Gebrauchtwagen: Audi Q7 V12 TDI von Lukas Podolski
Dieser Audi Q7 V12 gehörte einem Ex-Fußball-Nationalspieler

Der ehemals über 150.000 Euro teure Audi Q7 V12 TDI war einst im Besitz eines deutschen Ex-Fußball-Nationalspielers. Jetzt wird das Diesel-Dickschiff mit gewaltigem Wertverlust angeboten!
Bild: Autohandel KOC
Ein Diesel-SUV mit 6,0-Liter-Zwölfzylinder und 500 PS: Wer braucht so etwas? Niemand! Und wer konnte sich den ehemals über 130.000 Euro teuren Audi Q7 V12 TDI überhaupt leisten? Einige! Neben erfolgreichen Unternehmern gehörten auch Fußballstars zu den Käufern des bis heute stärksten Serien-Diesels in einem Pkw. Der Erstbesitzer dieses weißen Audi Q7 war Ex-Nationalspieler Lukas Podolski.
Angeboten wird Poldis ehemaliges Auto vom Autohandel KOC aus Mannheim. Und so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten: Der Wertverlust ist gigantisch! Doch dazu gleich mehr.
Ende 2008 präsentierte Audi einen echten Rekordbrecher. Unter der Regie der quattro GmbH entstand ein SUV, wie es die Welt bis dahin nicht gesehen hatte. Basis war der Q7 der ersten Generation (4L), dem ein massiver Zwölfzylinder-Diesel implantiert wurde – ein Aggregat, das Audi zuvor testweise im R8 "Le Mans" erprobt hatte. Der Diesel-Sportwagen wurde zwar gestrichen, doch der Q7 erhielt grünes Licht. Aus heutiger Sicht unvorstellbar!
V12-Diesel mit 1000 Nm
Optisch ist der Q7 V12 TDI an den Tagfahrleuchten mit zwölf LEDs, dem Singleframe-Grill mit vertikalen Streben und dem Edelstahl-Unterfahrschutz erkennbar. Doch das eigentliche Highlight sitzt unter der Haube: Offiziell als 6,0-Liter bezeichnet, misst der V12 genau 5934 cm³ – streng genommen also ein 5,9-Liter-Motor. Aber Schwamm drüber, entscheidend sind die Werte des stärksten Dieselmotors in einem Serien-Pkw: 500 PS und 1000 Nm. Letzteres liegt dieselspezifisch bereits bei niedrigen 1750 U/min an. Die Kraftübertragung übernimmt eine Sechsgang-Tiptronic.

Wer etwas dezenter unterwegs sein möchte, entfernt den V12-TDI-Schriftzug.
Bild: Autohandel KOC
Trotz eines Leergewichts von 2,6 bis 2,7 Tonnen (je nach Ausstattung) sprintet der Q7 in nur 5,5 Sekunden auf 100 km/h und wird elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Ohne diese Fessel wäre sicher noch mehr drin. Um den Koloss aus hohen Geschwindigkeiten zuverlässig abzubremsen, verbaute Audi serienmäßig riesige – und vor allem extrem teure – Keramikbremsen.
Der Basis-Neupreis lag bei 130.600 Euro, was etwa zweieinhalb Q7 3.0 TDI entsprach. Wie viele Kunden sich bis 2012 tatsächlich für den stärksten Diesel der Welt entschieden, ist nicht bekannt. Vielleicht verrät Audi die Stückzahl bewusst nicht. Fakt ist: Die Auswahl im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt ist sehr überschaubar. Gleichzeitig haben viele Q7 V12 TDI über 200.000 Kilometer auf dem Tacho – ein Beleg für die grundsätzlich hohe Langzeitqualität.
114.000 Kilometer auf dem Tacho
Zurück zu dem Exemplar, das einst Lukas Podolski gehört haben soll. Laut Inserat stammt der Q7 aus zweiter Hand und hat inzwischen rund 114.000 Kilometer gesammelt. Zudem soll das SUV scheckheftgepflegt sein.

Der Innenraum ist scheinbar nicht original. Das Lenkrad wurde auf jeden Fall neu bezogen.
Bild: Autohandel KOC
Auf den Fotos macht der Q7 in der Sonderfarbe "Callaweiß/Campanellaweiß" jedenfalls einen ordentlichen Eindruck. Die ehemals polierten 21-Zoll-Felgen wurden nachträglich schwarz lackiert, die Bremssättel rot. Im Innenraum wurden offenbar umfangreiche Umbauten vorgenommen. Zwar konnte ab Werk ein Alcantara-Dachhimmel geordert werden, nicht jedoch Sitzflächen und Türtafeln. Auch das Lenkrad wurde offensichtlich neu bezogen: Das schwarze Glattleder zeigt deutliche Abnutzung, und das beige Carbon (?) sowie die Alcantara-Airbagkappe wirken aus heutiger Sicht nicht mehr besonders hochwertig.
Neupreis von über 150.000 Euro
Dafür überzeugt die Ausstattung des Q7. Podolski orderte unter anderem ein Panoramadach, die Sonderlackierung, das Bang&Olufsen Advanced Soundsystem, 21-Zoll-Felgen und einen TV-Tuner. So kletterte der Basispreis von 130.600 auf über 150.000 Euro – exklusive der späteren Innenraum-Veredelungen.
16 Jahre später soll der 500-PS-Audi noch 29.900 Euro kosten – ein Wertverlust von über 130.000 Euro. Und dieses Exemplar ist kein Einzelfall: Q7 V12 TDI mit höheren Laufleistungen gibt es teils schon unter 20.000 Euro. Der Grund liegt auf der Hand: Die Anschaffung ist nur der Anfang – der Unterhalt eines solchen Monster-SUV hat es in sich.
Zwar gilt der Motor generell als solide, doch hängt das stark davon ab, wie die Vorbesitzer den V12 behandelt haben. Sind die Turbolader defekt, muss der ganze Motor raus. Ersatz für die Keramikbremsscheiben ist sündhaft teuer. Und selbst wenn nichts kaputtgeht, schlagen Steuern, Versicherung und der enorme Dieselverbrauch kräftig zu Buche.
Fazit
Einen Audi Q7 V12 TDI muss man sich leisten können – und damit meine ich nicht die Anschaffung, sondern in erster Linie den Unterhalt. Wer mit dem Risiko leben kann, der bekommt eines der faszinierendsten Motorenkonzepte aller Zeiten. Alle anderen betrachten den Q7 V12 TDI aber besser als Traumauto, das man nicht besitzen möchte.
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