Gebrauchtwagen: Audi 100 im Test
Großer Luxus für 1300 Euro

Sicher, ein weißer Audi 100 aus den 90ern ist kein Traum für Auto-Fans. Auf den ersten Blick. Doch er kann eine gute Wahl sein – wenn Zustand und Ausstattung stimmen. Wie bei diesem Alltags-Schnäppchen.
Bild: Goetz von Sternenfels
"Audi mochte ich nie", sagt Matthias Marbold. Vielleicht liegt es daran, dass er als Bundeswehrsoldat einen Audi 100 fahren musste, mit 1,8-Liter-Motor und 75 PS: "Das Ding war grottenlahm und schlecht verarbeitet." Lieber keinen Audi also. Aber auch keinen Renault 25 mehr, Matthias' bisheriges Familienauto. Ein toller Youngtimer, nur sehr französisch. Er forderte immer mehr teure Zuneigung. Eine Alternative musste her, tauglich für Langstrecken von Mannheim in den Norden des Landes, gut für den Alltag, groß genug für die Familie. Matthias' Bruder, ein Kfz-Meister, entdeckte den Audi 100 2.8 E bei einem Händler im norddeutschen Uchte: "Der wurde immer gewartet, der ist gut. Kannst du nehmen." Matthias, der Audi nicht mochte, schaute ihn sich an. Fuhr ihn Probe, blätterte durch das akkurat gestempelte Scheckheft. Freute sich, dass alles ging: Fensterheber, Zentralverriegelung, sogar die Klimaautomatik. Als R25-Fahrer war Matthias mehr Kummer gewohnt. 1500 Euro verlangte Händler Yildirim. Wenig später waren es noch 1300 Euro, er wollte in den Urlaub. Der schnelle Handel passte ihm, Matthias aus Mannheim ebenfalls: 1300 Euro für eine große Limousine, die fast 220 läuft, mit Klima, ABS und (Fahrer-)Airbag, dazu eine TÜV-Plakette, die bis März 2012 reicht. Sogar auf Euro 2 war der Audi per Kaltlaufregler umgerüstet. Drei Wochen nach dem Kauf stehen bereits 2000 Kilometer mehr auf dem Tacho. Problemlose Kilometer. "Nichts klappert", sagt Matthias über den Audi, "bis auf das Spielzeug, das überall rumfliegt".
Oben in der Bildergalerie: Probefahrt mit dem Audi 100
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