Gebrauchte Sportwagen bis 25.000 Euro
Adrenalin für die Straße: sechs gebrauchte Sportler im Check

Bild: Uli Sonntag
Die Distanz zwischen A und B überwinden – das ist nicht das vorrangige Ziel dieser Typen. Unsere sechs gebrauchten Sportler sorgen in erster Linie für Fahrspaß und Emotionen. AUTO BILD zeigt, was ihre Stärken und Schwächen sind und worauf Gebraucht-Käufer achten sollten!
Hyundai i30 N
- Bauzeitraum: seit 2017
- Leistung: 250 bis 280 PS
- Gebraucht-Preise: ab 18.000 Euro

Mit viel Grip und eindrehendem Heck zählt der Hyundai i30 N zu den besonders engagierten Kompaktsportlern.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Fahrspaß und Emotionen quellen hinter dem Steuer des 280 PS starken Hyundai i30 N regelrecht auf, irgendwann geben auch gefestigte Charaktere nach und drücken auf die N-Taste, sodass sich die Auspuffklappe öffnet und der Vierzylinder fast schon eine Spur zu aufdringlich seinen Gänsehaut-Sound herausbläst. Förderlich für den Fahrspaß wirkt sich auch die Sechsgang-Handschaltung aus. Das erst seit dem Facelift erhältliche Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe hat jedenfalls niemand vermisst. Über die Hälfte der i30-N-Kunden ordern es jedoch inzwischen. Entspannt ist die Lage auf dem Gebrauchtmarkt, denn das Angebot ist sehr groß.
Schwachstellen: Christian Mahler kümmert sich mit seiner Firma CM-Performance (bei Saarbrücken) um das Tuning des Hyundai i30 N und kennt ein paar Schwächen des Koreaners, nennt uns die bei frühen Modellen (2017 bis 2019) oft rasselnde Auspuffklappe.
Dazu machte der sechste Gang oft Probleme, neue Synchronringe beheben das Problem. Das Trampeln der Vorderachse bei hoher Leistungsabgabe kennen nicht nur i30-N-Besitzer. Stärkere Gummibuchsen im Motorlager helfen hier. Die Lösung kostet für den i30 N gerade einmal 80 Euro plus Einbau. Dann hat sich das Problem erledigt. Auch keine Ausnahme: ausgefallene Drosselklappen. Der Einbau einer neuen Drosselklappe kostet rund 700 Euro.
BMW 130i
- Bauzeitraum: 2005 bis 2012
- Leistung: 258 bis 265 PS
- Gebraucht-Preise: ab 14.000 Euro

Nur optisch etwas fad: Der drei Liter große Reihensechser des BMW 130i begeistert noch heute.
Bild: Toni Bader
Wer den BMW 130i nie gefahren ist, der fasst sich vielleicht an den Kopf: ein drei Liter großer Reihensechszylinder in einem gerade mal gut vier Meter langen Kompaktwagen? Doch wer den 130i kennt, der weiß, das war eine richtig geniale Idee von BMW und ist den Bayern bis heute dankbar dafür. Im Gegensatz zu modernen Kompaktsportlern verzichtet der 130i auf Spoilerwerk, Diffusorblenden oder auffällige Lufteinlässe.
Optisch ein Normalo, unter der Haube dafür aber eine Macht von einem Sauger, nie aufdringlich, aber sehr schnell. Die ehrliche Lenkung mit dickem Kranz und pfundigem Widerstand passt zum robusten Charakter. Aufgrund der Motormasse auf der Vorderachse lenkt der 130i zwar etwas behäbiger ein. Dafür lässt er sich aber auch wunderbar schaltfaul fahren. Mit abgeschaltetem ESP kann es dagegen kniffelig werden, denn die Haftgrenze an der Hinterachse ist auch auf knochentrockenem Asphalt schnell erreicht, dann geht der 130i wunderbar quer.
Schwachstellen: Valvetronic und Vanos sind beim N52 potenzielle Fehlerquellen. Die Nockenwellenversteller lassen sich neu ordern, kosten pro Seite (Einlass oder Auslass) rund 1500 Euro inklusive Einbau. Dazu verschleißen Fahrwerk und Antriebsstrang durch die höhere Leistung schneller. Der Motor hat mit dem leichten 1er wenig Mühe, ist daher speziell im Kompakten außerordentlich standfest.
Das gilt auch für den Ventiltrieb mit Steuerkette, der oft Laufleistungen von 250.000 Kilometern und mehr verträgt. Defekte iDrive-Systeme (hier Typ CCC) lassen sich reparieren oder durch neue ersetzen.
Renault Mégane R.S.
- Bauzeitraum: 2009 bis 2016
- Leistung: 250 bis 273 PS
- Gebraucht-Preise: ab 15.000 Euro

