es um die Reichweite geht. Ausgerechnet hier mangelt es oft an Transparenz, weil ein aufschlussreiches Zertifikat zum Akkuzustand, wie es etwa die Firma Aviloo anbietet, bei vielen Stromern auf dem Gebrauchtmarkt noch fehlt.

Reichweite: Im Nissan Leaf mit 62-kWh-Akku stecken bis zu 300 Kilometer. Aber schafft er die auch noch nach vielen Betriebsjahren?
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Fragt man die Verkäufer, winken die oft ab, beschwichtigen vor allem bei jüngeren Gebrauchten mit der Floskel, der Akku habe schließlich noch lange Garantie (meist acht Jahre oder bis zu 160.000 Kilometer). Doch die Aussage greift zu kurz, denn die Hersteller versprechen im Garantiezeitraum lediglich eine Akku-Restkapazität von meist 70 Prozent. Ob ein gebrauchter Stromer aber nur noch 70 Prozent seiner ursprünglichen Reichweite schafft oder annähernd 100 Prozent, hat erheblichen Einfluss auf den Fahrzeugwert.
Eine Akku-Analyse ist dringend empfohlen
Das verdeutlichen die Restwertanalysen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), deren Experten für unsere sechs gebrauchten Stromer den Wert mit jeweils zwei Akkuzuständen ermittelt haben (75 und 95 Prozent SoH). Unser Tipp: Verzichten Sie beim Kauf eines gebrauchten E-Autos niemals auf eine anerkannte Akku-Analyse – am besten von einem unabhängigen Unternehmen wie Aviloo. Der Zustand des Akkus kann selbst bei wenige Monate alten E-Autos stark variieren und damit eben auch deren Wert.
Liegt kein Akkuzertifikat vor, am besten eine Probefahrt mit einem Akkutest kombinieren. Ein Schnelltest lässt sich in weniger als einer halben Stunde durchführen, etwa bei vielen Stationen des TÜV. Noch bedeutsamer wird der Akkuzustand naturgemäß, wenn keine Akkugarantie mehr vorliegt.
Wartung und Verschleiß sprechen für den Stromer
Davon abgesehen gibt es aber auch viele Gründe, die für den Kauf eines gebrauchten E-Autos sprechen. Wartung und Verschleiß sind bei Stromern oft deutlich geringer, da Elektroautos ohne komplexe Komponenten wie das Abgassystem, Zündanlage, Turbolader und den Ventiltrieb mit Zahnriemen oder Steuerkette auskommen.

Weniger aufwendig: Dem Elektroauto fehlen viele wartungsintensive Teile des Verbrenners. Das macht auch Gebrauchte interessant.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Auch eine Hauptuntersuchung fällt hier deutlich günstiger aus, denn die findet stets ohne Abgasuntersuchung statt. Außerdem zahlen auch Zweitbesitzer keine Kfz-Steuer (bis maximal zehn Jahre nach Erstzulassung, höchstens bis zum 31. Dezember 2030). Und schließlich können Halter von Elektroautos (und -motorrädern) von der Treibhausgasprämie profitieren und mehrere Hundert Euro im Jahr dazuverdienen.
Wir stellen Ihnen hier mir Dacia Spring Electric, Hyundai Kona Elektro, Nissan Leaf ZE1, Renault Twingo Z.E., Seat Mii Electric und VW e-Golf sechs kleine und kompakte Stromer vor, die zu Preisen von teils deutlich unter 20.000 Euro gehandelt werden und am Gebrauchtmarkt relativ zahlreich vertreten sind. Alle Details finden Sie in der Bildergalerie.
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