Gebrauchte Elektroautos: Kleinwagen im Check
Fünf Elektro-Kleinwagen im Gebraucht-Check

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Diese fünf elektrischen Kleinwagen sind ziemlich pfiffige Kerlchen, wenn es darum geht, kurze Strecken zu bewältigen. Preislich erreichen die kleinen E-Autos fast Verbrenner-Niveau.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Statt mit Leistungs-Overkill kommen die Winzlinge mit geringen Verbräuchen und zu halbwegs erträglichen Preisen – zumindest für gebrauchte E-Autos. Sonst tut sich nämlich noch nicht allzu viel im Gebrauchtsegment unter 15.000 Euro.
Ja, die Auspuff-Brüder sind meist doch noch etwas günstiger. Für den gelifteten VW e-Up (ab 2020) mit alltagstauglicherem 33,4-kWh-Akku (davor 16,7 kWh) muss man beispielsweise mindestens 11.000 Euro hinblättern. Gleich alte Verbrennerversionen starten bereits bei rund 8000 Euro. Allerdings, und das gilt nicht nur für den Volkswagen, haben die oft eine schlechtere Grundausstattung, weniger Leistung, keine Befreiung der Kfz-Steuer und kommen natürlich auch nicht in den Genuss des E-Kennzeichens. Das bringt in Städten oft den Vorteil des kostenlosen Parkens (zwei Stunden), dort, wo die Gemeinden inzwischen parkraumbewirtschaftete Zonen errichtet haben – also gefühlt fast überall.
Hier kommen fünf Modelle im Schnell-Check!
VW e-Up
Bauzeitraum: 2013 bis 2023
Leistung: 82 bis 83 PS
Preis: ab 11.500 Euro (mit 36,8-kWh-Akku)
Leistung: 82 bis 83 PS
Preis: ab 11.500 Euro (mit 36,8-kWh-Akku)

Die maximal 212 Newtonmeter haben leichtes Spiel mit den 1250 kg Leergewicht des VW e-Up.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das war mehr als ein Doppel-Wumms! Facelift mit deutlich größerem Akku, Verdopplung der staatlichen Förderung (Innovationsprämie) und ein günstigerer Einstiegspreis – das alles kam im Jahr 2020 zusammen und sorgte für explodierende Zulassungszahlen. Inklusive Herstellerrabatten sicherten sich glückliche Käufer den kleinen E-Flitzer teils schon für nur 15.000 Euro. Diese guten Zeiten sind vorbei, gebraucht ist der geliftete e-Up kaum günstiger.
Was nach wie vor für das E-Auto spricht: maximal 212 Newtonmeter, die leichtes Spiel mit den 1250 kg Leergewicht haben, die leichtgängige, aber immer noch mitteilsame Lenkung, angenehme Sitze, Rekuperation in vier Stufen, Praxis-Verbrauch zwischen 12 und 15 kWh und schließlich vier Türen. Auf kurzen Strecken beherbergt der 3,60-Meter-Winzling (unter zehn Meter Wendekreis) auch mal drei oder vier Insassen erträglich. Für schnelles Laden (40 kW) mussten die Erstbesitzer rund 600 Euro draufzahlen, was viele auch taten.
Schwachstellen: Aussetzer beim Aufladen wurden teilweise durch ein Software-Update des Lade-Steuergerätes behoben. Es kommt aber auch zu Defekten am Ladegerät. Der Tausch kann 3000 Euro und mehr kosten. Alternative: Im Netz werden gebrauchte Ladegeräte ab etwa 200 Euro angeboten. Inzwischen ausgemerzt sind Undichtigkeiten am Akku des Vorfaceliftmodells. Bei der Rückrufaktion wurde eine Klebenaht verbessert. Nicht sehr flott: Auch mit optionalem CCS-Anschluss erreicht der e-Up am DC-Lader nur rund 35 kW. Immerhin ist der Akku so in einer Stunde voll.
Renault Zoe
Bauzeitraum: 2012 bis 2024
Leistung: 77 bis 135 PS
Preis: ab 6500 Euro (inklusive Akku)
Leistung: 77 bis 135 PS
Preis: ab 6500 Euro (inklusive Akku)