Der große Auspuff verspricht nicht zu viel. Der Renault Mégane R.S. klingt sportlich – und geht auch sportlich.
Bild: Toni Bader
Leichtgängig und gefühllos, so muten Renault-Lenkungen in der Regel an. Doch bekommt man den Mégane R.S. (damals noch mit Akzent über dem ersten E) in die Finger, wird klar: Die Franzosen können auch ganz anders! Nicht nur die Lenkung wurde hier besonders verbindlich abgestimmt, sondern auch der bullige Motor, der zwar erst spät seinen vollen Boost entwickelt, nämlich wenn die Drehzahlnadel über die Drei gewischt ist. Aber dann fallen satte 340 Newtonmeter über die Vorderräder her. Dank ISAS-Vorderradaufhängung (Independent Steering Axis System) mit entkoppelter Lenkachse bleibt das Spektakel undramatisch, die Lenkung relativ frei von Antriebseinflüssen.
Und auch bei der Härte zeigt das Fahrwerk entschlossene Konsequenz. Die klare Message des sportlichen Mégane: Ich gehöre auf die Rennstrecke! Dieser Einladung folgten die meisten R.S.-Besitzer, bauten den Zweitürer zum Tracktool um. Einen originalen R.S. zu finden, ist dadurch kaum möglich. Kein Problem, denn wenn die Umbauten von erfahrener Hand durchgeführt wurden, hält der Mégane R.S. auch regelmäßigen Rennstreckeneinsätzen stand, Laufleistungen von 200.000 Kilometern sind durchaus möglich.
Schwachstellen: Die Experten vom Autohaus Kirfel in Adenau unweit des Nürburgrings wissen: Schäden an Getriebe, Kupplung oder Turbolader treten meist nur dann auf, wenn bei der Leistungssteigerung übertrieben wurde. Nur der Getriebehalter sollte für den Rundkurs verstärkt werden. Speziell bei hohen Belastungen durch Semislicks reißt das Teil oft ab.
Porsche Cayman (987c)
- Bauzeitraum: 2005 bis 2013
- Leistung: 245 bis 330 PS
- Gebraucht-Preise: ab 25.000 Euro

Porsche Cayman: 2009 gab es ein Facelift mit etwas mehr Hubraum und Leistung für die Motoren – Cayman S mit 320 statt 295 PS.
Bild: Uli Sonntag
Porsche prägte nicht nur den Heckmotor, sondern vor allem auch die Mittelmotor-Bauart. Nach dem Porsche 914 geriet dieses Konzept in Vergessenheit, lebte erst mit dem 1996 erschienenen Boxster wieder neu auf. So richtig aber erst, als die zweite Boxster-Generation ein festes Dach bekam und auf den Namen Cayman getauft wurde.
Der Traum vom günstigen Porsche wurde mit dem Cayman zwar auch nicht wahr, aber immerhin ist der Zweisitzer etwas preiswerter als ein vergleichbares 911-Modell zu bekommen. Leichte Abstriche sind nur beim Prestige hinzunehmen, doch beim Fahrspaß bleibt der Mittelmotor-Sportler durch und durch Porsche: Fein austariertes Fahrwerk, mitteilsame Lenkung, zackige Getriebe und bissige Boxer mit bis zu 330 PS lassen an der Ernsthaftigkeit des Cayman keinen Zweifel.
Schwachstellen: Jan Fatthauer von 9FF veredelt in seiner Schmiede vornehmlich 911-Modelle, kennt sich aber auch mit dem Cayman aus und nennt die Wasserkühler als Schwachstelle. Weil effektive Schutzgitter fehlen, sammeln sich vorn Laub und Schmutz, die Feuchtigkeit lässt die Kühler teilweise schon nach vier oder fünf Jahren durchgammeln. Auch die Kühlwasserleitungen aus Alu sind oft von Korrosion betroffen. Der Motor verfügt übrigens über keine echte Trockensumpfschmierung, viel mehr ist die Ölwanne in den Motor integriert. Das System kann und sollte optimiert werden, spätestens auf der Rennstrecke kann hohe Querbeschleunigung die Ölversorgung unterbrechen.
Seat Leon Cupra
- Bauzeitraum: 2014 bis 2020
- Leistung: 265 bis 310 PS
- Gebraucht-Preise: ab 14.500 Euro

