Gebrauchtwagen: Allrad-Autos bis 10.000 Euro
Gebrauchte 4x4-Autos bis 10.000 Euro im Check

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Zwei angetriebene Achsen bringen mehr Traktion und Souveränität. AUTO BILD zeigt sechs kernige Typen, die gebraucht günstig zu haben sind!
Bild: Toni Bader
Vierradantrieb klingt für viele verlockend. Für SUV und leistungsstarke Autos betrachten viele Käufer Allrad mittlerweile als Selbstverständlichkeit. Allradantrieb steht eben nicht nur für harten Arbeitseinsatz, sondern auch für Antriebskomfort. Dass das auch etwas kostet, merkt man nicht nur beim Anschaffungspreis, sondern auch am höheren Verbrauch. Denn das Allradsystem erschwert ein Auto um bis zu 150 Kilogramm. Zusätzlich entsteht bei Modellen mit permanentem Allradantrieb im Antriebsstrang mehr Reibung. Bis zu zwei Liter Mehrverbrauch kann man einkalkulieren.
Bei modernen Systemen mit Hang-on-Allrad (die zweite Antriebsachse wird per Kupplung oder Differenzial nur im Bedarfsfall zugeschaltet) liegt der Mehrverbrauch allerdings oft nur im Zehntelbereich. Eine erfreuliche Ausnahme stellen Hybridversionen dar, die per Elektrifizierung einen Allradantrieb erzeugen. Hier hilft der Allrad sogar beim Spritsparen.
Die Sorge vor höheren Wartungs- und Reparaturkosten ist nicht ganz unbegründet. Zusätzliche mechanische Systeme bedeuten eine höhere Fehleranfälligkeit. Beim Gebrauchtkauf daher darauf achten, dass das Allradsystem einwandfrei funktioniert und gewartet wurde (zum Beispiel regelmäßige Öl- und Filterwechsel).
AUTO BILD hat sechs Allrad-Typen in der Preisklasse unter 10.000 Euro gecheckt!
Suzuki Swift (NZ)
Bauzeitraum: 2011 bis 2017
Preise: ab 6500 Euro
Leistung: 94 PS
Preise: ab 6500 Euro
Leistung: 94 PS

Die Vorzüge des Suzuki Swift mit Allrad: Er ist handlich, relativ sparsam und günstig bei Anschaffung und Unterhalt.
Bild: Sven Krieger
Kleinwagen mit Allradantrieb sind eine echte Ausnahmeerscheinung. Diese kleine Nische besetzt Suzuki traditionell mit dem Swift – und das ziemlich gekonnt. In Verbindung mit dem 1,2 Liter kleinen Vierzylinder gibt es den Swift der fünften Generation auch mit Vierradsystem. Der Allrad, ein unproblematisches und platzsparendes System, das mittels Visco-Kupplung die Kräfte zwischen den Achsen verteilt, sorgt selten für Ärger und nur leicht höheren Verbrauch. In der Allrad-Ausführung ist das manuelle Fünfganggetriebe Standard. Und selbst als 4x4-Version kommt der Swift nicht über 1,2 Tonnen Gewicht hinaus. Allerdings wirkt der Saugmotor trotz seiner 94 PS etwas durchzugsschwach, die Fahrleistungen fallen allenfalls durchschnittlich aus.
Schwachstellen: Die Technik ist generell unkompliziert und daher wartungsarm. Die Verarbeitungsqualität wurde im Vergleich zum Vorgänger zwar deutlich besser, doch man stolpert noch über Dinge wie die nicht ganz ergonomischen Platzierungen einiger Schalter. So verstecken sich die Kippschalter für die Sitzheizung etwa zwischen den Sitzen, optisch gut verdeckt vom Handbremshebel. Der Schalthebel flutscht nicht immer ganz sauber durch die Gassen, arbeitet etwas hakelig. Wenn der Kleine bei der HU Schwierigkeiten hat, liegt es meist am Ölverlust, der Lenkung und den Lenkgelenken oder korrodierten Bremsleitungen. Vor Rost sind selbst jüngere Modelle nicht gefeit.
Subaru Legacy
Bauzeitraum: 2009 bis 2014
Preise: ab 8500 Euro
Leistung: 150 bis 167 PS
Preise: ab 8500 Euro
Leistung: 150 bis 167 PS

