Gebrauchtwagen der Woche: Audi RS 3

Gebrauchtwagen der Woche: Audi RS 3

Audi RS 3: Das Universaltalent

Ein Auto für Vernunft und Vergnügen? Der erste Audi RS 3 ist zwar nicht mehr taufrisch, aber ein echter Tipp!
Muss ein sportliches Auto auch optisch als solches erkennbar sein? Einen gewissen Reiz üben auch Alltagskarossen aus, die von Hause aus eher Biedermänner sind, keine falschen Versprechungen abgeben und dann voll auf den Überraschungsmoment setzen. So ein Kandidat ist auch der Audi RS 3. Ihm gelingt der Spagat zwischen Vernunft und Vergnügen hervorragend.
 

Unscheinbarer Kompaktwagen? Der Schein trügt – hier fährt ein richtiger Kompakt-Kracher.

Der ausschließlich als Fünftürer (Sportback) erhältliche RS 3 der ersten Generation (Typ 8P) bietet einen ordentlichen Kofferraum, einen praktischen Innenraum, Platz für vier Personen sowie seine relativ unauffällige Erscheinung und erfüllt damit alle Ansprüche, die an einen alltagstauglichen Kompaktwagen gestellt werden. Doch wehe dem, der nur an langweilige Fakten denkt! Die relative Unauffälligkeit seiner Erscheinung ist fast eine Täuschung. Denn das vordergründig vernünftige Gefährt, ist eigentlich ein wahrer Sportler.

Der RS 3 scheut keinen Vergleich

Unter der Haube des stärksten A3 arbeitet ein 340 PS starker Fünfzylinder-Turbo.

Man traut es ihm kaum zu, aber der praktische Großserien-Ingolstädter offenbart ordentliches Temperament: Potente 340 PS leistet sein aufgeladener 2,5-Liter-Reihen-Fünfzylinder. Damit rennt der RS 3 in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Zur Orientierung: Der 420 PS starke Audi R8 der ersten Generation benötigt dafür ebenfalls exakt 4,6 Sekunden. Und selbst in einem unfairen Vergleich mit einem aktuellen Porsche, der in der Normalausführung als Carrera T 370 PS bietet, können sich die Zahlen des RS 3 sehen lassen. Und das ist beachtlich – schließlich stellt man so ein acht Jahre altes Fahrzeug nicht nur neben den deutschen Inbegriff eines Sportwagens, sondern auch neben ein fabrikfrisches Modell, dass zudem über 107.500 Euro kostet. Wie gesagt, ein krummer Vergleich, der jedoch lediglich aufzeigen soll, dass der optisch unauffällige Audi der letzten Generation neben der hochmodernen Einstiegsmotorisierung der Sportwagenikone im Auto-Quartett leistungstechnisch nicht gänzlich verblasst.
Fahrbericht: Audi RS 3

Macht sich gut auf jedem Terrain

Mit knapp 1600 Kilogramm ist der RS 3 Sportback kein Leichtgewicht. Permanenter Allradantrieb und die Siebengang S-tronic treiben das Gewicht nach oben.

Seine unbändige Kraft bringt der Quattro-Antrieb des RS 3 souverän und blitzschnell auf alle Räder. Mit dem Sportfahrwerk, der hervorragenden Traktion sowie Bremseigenschaften kann man sich mit dem um zwei Zentimeter tiefer gelegten RS 3 auch auf der Rennstrecke sehen lassen. Dort weicht der Verbrauch zwar deutlich von der vom Hersteller angegebenen Durchschnittswert von 9,1 Litern Super Plus, aber dafür wird der Fahrer mit 340 Turbo-PS und starken Fahrleistungen ordentlich bespaßt. Den starken Reihenfünfzylinder-Turbo setzte Audi auch beim TT RS ein. Doch bietet ein Fünftürer handfestere Vorteile: Mit der Sitzposition und dem Platzangebot muss man im Alltag keine Kompromisse machen. Im Vergleich zum noch härteren und noch lauteren Sportcoupé hat der RS 3 in puncto Nutzwert also klar die Nase vorn. Beim Gebrauchtwagenkauf sollten jedoch die Bremsen besonders aufmerksam inspiziert werden. Bei beiden Topmodellen RS 3 und TT RS beklagten sich Kunden damals über verzögertes Bremsen bei Nässe, lautes Quietschen und hohen Verschleiß. Der Hersteller hat 2013 reagiert und tauschte auf Kundenwunsch kostenlos die Bremsanlage aus.
Alle Infos zur Serviceaktion: Audi RS 3

Viel Geld für viel Qualität

Für ein ordentlichen RS 3 sollte man mindestens 26.000 Euro investieren. Das mit Velours bezogene Sportlenkrad kostete damals extra.

Das Beste kommt zum Schluss – getreu diesem Motto hat Audi kurz vor dem Modellwechsel zur (noch aktuellen) dritten Generation den RS 3 Sportback hinterher geschoben. Bis dahin bildeten der A3 3.2 (ab 2003) sowie der 2.0 TFSI (S3) mit 265 PS (ab 2006) die sportlichen Speerspitzen der Ingolstädter Kompaktklasse. Überboten wurden diese von dem ab 2011 bis 2012 produzierten RS 3 2.5 TFSI. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden sich zwar viele A3 Sportback, jedoch ist die mit 340 PS stärkste Version deutlich seltener anzutreffen. Dort ist der serienmäßig immer mit Siebengang-S-Tronic ausgestatte Kompakte auch aus Vorbesitz kein Schnäppchen.
Kostete der RS 3 damals mindestens 50.000 Euro (Sportschalensitze, Lederausstattung, Navi oder das veloursbezogene Sportlenkrad kosteten extra), sollte man heutzutage mindestens 26.000 Euro investieren. Dafür erhält man einen soliden und sehr sportlichen Kompakten, mit ausreichend Restkomfort sowie einer guten Qualität, die sich auch in seiner Wertstabilität wiederspiegelt. Zum hohen Anschaffungspreis kommt jedoch noch der hohe Unterhalt. Dafür ist aber bei der Hauptuntersuchung nicht mit Ärger zu rechnen. Beim TÜV schlägt sich der A3 besser als seine Wettbewerber. Hier haben die Prüfer bei Achsaufhängung, Lenkung, Beleuchtung sowie den Bremsen weniger zu bemängeln als bei vergleichbaren Fahrzeugen. Interessenten sollten bei den Achsfedern jedoch aufmerksam sein, Federbrüche kommen im Alter immer mal wieder vor. Ölverlust ist nicht typisch, tritt aber gelegentlich auf. Verglichen mit gleich starken Wettbewerbern ist der Audi RS 3 also ein gutes Angebot. Denn ähnliche alte Konkurrenz ist deutlich schwächer (Seat Leon Cupra 2.0 TSI 280 (ab 2014/280 PS), VW Golf R (ab 2013/300 PS), Ford Focus RS 2.5T (ab 2009/305 PS), Opel Astra OPC (ab 2012/280 PS) Honda Civic Type R (ab 2015/310 PS)) und neuere Modelle mit etwas mehr Leistung sind deutlich teurer (Mercedes-AMG A 45 (ab 2013/360 PS), BMW M2 (ab 2015/370 PS)). Der Audi RS 3 bietet also nicht nur ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch Wertstabilität, Alltagstauglichkeit und höchsten Fahrspaß.
Gebrauchtwagensuche: Audi RS 3.

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