Der Seat Leon Cupra unterscheidet sich im Fahrverhalten klar von sportlichen Gölfen, bereitet mehr Spaß.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
Dieser Spanier trägt seinen feurigen Nerz nach innen, im Alltag benimmt sich der Seat Leon Cupra wie ein echter Gentleman. In der Komfortstufe des DCC-Fahrwerks überraschen die willig ansprechenden Federn und Dämpfer beinahe, von trockener Härte keine Spur. Und auch in Sachen Platz, Komfort und Verarbeitung bleibt der Leon als 280 PS starker Cupra ein Musterschüler. Verzichten muss man allein auf Allradantrieb. Was anfangs nach Traktionsproblemen klingt, erweist sich spätestens im Cupra Modus als entscheidender Vorteil. Denn der Cupra brilliert durch sein geringes Gewicht von 1380 Kilogramm auf kurvenreichem Terrain und zeigt dabei ein deutlich unterhaltsameres Naturell als seine allradgetriebenen Konzerngeschwister Golf R oder Audi S3.
Komplett austoben kann man sich auf der Rennstrecke dennoch nicht, denn die elektronischen Wächter haben einen wachsamen Blick auf das, was der Fahrer da hinter dem Lenkrad treibt – eine komplette ESP-Abschaltung ist leider nicht möglich. Und doch ist der Leon Cupra nicht nur innerhalb der MQB-Familie ein außergewöhnlich talentierter Kompakter.
Schwachstellen: Tuning ist beim Leon beliebt, sollte aber nur mit entsprechend angepasster Peripherie umgesetzt werden. Schon für Serienmotoren empfiehlt sich eine Wasserpumpe mit Pumpenrad aus Metall. Das Original aus Kunststoff kann sich von der Welle lösen. Die Firma BarTek liefert ein standfestes Upgrade komplett aus Metall. Nur 120 Euro (plus Einbau) können vor dem Hitzetod retten. Außerdem empfohlen: ein Upgrade der Zündkerzen und -spulen, da es bei den serienmäßigen Zündspulen zu Aussetzern kommen kann.
Toyota GT86
- Bauzeitraum: 2012 bis 2020
- Leistung: 200 PS
- Gebraucht-Preise: ab 17.000 Euro

Bild: Toni Bader
Ganz schön kooperativ, die Toyotaner. Zusammenarbeit mit Suzuki (Corolla), Kollaboration mit BMW (Supra) und natürlich mit Subaru. Sonst würde auch kein "Flatfour" tief unter der Motorhaube des Toyota GT86 lauern. Der 200 PS starke Zweiliter-Sauger macht den GT86 mit der ersten Kurbelwellenumdrehung zu einem faszinierenden Erlebnis. Und trotz der sehr kompakten Abmessungen (4,24 Meter Länge) werden beim viersitzigen Sportcoupé die Hinterräder angetrieben. 2012 gab es den Sportler ab 29.990 Euro. Angesichts der Talente ein sehr faires Angebot. Außergewöhnlich in dieser Klasse.
Wer zackiges Einlenken und ein agiles Heck schätzt, wird mit dem GT86 glücklich. Wäre da nicht die etwas blutarme Leistungsabgabe. Der 205 Newtonmeter starke Vierzylinder entzückt zwar mit feinen Boxerklängen, trotz der nur 1,3 Tonnen aber nicht unbedingt mit Leistungsexplosionen. Kein Wunder, dass da viele nachhelfen. Bei MPS-Engineering aus Dülmen (NRW) hat man sich auf den Japaner spezialisiert, überarbeitet Fahrwerk, Kühlung, Abgasanlage und verbaut auf Wunsch auch Turbo-Kits.
Schwachstellen: Inhaber Markus Stegemann verrät auch ein paar wunde Punkte. So reagierten frühe Modelle empfindlich auf das werkseitig eingefüllte 0W20-Öl. Bei MPS-Engineering wird stets ein 5W50-Öl für den Boxer verwendet. Außerdem sollte die Ölkühlung für Rennstreckeneinsätze optimiert werden, Upgrades starten bei rund 450 Euro plus Einbau. Eine häufige Fehlerquelle: die Nockenwellenversteller. Das Diagnosesystem zeigt nicht unbedingt einen Fehler an oder bleibt unkonkret. Doch neue Versteller (rund 1000 Euro) ermöglichen wieder die volle Leistungsabgabe.
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