Gebrauchte Opel kaufen: Modell-Check
Gebrauchte Opel-Modelle: Daten, Fakten, Kauftipps

Opel war ewig mit GM verbandelt, seit 2021 gehört die Marke zu Stellantis – entsprechend vielfältig ist das Gebrauchtwagen-Angebot. Eine Modellübersicht!
Bild: Christian Bittmann / AUTO BILD
Die Rüsselsheimer Traditionsmarke Opel gehört mittlerweile in den Fundus des Autoriesen Stellantis. Vorangegangen war 2017 die Übernahme durch PSA. Für die Produktionsstandorte bedeutete das einen enormen Wettbewerbsdruck. Und gleichzeitig den radikalen Abschied von der seit Jahrzehnten dominierenden GM-Konzernstrategie und hohen Neuwagenrabatten.
Imageschädigende Rostprobleme der Achtziger und Neunziger sind Geschichte. Im Fokus stehen insbesondere bezahlbare Modelle im Kleinwagen- und Kompaktsegment. Auswahl gibt es reichlich. Auf der Plattform Autoscout24 werden gegenwärtig 52.940 Opel-Modelle angeboten. Karl, Corsa und Adam sind durch die Bank bezahlbare Kleinwagen von vernünftig bis verführerisch.
Auch der Astra lockt als Golf-Konkurrent mit vergleichsweise moderaten Gebrauchtkursen und unterschiedlichen Karosserievarianten. Richtig viel Auto fürs Geld bietet der Insignia. Die große Opel-Mittelklasse gehört auch ein Jahr nach ihrer Produktionseinstellung noch zu den Kilometerfressern auf den Autobahnen.
Vans kann Opel schon lange: Zierlich, aber dafür mit skurrilem Türkonzept spricht der Meriva B meist ältere Kunden an. Als geräumiges Familienauto ist die dritte Generation des Zafira noch immer interessant. Auf der SUV-Welle surfen Crossland (X), Mokka und Grandland (X) mit dem Mainstream. Mittelfristig, so die Stellantis-Strategie, soll Opel rein elektrisch unterwegs sein.
Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Gebrauchtmodelle? Wie teuer sind sie? Worauf ist besonders zu achten? Hier kommen die wichtigsten Baureihen im Schnell-Check!
Opel Karl
Neupreise: von 9560 bis 14.800 Euro • Gebrauchtpreise*: von 4985 bis 14.990 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 9990 Euro • Motoren: von 73 bis 75 PS • Motortipp: 75 PS (Verbrauch: 5,6 l S/100 km) • Rückrufe: 1 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 61 Prozent (3 Sterne, 2017).
Gefällt uns
- Geringe Abmessungen
- Gute Wirtschaftlichkeit
Gefällt uns nicht
- Billige Detaillösungen
- Hohe Gebrauchtpreise
Als Einsteigerauto mit einem Basispreis von unter 10.000 Euro positioniert, beerbte der Opel Karl von 2015 bis 2019 den Agila. Die Handlichkeit des Fünftürers profitiert durch eine Länge von knapp unter 3,70 Metern. Mit seinem Einliter-Dreizylinder und mäßiger Geräuschdämmung sind Langstrecken allerdings weniger empfehlenswert.

Opel Karl: Der Kleinstwagen eignet sich perfekt als anspruchsloses Pendlerauto.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Die Domäne des in Südkorea gebauten Kleinwagens ist es, Kurzstrecken möglichst günstig zu überbrücken. An den 75 PS starken Motor (73 PS mit LPG-Antrieb) sollte man keine größeren Dynamikerwartungen haben. Der TÜV zeigt sich durchaus angetan, mahnt jedoch öfters Ölverlust und nicht sonderlich langlebige Abgasanlagen an.
Opel Adam
Neupreise: von 11.750 bis 20.515 Euro • Gebrauchtpreise*: von 3990 bis 19 960 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 11.100 Euro • Motoren: von 69 bis 150 PS • Motortipp: 115 PS (Verbrauch: 6,4 l S /100 km) • Rückrufe: 9 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 87 Prozent (4 Sterne, 2013).
Gefällt uns
- Coole Details
- Gute Handlichkeit
Gefällt uns nicht
- Vergleichsweise teuer
- Mäßiger Fahrkomfort
Enorm selbstbewusst fährt der von 2013 bis 2019 in Eisenach gebaute Opel Adam als Gebrauchter vor. Er bot Raum für Individualisierungen, offerierte besondere Farben, edle Alufelgen und aufwendige Innenraumdetails. Theoretisch gab es freizügig kombiniert bis zu 90.000 Varianten.