Ältere Zoe mit Miet-Akku sind bereits ab 5000 Euro erhältlich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Mit dem Zoe war Renault früh am Start, dank durch optionale Akku-Miete günstiger Preise verkaufte sich der bis Anfang 2024 gebaute Franzose auch in Deutschland teils sehr erfolgreich. Ältere Modelle mit Miet-Akku sind bereits ab 5000 Euro erhältlich. Je nach Alter des Mietvertrags und Jahresfahrleistung (7500, 10.000 … bis 17.500 Kilometer) liegen die Kosten etwa zwischen 65 und 120 Euro (keine Kilometerbegrenzung) pro Monat. Der Mietvertrag wird beim Kauf übernommen, Renault bietet auch Optionen, den Akku nachträglich zu kaufen. Gut: Garantiebedingungen (24h-Pannenhilfe, Austausch bei Defekt) und faire Kosten bei zusätzlichen Kilometern. Modelle inklusive 22-kWh-Akku starten bei 6900 Euro, mit 42-kWh-Akku bei etwa 9500 Euro und mit dem 50-kWh-Akku bei 12.000 Euro.
Schwachstellen: Frühe Modelle sind qualitativ schwächer, auch bei den Antrieben (Motor und Leistungselektronik) kann es zu Ausfällen kommen. Die Akkus zeigen sich generell haltbar, auch nach zehn Jahren oder mehr als 100.000 Kilometern. Beim TÜV offenbaren sich Schwächen an den Querlenker-Gummis, Lenkgelenken und den Bremsscheiben. Klappt das Laden nicht oder nur langsam, kann ein defekter Gleichrichter schuld sein (etwa 4000 Euro). Schabende, jaulende Geräusche kommen oft von defekten Motorlagern. Außerhalb der Garantie empfiehlt sich statt eines kompletten Motortausches (ab ca. 5000 Euro) der Tausch der Lager (ab etwa 1000 Euro).
Dacia Spring
Bauzeitraum: seit 2021
Leistung: 45 oder 65 PS
Preis: ab 9500 Euro (in der 45-PS-Version)
Leistung: 45 oder 65 PS
Preis: ab 9500 Euro (in der 45-PS-Version)

Der Preisunterschied zwischen neu und gebraucht ist Dacia-typisch schmal.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Ab 19.900 Euro steht der Spring in der Topversion "Extreme" mit dem stärkeren der beiden Antriebe in der Neuwagen-Preisliste. Doch wenige Monate alte Modelle mit Topausstattung und 65 PS sind mit unter 1000 Kilometer Laufleistung bereits für weniger als 16.000 Euro zu haben. Dann hat der Spring zwar schon einen Haltereintrag, wirkt tatsächlich aber noch wie ein Neuwagen. Wer auf Schnäppchenjagd geht, findet dagegen frühe Spring mit 44 PS ab 9500 Euro, die 65-PS-Version (deutlich flotter, ab 2023) erst ab 13.500 Euro.
Der Preisunterschied zwischen neu und gebraucht ist halt Dacia-typisch schmal. Bescheiden sind dazu Ausstattung, Fahrkomfort und die Beinfreiheit in der zweiten Reihe. Dennoch verkauft sich der Spring weltweit erfolgreich, denn immerhin liefert Dacia ein wirklich bezahlbares E-Auto. Und das ist für viele das Wichtigste.
Schwachstellen: Bei der Gebrauchtsuche sollte man allerdings darauf achten, dass der Spring von seinen Vorbesitzern gut behandelt wurde. Wenn nicht, dann altert der Kleine schnell. Abplatzender Lack, ausfallende Heizungen sind geringere Probleme. Der Rost (nur sechs Jahre Garantie) greift neben Achsen und Fahrwerksteilen bereits nach wenigen Jahren die Karosserie an. Wer seinen gebrauchten Spring lange behalten möchte, der sollte bald nachträglich konservieren. Schnell ausgeschlagen sind auch die Gummis der vorderen Querlenker. Ein wirksames Upgrade ist der Austausch der chinesischen Herstellerreifen gegen Markenware.
Fiat 500e/Fiat 500 Elektro
Bauzeitraum: seit 2020
Leistung: 95 bis 155 PS
Preis: ab 12.000 Euro (95-PS-Version)
Leistung: 95 bis 155 PS
Preis: ab 12.000 Euro (95-PS-Version)