Der Subaru Legacy bietet nicht nur serienmäßigen Allradantrieb, sondern auch besonders laufruhige Boxermotoren.
Bild: Uli Sonntag
Bei Subaru gehört das 4x4 zum guten Ton, Allrad ist so selbstverständlich wie das Schwert für den Samurai. So sind alle Versionen des Legacy ausschließlich mit Allradantrieb erhältlich. Speziell die fünfte Generation des Legacy kam in Deutschland nie über den Exoten-Status hinaus. Weiter verbreitet und bis heute gebaut wird der höhergelegte Outback, der durch rustikale Kunststoffplanken sein Offroadherz offen zur Schau trägt. Das macht den seltenen Legacy nur noch interessanter. Leider wurden die besonders kraftvollen Versionen mit über 200 PS Leistung nicht auf dem deutschen Markt angeboten. Für die etwas kraftlosen, aber sehr kultiviert laufenden Boxer-Benziner gab es optional eine Stufenlos-Automatik (Lineatronic). Der agilere Diesel-Boxer war nur mit manuellem Sechsganggetriebe lieferbar.
Schwachstellen: Die frühen Versionen der damals neu eingeführten Motorengeneration des Boxer-Diesels gelten als anfällig. Kurbelwellenlager verschlissen oft aufgrund des zu weich konstruierten Motorblocks. Und die Kupplung scheint für die 350 Newtonmeter des Selbstzünders zudem etwas unterdimensioniert zu sein. Achtung: Gern wurde der Legacy von seinen Besitzern auch als Zugfahrzeug eingesetzt, die maximale Anhängelast betrug immerhin 1,8 Tonnen. Als problemlose Langläufer gelten dagegen die Benziner, die mit einem vergleichsweise wartungsfreundlichen Zahnriemen arbeiten, der alle 100.000 bis 160.000 Kilometer gewechselt werden sollte. Der Diesel läuft mit Steuerkette.
Nissan X-Trail (T31)
Bauzeitraum: 2007 bis 2014
Preise: ab 9000 Euro
Leistung: 150 bis 173 PS
Preise: ab 9000 Euro
Leistung: 150 bis 173 PS

Keine Experimente: Bei der Gestaltung des X-Trail setzte Nissan auf geradlinige, schlichte Formen.
Bild: Toni Bader
Man traut es dem kantig gezeichneten X-Trail nicht so recht zu, doch der Kerl begeistert tatsächlich mit seinem ausgesprochen gelungen abgestimmten Fahrwerk. Eine weitere Stärke des Japaners, der auf der Plattform des Nissan Qashqai aufbaut, ist der geräumige Innenraum. Besonders clever sind die wie Schubladen ausziehbaren Staufächer unter dem ebenfalls großzügig bemessenen Kofferraum. Mit rund 1,6 Tonnen Gewicht gehört der X-Trail zudem zu den Geländewagen der leichteren Art. Die Fahrleistungen liegen auf ordentlichem Niveau, vor allem der kräftige Diesel mit 173 PS ist ein durchzugsstarker Typ. Der Allradantrieb kann per Knopfdruck permanent zugeschaltet werden, eine Bergan- und abfahrhilfe unterstützt den Fahrer im Gelände bei besonders steilen Passagen.
Schwachstellen: Besonders sparsam ist der hoch aufbauende X-Trail nicht, sogar die Selbstzünder verlangen im Alltag rund acht Liter Diesel auf 100 Kilometer. Der Bremsweg aus 100 km/h beläuft sich auf rund 42 Meter – und damit deutlich über den inzwischen auch für SUV üblichen Bremswegen. Aufgrund des trägen Handlings mit viel Seitenneigung und der Neigung zum frühen Untersteuern empfiehlt sich ohnehin eher eine gemütliche Fahrweise. Nervig sind Knistergeräusche im Schiebedach, rostige Heckklappen und frühzeitig verschleißende Bremsscheiben.
Volvo V70 (P26)
Bauzeitraum: 2001 bis 2007
Preise: ab 8000 Euro
Leistung: 163 bis 300 PS
Preise: ab 8000 Euro
Leistung: 163 bis 300 PS

Elegantes Design, viel Platz und solide, haltbare Technik zeichnen den Volvo V70 der zweiten Generation aus.
Bild: Werk
Nicht nur für schwedische Winter hat Volvo den eigentlich frontgetriebenen V70 auch mit Allrad angeboten. Der solide Langlauf-Schwede schaltet als AWD per Haldexkupplung die Hinterräder hinzu. Die Offroad-Talente halten sich in Grenzen, auch als höhergelegter XC70 (XC steht für Cross Country). Doch im Skiurlaub kann der V70 AWD an verschneiten Pässen groß auftrumpfen. Sowohl die Diesel mit 163 und 185 PS als auch die Turbo-Benziner (200 und 210 PS) konnten optional mit Allrad bestellt werden. Der 300 PS starke R hat ihn sowieso an Bord. Angebote mit unter 200.000 Kilometer Laufleistung sind selten, Allrad-Modelle ohnehin. Für gepflegte Exemplare werden mindestens 8000 Euro aufgerufen.
Schwachstellen: Ausgerechnet der Allradantrieb kann hier für Ärger sorgen und auch komplett ausfallen. Das Thema rund um die oft defekte Verbindungshülse zwischen Getriebe und Winkelgetriebe füllt viele Forenseiten. Ob es an dem Teil liegt, verrät der Test mit aufgebockten Rädern. Drehen sich die hinteren nicht mit, liegt es oft an der Hülse. Wichtig: Bei Differenzial, Haldex und Winkelgetriebe sollte ein Ölwechsel stattfinden, auch wenn es der Hersteller nicht immer vorschreibt. Interessant für Schrauber: Wie die Systeme sich in Eigenregie warten lassen, erklärt der YouTuber "volvosweden" sehr aufschlussreich. Typisch für den V70: undichte Injektoren beim Diesel, ausgeschlagene Spurstangenköpfe. Der Zahnriemenwechsel ist alle 160.000 Kilometer bzw. zehn Jahre fällig.
Honda HR-V
Bauzeitraum: 1999 bis 2005
Preise: ab 2900 Euro
Leistung: 105 bis 124 PS
Preise: ab 2900 Euro
Leistung: 105 bis 124 PS