Opel Adam: Der feine Bruder des Corsa sollte als deutsche Mini-Alternative punkten.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Highlight ist ein Dachhimmel mit 63 LED-Sternen. Das Raumgefühl vorne passt, hinten werden nur Kleinkinder glücklich. Und der Kofferraum ist eher ein Fall für vier feine Handtaschen. Im gehobenen Alter entdeckt der TÜV häufig gebrochene Federn und Ölverlust. Relativ exotisch ist die Crossover-Version Opel Adam Rocks.
Opel Corsa
Neupreise: von 11.980 bis 38.045 Euro • Gebrauchtpreise*: von 2499 bis 42.575 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 16.297 Euro • Motoren: von 70 bis 207 PS • Motortipp: 90 PS (Verbrauch: 6,5 l S/100 km) • Rückrufe: 32 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 79 Prozent (4 Sterne, 2014).
Gefällt uns
- Viel Platz vorn
- Solide Verarbeitung
Gefällt uns nicht
- Kleiner Kofferraum
- Schwache Detailqualität
Als Kleinwagen-Klassiker buhlte der Opel Corsa E von 2014 bis 2019 um Kunden und war streng genommen nur ein sehr großes Facelift des bereits 2006 eingeführten Corsa D. Die Kunden störte dies nicht.

Opel Corsa: wahlweise drei oder fünf Türen, relativ viel Platz vorn und ordentliche Verarbeitung.
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Enorm ist die Motorenvielfalt: Diesel und Benziner sind je nach Ausführung von 70 PS (1.2) bis 207 PS (OPC) stark. Beim TÜV fallen Fuß- und Feststellbremse leicht auf. Das Nachfolgemodell Corsa F (ab 2019, Facelift 2023) ist spürbar moderner und verwendet die gleiche Plattform wie Peugeot 208 und Citroën C3. Als Corsa Electric ist der Kleinwagen erstmals auch in einer 136 PS bzw. 156 PS starken Elektrovariante lieferbar.
Opel Astra
Neupreise: von 16.770 bis 46.160 Euro • Gebrauchtpreise*: von 3980 bis 53.990 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 16.550 Euro • Motoren: von 95 bis 200 PS • Motortipp: 150 PS (Verbrauch: 7,5 l S/100 km) • Rückrufe: 31 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 85 Prozent (5 Sterne, 2015).
Gefällt uns
- Gute Allroundeigenschaften
- Großes Gebrauchtangebot
Gefällt uns nicht
- Massive Ölverlustprobleme
- Anfällige Assistenzsysteme
Als ewiger Golf-Verfolger R schwingt sich der Opel Astra K bis 2022 zu Bestleistungen auf. Der VW-Rivale ist ab 2015 bis zu 200 Kilo leichter als sein Vorgänger, wirkt wertiger und fährt komfortabler und zugleich agiler. Der Kombi heißt nicht mehr Caravan, sondern Sports Tourer. 2019 brachte ein dezentes Facelift neue Euro-6d-Dreizylindermotoren (105 bis 145 PS).

Opel Astra: Zwölf Motoren decken fast jeden Antriebsanspruch ab.
Bild: Martin Meiners
Im TÜV-Report bemängeln die Prüfer leider ein eklatantes Ölverlustproblem. Dennoch wirkt der Astra K unterm Strich eine ganze Klasse solider gebaut als der von 2009 bis 2015 verkaufte Vorgänger. Dieser krankt neben Ölverlustproblemen an häufigen Brüchen der Fahrwerksfedern. Im AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer reichte es dennoch für eine 2+ als Endnote.
Opel Insignia
Neupreise: von 23.090 bis 56.240 Euro • Gebrauchtpreise*: von 4950 bis 65.190 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 20.128 Euro • Motoren: von 110 bis 325 PS • Motortipp: 174 PS (Verbrauch: 6,2 l S/100 km) • Rückrufe: 27 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 93 Prozent (5 Sterne, 2017).
Gefällt uns
- Tolles Platzangebot
- Gute Langstreckeneignung
Gefällt uns nicht
- Unhandliche Abmessungen
- Etliche Kilometerfresser
Die Idee des großen Opel hatten viele vor dem Erscheinen des ersten Insignia abgeschrieben. Die erste Generation (A) trat 2008 an und eroberte reichlich Firmenwagenkunden zurück. Der Insignia B (ab 2017) blieb trotz riesiger Abmessungen ein Liebling viel fahrender Außendienstler. Limousine ("Grand Sport") und Kombi ("Sports Tourer") boten enormen Platz und komplett modernisierte Technik, die Passat und Co enorm unter Druck setzte.

