Gebrauchtwagen: Ford Ranger III, Pick-up, Test, Preis
Ford Ranger III: Besser den späteren Zweiliter oder den guten alten Fünfzylinder

Mit dieser Ranger-Generation hatte Ford auf dem deutschen Pick-up-Markt erstmals richtig großen Erfolg. Aber ist er denn auch als Gebrauchter empfehlenswert?
Bild: Holger Karkheck
- Martin Braun
Der Neue beeindruckte vor allem Leute, die auf die deftig-machohafte Optik und die günstigen Preise abfuhren. Dazu bot Ford eine große Auswahl an Versionen: von der knappen Zweisitzer-Kabine bis zur mit Leder ausgeschlagenen Doppelkabine mit vier Türen, dazu Vierzylinder- und Fünfzylinder-Turbodieselmotoren mit bis zu 200 PS, wahlweise mit Sechsgang-Schaltung oder Sechsstufen-Automatik.
Dieser Ranger machte und macht bis heute keinen Hehl daraus, dass er nichts für verzärtelte Komfort-Gourmets ist, sondern ein eher derbes, dafür handfestes und belastbares Auto für Typen, die hinlangen – ob im Job oder in der Freizeit.

Dank durchsetzungsstarkem Zuschaltallrad, Untersetzung und 225 mm Bodenfreiheit kann er sich stets vorwärts wühlen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Nichts geht wirklich leicht am Ranger: Der Lenkung will trotz Servo eine zupackende Hand spüren, die Türen und die Pritschen-Heckklappe ebenso. Dazu passt der derbe Federungskomfort des betont schlicht konstruierten, aber robusten Fahrwerks.
Gerne werden der Pritsche etliche Hundert Kilogramm Ladung oder gar eine komplette Wohnkabine aufgebürdet. Das verkraftet der Ranger wacker.
Diesel mag keine monatelangen Standzeiten
Weniger gern hat er lange Pausen. Deshalb sollte man kritisch bei Exemplaren mit niedrigem Kilometerstand sein. Klingt zunächst verlockend nach wenig Verschleiß, kann aber teuer werden. Denn die Direkteinspritzer-Diesel bilden während monatelanger Standzeiten Ablagerungen an den Einspritzdüsen.
Die können später ein schiefes Spritzbild und dadurch eine unpräzise Verbrennung verursachen, was zu schweren Kolbenschäden führt. Der Kilometerstand scheint dabei so gut wie keine Rolle zu spielen.

Der 2.2l Diesel mag keine monatelangen Standzeiten.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Es gibt Motoren mit kaum 50.000 km mit diesem Problem, viele aber auch ohne Schaden und 200.000 km.
Zuverlässigkeitsbilanz ausgesprochen gut
Der 2.2-Vierzylinder ist aber weit häufiger betroffen als der 3.2-Fünfzylinder mit seinem charismatisch rauchigen Klang. Der begeistert weniger durch explosive Leistungsentfaltung, sondern vor allem durch schieres Drehmoment ab Leerlaufdrehzahl.
Schneller macht er den Ranger wegen der Abregelung bei echten 180 km/h sowieso nicht. Der spätere Zweiliter kennt das Standzeitenproblem gar nicht.
Technik | Ersatzteilkosten am Beispiel eines Ranger 2.2 TDCi | ||
|---|---|---|---|
Allradantrieb | Hinterradantrieb; Vorderradantrieb zuschaltbar | Kotflügel vorn | 246 Euro |
Kraftverteilung v:h | 0:100 oder 50:50 | Scheinwerfer | 435 Euro |
Traktionshilfen | el. Schlupfregelung v+h; Sperre h (auf Wunsch) | Bremsscheiben vorn (ein Satz) | 563 Euro |
Geländeuntersetzung | 2,48:1 | Bremsbeläge vorn (ein Satz) | 158 Euro |
Aufbauweise | Leiterrahmen, aufgeschraubte Stahlkarosserie | Schaltgetriebe (AT) | 1624 Euro |
L/B/H | 5360/1867/1850 mm | Motor ohne Anbauteile (AT) | 3751 Euro |
Bodenfreiheit | 225 mm | Generator (AT) | 518 Euro |
Tankinhalt | 80 l | Anlasser (AT) | 311 Euro |
Anhängelast gebr./ungebr. | max. 3500/750 kg | Wasserpumpe (neu) | 278 Euro |
Pritschenlänge | 2,13 oder 1,84 oder 1,54 m | Auspuff ohne Kat | 808 Euro |
Immer bewegt, halten nicht nur die Motoren, sondern auch Getriebe und Nebenaggregate in der Regel weit über 250.000 Kilometer durch. Die Zuverlässigkeitsbilanz ist deshalb ausgesprochen gut. Startversager und Pannen bleiben die absolute Ausnahme.
Elektrik verlangt genaue Prüfung
Ärger kann es trotzdem geben: Manch Ranger-Fahrer erschrickt, wenn er nach ein paar Jahren mal einen Blick auf die Unterseite seines Pick-ups werfen kann. Vor allem in Gebieten mit intensiver Wintersalzstreuung rostet der ab Werk unzureichend geschützte Ranger munter vor sich hin.
Individuelle Nachbesserung mit korrosionshemmenden Mitteln ist unabdingbar, wenn man seinen Ranger länger als sechs oder sieben Jahre behalten will.

Das Navi reagiert zuweilen zickig auf Daten-Updates, auch das größere ab 2015. Deshalb vor dem Kauf bei der Probefahrt unbedingt ausprobieren.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Auch die Elektrik verlangt bei der Probefahrt genaue Prüfung aller Verbraucher, vor allem Tempomat und Navigationssystem. Dass Ford trotz der günstigen Kaufpreise am Ranger gutes Geld verdient, erkennt man auch daran, dass bei nicht sichtbaren Teilen knapp kalkuliert wurde.
Unser Testfahrzeug: Ford Ranger III
Baujahr: 2015
Version: 2.2 D
Laufleistung: 136.000 km
Preis: ab 13.800 Euro
Version: 2.2 D
Laufleistung: 136.000 km
Preis: ab 13.800 Euro
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