Honda HR-V: Der automatisch zuschaltende Allrad (Real Time 4WD) setzt verspätet ein, wurde 2005 mit einer mechanischen Kupplung optimiert.
Bild: BRW Redaktionsbüro
2015 hat Honda die Modellbezeichnung wieder ausgegraben, seitdem ist der HR-V ein trendiges SUV. Richtig schrullig – und daher interessanter – mutet die erste Generation an. Speziell der rund zehn Zentimeter kürzere Dreitürer (vor allem hinten wird es hier enger) wirkt wie ein höhergelegtes Kombi-Coupé. Den 1.6er-Benziner gab es ohne (105 PS) und mit (124 PS) V-Tec, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb und auf Wunsch auch mit CVT-Automatik. Der automatisch zuschaltende Allradantrieb (Real Time 4WD) ist eine Honda-Entwicklung und arbeitet mit zwei Ölpumpen und einer Lamellenkupplung, die sich bei Schlupf an der Vorderachse schließt und so Kraft an die Hinterräder leitet. Der HR-V ist auf dem Gebrauchtmarkt inzwischen selten zu finden, doch immer wieder tauchen sehr gepflegte Garagen-Exemplare auf, die wenig gelaufen sind und selten mehr als 3500 Euro kosten.
Schwachstellen: Rost tritt vor allem an den hinteren Seitenteilen im Bereich der Radhäuser auf. Doch auch die vorderen Kotflügel können betroffen sein. Die Höherlegung des Softroaders wirkte sich negativ auf das Fahrverhalten aus: Bei plötzlichen Ausweichmanövern im Stile des "Elchtests" hob der HR-V bei frühen Tests das Hinterrad und drohte zu kippen. Honda besserte das Fahrwerk nach und versprach anschließend, dass der HR-N nun am Boden bleibt. Trotz der erhöhten Bodenfreiheit ist der HR-V wegen seines simplen Allradsystems nicht für Querfeldeinfahrten konzipiert.
Skoda Octavia
Bauzeitraum: 2008 bis 2013
Preise: ab 6500 Euro
Leistung: 105 bis 160 PS
Preise: ab 6500 Euro
Leistung: 105 bis 160 PS

Bild: Toni Bader
Was kann der eigentlich nicht? Beim Platz protzt der Octavia der zweiten Generation mit überdurchschnittlichen Verhältnissen, lädt mehr ein als manche Mittelklasse, obwohl er auf einem Kompakten basiert. Der Kofferraum des Combi (580 bis 1620 Liter) kapituliert daher auch nicht beim Baumarkt-Besuch. Richtig geräumig geht es aber auch im Fond und auf den Vordersitzen zu. Serienmäßig verfügen die Allrad-Versionen über ein Schlechtwegefahrwerk, was den Octavia vier Zentimeter weiter nach oben bringt. Der rustikale Scout ist die beliebteste Allrad-Version des Octavia. Doch es gibt den 4x4 auch im deutlich unauffälligeren Dress. Inzwischen sind Modelle mit Laufleistungen um 100.000 Kilometer selten zu finden. Top gepflegte Exemplare kosten bis zu 13.000 Euro.
Schwachstellen: Wer mit vielen Talenten gesegnet ist, dem sieht man den einen oder anderen Mangel wohlwollend nach. Dem Octavia 2, der technisch auf dem Golf 5 basiert, macht allerdings das Alter zu schaffen. Rost ist wie beim Technikspender inzwischen ein Thema. An den Türunterkanten, im Schweller und an der Heckklappe nistet sich der Gammel gern ein. Trotz Höherlegen auf Schäden am Unterboden achten. 4x4-Octavia-Besitzer nutzten den Allradantrieb gern standesgemäß abseits befestigter Straßen. Vorsicht beim 1.8 TSI, der Motor (EA888) ist für maßlosen Öldurst berüchtigt. Ursache sind die Ölabstreifringe der Kolben, die sich oft zusetzen.
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