Der 500e punktet mit kleinem Wendekreis (9,8 Meter) und flottem Antrieb.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Nicht verwechseln, der Fiat 500e (heißt mittlerweile Fiat 500 Elektro) wird erst seit 2020 gebaut, ist quasi der Nachfolger des Retromodells mit Verbrenner, das Fiat zwischen 2007 und 2024 verkaufte. Das Retrodesign hat das E-Auto behalten, steht aber viel satter da (plus sechs Zentimeter Breite). Auch Länge und Radstand legten leicht zu. Beim Platzangebot kann der 500e dennoch nichts reißen. Macht meistens nichts, im urbanen Verkehr überzeugen dafür der kleine Wendekreis (9,8 Meter) sowie der flotte Antrieb. Mit dem größeren der beiden Akkus darf der 500e sogar 150 km/h fahren (als Abarth 155 km/h). Und mit bis zu 85 kW Ladeleistung lädt der 500e deutlich fixer als die Konkurrenten, so traut man ihm auch mal längere Strecken zu.
Leichte Abstriche gibt es bei Federung und Lenkung. Das Fahrwerk spricht auf harten Kanten unsensibel an. Und bei Kurskorrekturen gibt es kaum Rückmeldung. Extrem selten am Markt ist die 95-PS-Version mit kleinem 21,3-kWh-Akku, der 118-PS-500e (immer mit 37,3-kWh-Akku) kostet ab 12.500 Euro. Der schnittige Abarth mit 155 PS ist erst seit einem guten Jahr auf dem Markt (2023) und kaum unter 30.000 Euro zu haben.
Schwachstellen: Qualitätsschwächen offenbart der Fiat 500e durch Elektronik-Tücken, etwa Fehlermeldungen der Assis, Abschalten oder Abbremsen des Antriebs während der Fahrt, Ladeabbrüche und Aufhänger beim Software-Update. Mechanisch stören polternde Fahrwerke und Wassereinbruch im Kofferraum des Cabrios.
Smart EQ forfour
Bauzeitraum: 2017 bis 2021
Leistung: 82 PS
Preis: ab 7500 Euro
Leistung: 82 PS
Preis: ab 7500 Euro

Das Gewicht des tief eingebauten Akkus wirkt sich beim Smart EQ forfour spurstabilisierend aus.
Bild: Mercedes-Benz AG
Kleiner Akku, Reichweiten im Winter von unter 100 Kilometern und keine Schnelllademöglichkeiten – klingt alles nicht besonders smart, reicht aber am Ende doch für kurze Strecken. Außerdem wird der Knirps auch mit Verbrenner im Heck nicht zum Globetrotter. Zu gering ist dafür der Komfort, zu klein die Platzverhältnisse, zu windanfällig der leichte Vorderwagen. Da bringt der E-Antrieb gleich mehrere Vorteile. Das Gewicht des tief eingebauten Akkus wirkt sich spürbar spurstabilisierend aus.
Auch die Federung spricht angenehmer, weil weniger hoppelig als bei den rund 150 Kilogramm leichteren Verbrennerversionen an. Dazu vermisst niemand die schnatternden Dreizylinder im Heck – den höchsten Komfort liefert somit zweifelsohne der EQ. Beim Platz und der Wendigkeit gibt es außerdem keine Einbußen, den kleinen Wendekreis von unter neun Metern unterbietet lediglich der fortwo. Und: Mit seinen niedrigen Gebrauchtpreisen unterbietet der elektrische Smart sogar den Dacia.
Schwachstellen: Auch beim Smart EQ kommt es zu Ladeschwierigkeiten. Die lassen sich oft mit einem System-Reset beheben. Bleibt das Problem, ist es nicht unbedingt empfehlenswert, die nächste Vertragswerkstatt aufzusuchen. Immer wieder kommt es dazu, dass eine Werkstatt, die sich nicht besonders gut mit E-Antrieben auskennt, teils falsche Komponenten auf Verdacht tauscht (gilt nicht nur für Smart), die der Kunde zahlt. Spezialisierte Betriebe (Foren helfen bei der Suche) reparieren schlauer und preiswerter.
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