Opel Insignia: Liebling von Vielfahrern und Außendienstlern, hier als Kombi "Sports Tourer".
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Dem letzten unter GM-Regie entwickelten Opel war nur eine kurze Bauzeit vergönnt: 2022 endete die Produktion. Diverse Motorenoptionen von 110 bis 325 PS. Optimal passt der 174-PS-Diesel mit Achtstufenautomatik, den es wahlweise mit Allrad gab. Dauerthema beim TÜV ist Ölverlust, der Insignia A hat zudem oft verschlissene Federn und Dämpfer.
Opel Meriva
Neupreise von 16.690 bis 25.870 Euro • Gebrauchtpreise*: von 3490 bis 17.900 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 8150 Euro • Motoren: von 95 bis 140 PS • Motortipp: 110 PS (Verbrauch: 5,5 l D/100 km) • Rückrufe: 12 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 89 Prozent (5 Sterne, 2010).
Gefällt uns
- Beachtliches Raumangebot
- Innovatives Türkonzept
Gefällt uns nicht
- Schlappe Basismotoren
- Mäßige Cockpitlogik
Als Vans cool waren, buhlte der Opel Meriva B ab 2010 mit einem eigenwilligen Türkonzept um Kunden. Die hinten angeschlagenen Fondtüren sind weitaus aufregender als die drei Benziner (100 bis 140 PS) und die knurrigen Selbstzünder-Alternativen (95 bis 136 PS). Exotisch ist die LPG-Variante mit 120 PS.

Bild: Toni Bader
2014 gab es ein Facelift und Euro-6-Motoren, 2017 lief die Produktion aus. Schwankend ist die Verarbeitungsqualität. Problematisch und teilweise teuer auszutreiben: kleinere Elektronik-Gremlins. Der TÜV bemängelt überdurchschnittlich oft Ölverlustprobleme am ansonsten erfreulich solide konstruierten Meriva B. Im AUTO BILD-Dauertest reicht es 2014 für die durchaus respektable Endnote 2-.
Opel Zafira
Neupreise: von 21.500 bis 73.345 Euro • Gebrauchtpreise*: von 3990 bis 59.890 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 12.525 Euro • Motoren: von 120 bis 200 PS • Motortipp: 136 PS (Verbrauch: 6,4 l D/100 km) • Rückrufe: 46 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 94 Prozent (5 Sterne, 2012).
Gefällt uns
- Komfortables Familienauto
- Bis zu sieben Sitzplätze
Gefällt uns nicht
- Häufiger Ölverlust
- Fahrwerk im Alter kritisch
Qualität gut, aber nicht wirklich fehlerlos ist die Zafira-C-Generation. Der 4,66 Meter lange Opel Zafira Tourer ging 2012 an den Start und wurde bis 2019 gebaut. Optisch wirkt er relativ modern und fährt komfortabel. Fünf Sitzplätze sind Standard. Mit dem Flex7-Sitzsystem war gegen Aufpreis eine dritte Reihe zubuchbar, Totwinkelwarner, Verkehrszeichenerkennung und adaptiver Tempomat waren optional erhältlich.

Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Der Dauertest mit 199-PS-Biturbodiesel kam bei den AUTO BILD-Kollegen gut an. Nur Kleinigkeiten fielen auf, die Schaltung nervte. Nach 100.000 Kilometern gab es eine 2- als Endnote. Ab 2019 Kleinbus Zafira Life auf Stellantis-Basis, optional sogar als E-Version.
Opel Crossland
Neupreise: von 16.990 bis 34.760 Euro • Gebrauchtpreise*: von 7980 bis 41.430 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 19.370 Euro • Motoren: von 81 bis 130 PS • Motortipp: 110 PS (Verbrauch: 5,3 l D/100 km) • Rückrufe: 21 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 85 Prozent (5 Sterne, 2017).
Gefällt uns
- Trendiges Fahrzeugformat
- Moderate Preise
Gefällt uns nicht
- Unharmonisches Fahrwerk
- Mäßiges TÜV-Resultat
Einige Jahre vor der Opel-Übernahme wurde der Crossland X auf einer französischen Peugeot/Citroën-Plattform entwickelt. Das 2017 eingeführte SUV baut etwas kleiner als der Mokka und bietet keine Allradoption. Die Rückbank ist längs verschiebbar, was üppigen Stauraum ermöglicht. Fahrwerk, Lenkung und Getriebe bieten wenig Anlass zur Euphorie: Der Mix aus straff und schwammig überzeugt nicht.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Mit Turbo agil, aber nur bedingt haltbar sind die 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner (81 bis 130 PS). Die selteneren Selbstzünder leisten 99 bis 120 PS. Hier nerven vor allem die Elektrikmängel. Der TÜV notiert außerdem Verschleiß an den Domlagern, wenig standfeste Bremsenbauteile und häufigen Ölverlust.
Opel Mokka
Neupreise: von 18.990 bis 44.720 Euro • Gebrauchtpreise*: von 7790 bis 48.480 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 20.220 Euro • Motoren: von 110 bis 152 PS • Motortipp: 140 PS (Verbrauch: 7,8 l S/100 km) • Rückrufe: 12 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 96 Prozent (5 Sterne, 2012).
Gefällt uns
- Mokka A mit Allrad-Option
- Tolle AGR-Sitze
Gefällt uns nicht
- Lahme Basismotoren
- Enger Fond
Das Corsa-Derivat Opel Mokka punktete als 4,28 Meter langes SUV – made in Südkorea. Ab 2014 auch in Spanien gebaut. 2016 wurde das Facelift Mokka X eingeführt. Basis war noch eine GM-Plattform, 115 bis 152 PS. Optionaler Allradantrieb. Ölverlust ist ein leidiges Dauerthema, die Bedienung arg komplex aufgebaut.

Bild: Ronald Sassen
Die zweite Generation ging 2019 an den Start. Der Mokka B (100 bis 136 PS) wirkt wesentlich moderner und trägt das neue Opel-Design. Topversion ist die vollelektrische Electric-Variante mit 136 PS und gut 250 Kilometer Praxisreichweite. Etliche Details deuten auf hohen Spardruck hin.
Opel Grandland
Neupreise: von 23.700 bis 58.600 Euro • Gebrauchtpreise*: von 13.450 bis 59.990 Euro • Durchschnittlicher Gebrauchtpreis**: 25.240 Euro • Motoren: von 100 bis 300 PS • Motortipp: 177 PS (Verbrauch: 6,6 l D/100 km) • Rückrufe: 46 • Euro-NCAP-Insassenschutz: 84 Prozent (5 Sterne, 2017).
Gefällt uns
- Gutes Raumangebot
- Angenehmer Fahrkomfort
Gefällt uns nicht
- Lahmer Basisdiesel
- Hybridmodell sehr teuer
4,48 Meter Länge misst der 2017 eingeführte Opel Grandland X. Seit dem Facelift 2021 hat der Grandland die neue Vizor-Front, ein neues Cockpit und kommt ohne X im Namen aus. Ein weit gespreiztes Antriebsangebot führt zu starken Gebrauchtpreisschwankungen.

Bild: Christian Bittmann / AUTO BILD
Kleine Diesel gibt es als Leasingrückläufer günstig, das 300-PS-Topmodell 1.6 DI Turbo Hybrid4 ragt dagegen preislich selbstbewusst bis in Premiumsphären. Im TÜV-Report schneidet das größte Opel-SUV gut ab. Die Prüfer bemängeln lediglich die wenig standfesten Bremsscheiben und Störungen an der Lichtanlage. Achtung: Es gab enorm viele Rückrufe!
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